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Gaming – Nur wo und wie?

Eine Frage der Entscheidung

Der einzige echte Nachteil, den ich mit dem Switch zum Mac erlebt habe, sind die fehlenden Spiele. Klar gibt es World of WarCraft, WarCraft 3 und einige Shooter von id Software. Aber auf Dauer ist das wenig erquicklich. Auf der PS2 spiele ich gerne Sachen wie SingStar, Buzz oder Guitar Hero. Dann steht hier noch ein Wii, auf dem auch überwiegende Casual Games für die ganze Familie hier laufen: Wii Sports, Big Brain Academy oder Mario Charged Football. Alles tolle Spiele, aber mit der Zeit vermisse ich doch ein wenig die Spiele. Nicht zuletzt, da ich in dieser Branche arbeite und insofern einen gewissen Überblick haben sollte. Zudem ärger ich mich gerade wirklich darüber, Tophits wie aktuell z.B. BioShock total zu verpassen.

Die Lösung ist relativ einfach, Spielwerkzeug muss her, nur welches? Ich verfüge hier ja nicht über unbegrenzte Geldvorkommen. Eins scheidet daher von Anfang an aus: Die Sony PlayStation 3. Im Moment ist das Gerät einfach noch total überteuert und die Spieleauswahl ist auch eher mau. Mir ist bisher auch noch nicht ganz klar, wie der Onlinedienst funktionieren soll. Das schränkt die Wahl dann schon stark ein: Moderner Spiele-PC oder Xbox 360 mit HDTV. Und da wird es nun richtig schwierig. Beide Lager haben Vor- und Nachteile und für beide Lager gibt es exklusive Titel, auf die ich nur ungern verzichten würde.

Die Xbox360 ist mittler Weile preislich recht attraktiv geworden und verfügt über ein starkes Software-Lineup in allen Genres. Der Onlinedienst Xbox Live kann man ohne zu übertreiben als perfekt bezeichnen. Das lässt sich Microsoft aber auch mit einer monatlichen Gebühr bezahlen. Der große Vorteil der Xbox 360 ist auf jeden Fall, dass man entspannt auf dem Sofa zocken kann, also so richtig gemütlich. Es gibt keine Fummelei mit der Hardware oder irgendwelchen Treibern. DVD einlegen, Spiel starten und Spaß haben. Getrübt wird das alles höchstens durch die recht hohe Ausfallquote der Hardware, weswegen ja die Garantie der Geräte auf drei Jahre erhöht wurde. Ein HDTV-Gerät ist auf jeden Fall Pflicht. Ich hatte eine 360 hier und selbst an meinem großen Röhrengerät war das kein optisches Vergnügen. Preislich liegt das Paket also in der gleichen Region wie ein moderner Spiele-PC. Die Spielepreise sind hingegen deutlich höher. Exklusivtitel, die mir wichtig wären sind Mass Effect, Halo 3, Rock Band und GTA IV.

Der moderne Spiele-PC hat ein noch größeres Spiele-Angebot und kann als Alibi natürlich auch gerne für ernste Anwendungen gebraucht werden. Aber da kommen wir auch zum entscheidenden Nachteil, der mich eigentlich ins Mac-Lager getrieben hat. Ich mag einfach ungern mit Treiber rumspielen und ständig irgendwas installieren und konfigurieren. Allein bei der Vorstellung daran stellen sich mir die nicht vorhandenen Nackenhaare hoch. Dafür sollten die Spiele derzeit optisch nochmals über der Qualität der Xbox360-Spiele liegen. Da Missys Laptop bald auseinander fällt, wäre das insofern auch eine gute Lösung und auch Junior könnte einen Windows-Rechner zumindest zeitweise für eine Schulprogramme nutzen. Exklusivtitel, die für diese Plattform sprechen sind Crysis, Spore, Hellgate London und diverse Strategietitel. Dazu kommt, dass die von mir doch sehr geliebten First Person Shooter mit Maus und Tastatur deutlich besser zu steuern sind.

Ich stecke also in einem echten Dilemma und auch die Games Convention hat mir da keine Klarheit gebracht. Ich habe stattdessen nur noch mehr tolle Titel gesehen, die für die eine oder eben die andere Plattform sprechen. Ich denke, es wird noch ein bisschen dauern, bis eine Entscheidung gefallen ist.

Kampf der Giganten

Ich gebe zu, bei der Headline habe ich aus dramaturgischen Gründen etwas geschummelt. Eigentlich ging es via Xbox Live um das ewige Duell Sharbe vs. Olly oder um passende Analogien zu finden: David vs. Goliath, FC Wanne-Eickel vs. Bayern München oder Cheeta vs. King Kong. Seinen Bericht zum Fight findet ihr hier und ich muss gleich ergänzen: Alles erstunken und erlogen. Das einzige was an dem Artikel stimmt ist, dass die Niederlage für Sharbe empfindlich und vernichtend zugleich war. Wenn man genau liest, kann man das zwischen den Zeilen erkennen. Ansonsten übt sich Sharbe weiter in PR-Plattitüden und seine Gedanken zur Formkrise erinnern mich doch etwas an die Worte von George W Bush in Sachen Irak-Krieg (“Irgendwo sind da doch böse Waffen, trust me!”).

