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Zodiac

Zodiac

Inhalt:

Der Zodiac-Killer verbreitet in den 70ern Angst und Schrecken in und um San Francisco. Insgesamt konnte ihm die Polizei sieben Taten nachweisen, fünf dieser Opfer verstarben. Der Zodiac-Killer selbst behauptete, deutlich mehr Menschen umgebracht zu haben. Er spielt ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, der Presse und der Öffentlichkeit. Er verschickt codierte Mitteillungen, die von der Presse gedruckt werden sollen. Andernfalls würde er noch mehr Menschen umbringen.

Kritik:

David Fincher ist wieder da, irgendwie, oder auch nicht. Vom visuellen Overkill einstiger Tage ist nicht mehr viel über geblieben in Zodiac, Fincher nimmt sich sehr zurück und lässt der Geschichte den Platz, den sie braucht. Statt eines Serienkiller-Thrillers im Stile von Sieben, erzählt er im pseudo-dokumentarischem Stil die Geschichte über die Ermittlungen einiger weniger Engagierter, die sich aufopfern und schlussendlich an der zu großen Aufgabe zerbrechen, einem der brutalsten und offenbar cleversten Mörder der US-Geschichte das Handwerk zu legen.

Beinahe 25 Jahre Ermittlungsgeschichte hat Fincher in etwas mehr als 2,5 Stunden Film gepackt. Thrill oder Spannung blitzt dabei nur sehr selten auf. Wenn dies der Fall ist, wie bei einem Besuch eines möglichen Verdächtigen, dann zeigt Fincher aber auch, wie man perfekt Atmosphäre und Spannung aufbaut. Aber es geht in Zodiac auch nicht um den großen Thrill. Zodiac ist viel mehr ein Drama, das sehr schön zeigt, wie die Personen im Laufe der Zeit an dem Fall zerbrechen, die sich am meisten für dessen Lösung einsetzen. Ich musste über weite Strecken an „Die Unbestechlichen“ denken.

Der Zodiac-Killer ist ein absolutes Phänomen und nicht zuletzt daher ein Vorbild für viele Kriminalfilme gewesen. Er war das Sinnbild des Bösen und spielte mit den Ermittlungsbehörden und der Bevölkerung. Er machte die Medien zu seinem Spielball und führte sie nach Belieben vor. Seine Drohung, einen beliebigen Schulbus zu sprengen führte sogar dazu, dass er sehr stark ins Familienleben der Bevölkerung eingriff und diese zutiefst verunsicherte.

Zodiac ist handwerklich einwandfrei und spiegelt perfekt das jeweilige Jahrzehnt wieder. Dazu kommen, wie bei Fincher-Filmen üblichen überzeugenden Darsteller. Jake Gyllenhaal und Mark Ruffalo glaubt man sofort, dass sie ihr letztes Hemd geben würden, um den Zodiac-Killer aufzuspüren. Ob Robert Downey Jr. die Rolle des im Drogensumpf versinkenden Reporters so überzeugend spielt oder er einfach er selbst ist sei mal dahin gestellt. Auf Darstellerseite kann man eigentlich nichts bemängeln.

Hin und wieder gibt es Stellen, wo es etwas langatmig wird. Das liegt einfach daran, dass Spur um Spur verfolgt ist und die Ermittler immer wieder in einer Sackgasse festsitzen. In diesen Szenen ist der unendliche Frust aller Beteiligter aber absolut nachvollziehbar und insofern kann man darüber hinweg sehen. Ein weiteres Problem von Zodiac ist die Tatsache, dass klar ist, worauf es letztlich hinaus läuft. Wer sich ein bisschen mit der Geschicht auskennt weiß natürlich, dass der Killer nie gefasst wurde.

Anders als Oliver Stone in JFK versteift sich David Fincher nicht auf einen Täter sondern zeigt eine mögliche Option auf, um zumindest zu einem versöhnlichen Schluss zu kommen. Ganz eben wie in der Buchvorlage von Reporter Robert Graysmit, der im Film von Jake Gyllenhaal gespielt wird.

Infos:

Titel/Originaltitel: Zodiac

Herkunftsland/Jahr: USA, 2007

Länge: 156 Minuten

Kinostart: 31. Mai 2007

Regie: David Fincher

Drehbuch: James Vanderbilt

Darsteller: Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey Jr, Anthony Edwards

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IMDB
Trailer

Rating:

★★★★★★★★☆☆