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Besinnliche Weihnachtszeit

Ich freue mich dieses Jahr riesig auf Weihnachten. Weihnachten war lange Zeit für mich nur eine Ansammlung von ein paar freien Tagen, an denen leider die Geschäfte zu haben. Jetzt mit Frau und Kind ist das total anders. Ich vermute, es wird das letzte Jahr sein, wo Junior noch an den Weihnachtsmann glaubt und das möchte ich nochmal richtig genießen. Schon letztes Jahr kamen ihm ja erste Zweifel. Er vermutete, dass ein Nachbar die Geschenke vorbei bringt und nicht der Weihnachtsmann. Und so kam er letztes Jahr auf den ultimativen Test.

Er hörte, dass der Weihnachtsmann ja immer ein Glas Milch trinkt und ein paar Kekse mampft, um sich zu stärken. Bevor ich mich mit ihm also auf die Suche nach dem Weihnachtsmann nach draußen begab, stellt er eine Tasse Milch hin und legte Kekse parat. Als wir wieder zurück kamen und natürlich den Weihnachtsmann nicht gesehen hatte, waren die Geschenke da. An denen lief er jedoch vorbei und eilte zum von ihm vorbereiteten Mahl. Die Milch war weg, die Kekse gegessen. Ab da war für ihn ohne Zweifel bewiesen: Den Weihnachtsmann gibt es doch, wer soll denn sonst die Milch getrunken und die Kekse gegessen haben.

Wir werden es dieses Jahr sehr schön haben. Missy ist noch bis 15 Uhr arbeiten, ich jetzt soweit mit der Arbeit fertig. Also werden Junior und ich gleich aufräumen und dann den Baum schmücken. Danach kümmere ich mich um das große Weihnachtsessen. Ich breche mit der häuslichen Tradition, es wird keine Würstchen mit Kartoffelsalat geben. Eigene Familie – Zeit für eigene Rituale. Ausgewählt habe ich Ente a la Fräulein Jensen. Ich habe noch nie Geflügel im Ofen gegrillt, obwohl ich ja sehr gerne koche. Bin schon sehr gespannt, ob das so lecker wird, wie das Rezept aussieht. Morgen lassen wir uns dann von Missys Mutter verköstigen und am zweiten Weihnachtstag begrüßen wir dann meine Sippschaft zum Essen.

Weihnachten ist aber auch immer die Zeit, um besinnlich und nachdenklich zu werden. Gestern Abend habe ich mit Missy zusammen A beautiful Mind gesehen. Eine ergreifende Geschichte über den Mathematiker John Nash. Mir geht es immer sehr nahe zu sehen, wie seine Frau trotz seiner schweren psychischen Erkankung immer an seiner Seite steht und ihn unterstützt. Bei sowas muss ich selbst immer zurückdenken. Und dann sehe ich, wie viel Glück ich habe, dass ich mir heute überhaupt Gedanken darüber machen darf, was es als Festessen geben soll. Es ist ziemlich genau zehn Jahr her, als ich mehr oder weniger mit dem Leben abgeschlossen hatte: Morbus Crohn, Konglomerattumor, Chronische Niereninsuffizienz, Pneumonie, Psoasabszess und Ileozäkalresektion. Und insofern bin ich unendlich dankbar, dass ich diese letzten zehn Jahre erleben durfte.

Ich hab das damals als zweite Chance gesehen und ich bin einfach nur froh und glücklich, dass sich diese so für mich gestaltet. Denn so bin ich sowohl privat als auch beruflich im absoluten Gleichgewicht. Und das werde ich an diesen Tagen besonders genießen. Und daher möchte ich einfach mal Danke sagen, welche Macht auch immer dafür verantwortlich sein mag.