Also wird es nun Zeit für die wahren Begebenheiten, die sich am Sonntagabend des 30. April 2006 zutrugen. Wir starteten mit Top Spin 2. Vom Papier her bringen beide Parteien alle Zutaten für einen Top-Spieler mit. Sharbes unendliches Glück kann ich nur durch mentale Stärke, unbedingten Siegeswillen und unbändiges Durchsetzungsvermögen ausgleichen. Der erste Satz ging ohne Punktgewinn durch mich an Sharbe. Danach zeigte er aber aufgrund völlig unberechtigter Siegeshoffnungen die üblichen Schwächen im Abschluss. Satz 2 und 3 gingen ohne große Gegenwehr an mich. Spiel 2 nahm den gleichen Ausgang. Meine Taktik den Gegner zunächst durch einen klaren Satzgewinn in Sicherheit zu wiegen und anschließend zu demontieren ging voll auf. Wir wechselten zu den Damenmatches und hier war ich dank der exzessiven Stöhngeräusche von Miss Sharapova so abgelenkt, dass ich das erste Spiel höchst erregt abgeben musste. Den Ton musste ich leiser drehen, ich hatte Angst, dass meine Mitbewohner denken, ich würde hier einen Pornofilm schauen. In Match 4 war Sharbe dann völlig demoralisiert und vergab Punkt um Punkt nahezu ohne Gegenwehr. Ganz link übrigens auch hier seine ruchlosen Tricks. Bei eigenem Aufschlag fummelte er am Routerkabel, was ein Lag auslöste. Folge: Ich sah den Aufschlag und als nächstes den Ball an mir vorbeifliegen.

Die gute Laune war bei Sharbe am Boden, wo ich mich immer noch vor Lachen kullerte. Ich lud Sharbe auf eine Partie Project Gotham Racing 3 ein. Mit Rennspielen kann ich eigentlich nichts anfangen, das ständige Im-Kreis-Fahren unterfordert meine übermenschlichen geistigen Fähigkeiten und ich habe dann immer Angst, mein Kopf könnte dabei implodieren. Rennspiele sind hingegen Sharbes Lieblingsdisziplin, den Nürburgring kennt er besser als das heimische Ehebett. Aber was tut man nicht alles, um seinen Gegner aufzubauen und bei Laune zu halten? Wenn ich schon kein Know-How im Spiel habe, dann gleiche ich das eben durch meine überirdischen Reflexe und gottähnlichen Skills aus. Meine Taktik, die volle Breit der Fahrbahn zu nutzen ging nicht auf, verwirrte meinen Gegner aber immer mehr. Aber Sharbe wäre nicht Sharbe, wenn er nicht ein paar dreckige Tricks auf Lager hätte. Kaum lag ich in Führung drängte er mich auch brutal in die Leitplanke. Als fairer Spieler tue ich mich mit so etwas natürlich schwer, der völlig unverdiente Sieg in der Disziplin ging an Sharbe. Ich habe ja gottlob kein Problem damit zuzugeben, wenn jemand besser unfairer als ich ist.

So musste die Entscheidung, die für mich schon vorher feststand, bei Burnout Revenge fallen. Das ist auch ein Rennspiel, kommt aber dank der erhöhten Geschwindigkeit eher mir entgegen. Und hier musste Sharbe das hinnehmen, was der Franzose liebevoll Ownagé nennt. Konnte er die erste Strecke durch einen unglücklichen Zwischenfall noch gewinnen gab es danach außer meinem Gelächter nichts mehr zu ernten. Und er hat wirklich alles versucht. Durch die ständigen großen Buchstaben “Sharbe ist gecrasht” auf meinem Bildschirm versuchte er mir die Sicht auf die Strecke zu nehmen. “So nicht mein Bester” dachte ich mir und drückte ihn gekonnt gegen den nächsten Brückenpfeiler. Auch hier hatte Sharbe natürlich die passende Ausrede parat. Es soll ja Menschen geben, die gestorben sind, weil sie keine Ausreden mehr hatten. Das kann Sharbe nicht passieren. Bei der anschließenden Crashtour konnte Sharbe noch Ergebniskorrektur betreiben.

Halten wir fest, trotz völlig unfairer Spielweise durch meinen Gegner ist der Boden im Hause Sharbe wieder sauber. Denn mit seinem Arsch wurde selbiger gestern aufgewischt. Und das kann er nun auch gerne auf die späte Uhrzeit schieben. Sharbe, ich bin für ein Re-Match da. Du darfst dir auch gerne einen anderen Planeten als Austragungsort aussuchen, es wird nur nichts ändern. Denn der King heißt ja nicht umsonst King 🙂