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Der Mann, der niemals lebte

Inhalt

Roger Ferris (DiCaprio) ist ein erfahrener Agent, der vor Ort die Aufträge annimmt und überlebt, an denen andere verzweifeln würden. Sein wichtigstes Gut: Seine Identität, denn davon hängt sein Leben ab. Er ist Erfüllungsgehilfe des gewieften CIA-Mannes Ed Hoffman (Crowe), der aus der sicheren Heimat geschickt die Fäden zieht. In der Terrorszene versucht sich gerade eine neue Leitfigur zu etablieren und Ferris wird darauf angesetzt, sich in die Organisation einzuschleusen. Einzige Hilfte verspricht ein Büdnis mit dem verschlagenen Chef des jordanischen Geheimdienstes. Sein Auftrag führt ihn quer um die Welt: Irak, Jordanien, Washington, Dubai. Und je näher er seinem Ziel kommt, desto gefährlicher wird das Spiel. Wem kann Ferris noch vertrauen?

Kritik

„Der Mann, der niemals lebte“ macht es einem nicht wirklich leicht, ihn zu mögen. Das liegt daran, dass der Film sich über weiter Strecken nicht entscheiden kann, ob er nun eher ein Action-Thriller oder eher ein politisches Drama sein möchte, das sich dann auch wieder nicht so recht entscheiden kann, welche Position es denn zu den Handlungen der Terroristen und die entsprechende Reaktion der USA einnehmen möchte. Zudem wird man sofort nach dem Intro direkt ins Geschehen geschubst, so ganz ohne sanfte Einleitung oder Einführung der Charaktere. Ganz wie im echten Leben.

Und dann kommen wir auch sofort zu den Stärken des Filmes. Man sieht ihm einfach die professionelle Handschrift eines Ridley Scott an. Handwerklich gibt es nichts zu meckern, die Art und Weise der Inszenierung ist knackig und gerade in den Action-Sequenzen geradezu atemlos. Leonardo DiCaprio spielt im Prinzip die gleiche Rolle wie in Blood Diamond, aber da gab es ja auch schon nichts zu meckern. Russell Crowe hat vor allem extrem zugelegt und mit seinen nun weißgrauen Haaren sieht er richtig alt aus. Das passt jedoch prima zu seiner Rolle als schlechter Familienvater, der selbst beim Spielen mit den Kindern voll in der Arbeit steckt und den grummeligen Rat gibt, ja bloß keine Kinder in diese Welt zu setzen.

Gerade die Szenen zwischen den beiden Hauptdarstellern haben es in sich. Auf der einen Seite Roger Ferris, der in beinahe jeder Minute sein Leben aufs Spiel setzt. Auf der anderen Seite der Vorgesetzte in der sicheren Heimat, der scheinbar ahnungslos kluge Ratschläge gibt. Man muss kein Prophet sein um zu erahnen, was aus dieser Zusammenstellung wohl werden wird. Während der daheim agierende Crowe ohne Skrupel über Leichen geht, hat DiCaprio vor Ort noch so etwas wie ein Gewissen. Eine weitere Quelle für zahlreiche Streitgespräche.

Zum „mit der Hand an den Kopf schlagen“ ist dann jedoch die Romanze zwischen Agent Ferris und seiner rehäugigen Krankenschwester. Wie so etwas bei dem eigentlich intelligenten Drehbuch durchschlüpfen könnte, wird mir ein Rätsel bleiben. Insgesamt jedoch ein guter Thriller, ein wenig in der Tradition von Spy Game, ohne jedoch ganz dessen Klasse zu erreichen.

Infos

Originaltitel: Body of Lies
Kinostart: 20. November 2008
FSK: ab 16 Jahren
Länge: 128 Minuten
Jahr: 2008
Genre: Action-Thriller
Regie: Ridley Scott
Buch: William Monahan (Drehbuch), David Ignatius (Roman)
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong
Rating:

★★★★★★★☆☆☆