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Robbie Williams – Rudebox

Robbie Williams

Wer meinen Last.FM-Account verfolgt wird gesehen haben, dass ich schon ein wenig das neue Robbie-Album Rudebox höre. Genauer genommen läuft gerade kaum etwas anderes bei mir. Ist es wirklich so gut? Es ist zumindest deutlich anders und das finde ich schon sehr erfreulich. Robbie wird mit diesem Album vielen treuen Fans vor den Kopf stoßen und auch das ist gut so. Robbie schwankte bisher zwischen Klammer-Blues-Schmachtfetzen wie Angels und den absoluten Kracher-Hymnen-Arme-in-die-Luft-Reißer wie Let Me Entertain You. Auf Rudebox findet sich davon – und das ist die gute Nachricht – gar nichts.

Beim ersten Anhören klingt Rudebox anders, geradezu fremdartig. Beim zweiten Anhören empfand ich es dann aber doch als grandios. Es ist meiner Meinung nach das erste Album, dass man von vorne bis hinten hören kann. Einzig die Single Rudebox und das recht aggressive Dickhead sind nicht so ganz mein Fall. Man hört es dem Album an, dass Robbie sich nicht mehr einzig auf Stephen Duffy wie noch bei Intensive Care verlassen hat. Viele Köche wirkten mit an Rudebox und hier ging die Rechnung auf. Meister-Remixer William Orbit gab sich ebenso die Ehre wie die Pop-Verliebten Pet Shop Boys.

Rudebox ist ein Kniefall vor anderen großen Künstlern. She’s Madonna ist ein dem unerreichbaren Weltstar gewidmeter Lovesong. The Actor erinnert in seiner Brefremdlichkeit ein wenig an Kraftwerk. Aber Robbie widmet auch sich selbst und seiner Vergangenheit einige Songs. The 80s und The 90s beschreiben seine lebhafte Karriere, Good Doctor die aktuellen Vorkommnisse rund um seine angeblichen Depressionen. Insgesamt eine gelungene Mischung vielleicht bis auf die unnötige Coverversion von Bongo Bong.
Ganz wie der große Weltstar Madonna schafft es auch Robbie sich ein Stück weit neu zu erfinden. Rudebox ist kein Meisterwerk, als gesamtes aber immer noch eine seiner besten und abwechslungsreichsten CDs.

Rudebox

Robbie Williams vs. Madonna

Robbie Williams vs. Madonna

Ich hatte es ja schon relativ frühzeitig voller Freude in die Welt geschrieen. Dieses Jahr waren innerhalb von nur vier Wochen sowohl Robbie Williams als auch Madonna fällig. Und da ich bisher noch nichts geschrieben habe darüber, wird es nun Mal Zeit. Vorab muss ich vielleicht noch sagen, dass ich bisher kaum Konzerte in meinem Leben besucht habe. Eigentlich komische, höre ich doch wirklich extrem viel Musik. Bisher kam ich aber wirklich nur zu einem Besuch eines Konzertes und das war Silbermond. Und dann ausgerechnet zwei der größten Pop-Stars so kurz hintereinander. Aber fangen wir vorne an.

Robbie Williams – Intensive Care Tour in Hamburg, Trabrennbahn

Karten für die „Intensive Care Tour“ von Robbie Williams hatte ich eigentlich für Berlin gebucht. Ursprünglich wollte ich nach Hamburg, aber dank dem Hausmeister nebst Frau konnte ich die Karten gegen zwei für die Trabrennbahn in Hamburg tauschen. Sehr schön, da mir das sowieso viel besser gefiel und ich so nun auch noch gute Begleitung hatte. Neben den beiden waren auch der Märchenonkel und die Erdbeerwelt dabei. Ich hatte Robbie noch nie live gesehen, kannte aber die DVD Live at Knebworth, bei der ich immer noch Gänsehaut bekomme und insofern war die Vorfreude gigantisch.

Als Vorgruppen waren Orson und Basement Jaxx zu hören. Während Orson mir lediglich ganz gut gefiel, machte Basement Jaxx schon deutlich mehr Spaß. Groovie Partymusik und teilweise eine wirklich tolle Show stimmten mich auf den Hauptakt ein. Aber egal wie gut die Stimmung auch war, richtig ab ging es dann erst als der „best Entertainer of the fucking world“ endlich die Bühne betracht. Und das im wahrsten Sinne mit einem Feuerwerk. Leider war es für die pyrotechnischen Effekte noch etwas zu hell, was sich dann später erfreulicher Weise änderte.

Robbie war trotz leichter Krankheit gut drauf und spielte wie gewohnt mit dem Publikum. Eigentlich ist es völlig egal ob der Mann sing, der könnte das Publikum auch zwei Stunden mit lustigen Geschichten unterhalten. Er nutzte noch ein wenig die WM-Stimmung im Land, grüßte auf Deutsch Klinsmann und Ballack und ließ Poldi skandieren. Genau so bekommt man eine Menge in den Griff und bekommt das Spektakel, das er irgendwie auch verdient hat. Die Songmischung stimmte, es waren die schönen Balladen ebenso dabei wie die energiegeladenen Nummern wie z.B. Let me entertain you. Und so war es dann auch irgendwie sehr schade, als dann alles vorbei war. Auch wenn mir die Füße wehtaten.

Weniger schön waren die Szenen am Ausgang. Da merkte man deutlich, dass die Trabrennbahn für so ein Großereignis einfach nicht der richtige Ort ist. Vor dem relativ schmalen Ausgang kam es zu heftigen Gedrängel, die Shuttle-Busse steckten in den Menschenmengen fest und die nächste S-Bahn-Station schien unter dem Ansturm der Massen fast auseinander zu platzen. Dass man fast drei Stunden für die Abreise braucht darf eigentlich nicht passieren. Lustig war es trotzdem. Danke auch an Diana, Gerrit und Freundin deren Namen ich leider vergessen habe. Zusammen mit denen war selbst diese Abreise ein Vergnügen.

Madonna – Confessions Tour in Hannover, AWD-Arena

Etwas mehr als einen Monat später wartet bei leider nicht so tollem Wetter die Queen of Pop in Hannover. Vorab trafen wir uns kurz mit dem Hausmeister nebst Frau, um noch einen kleinen Drink einzunehmen, bevor es in die AWD-Arena ging. Vorbands gab es in dem Sinne keine, DJ Paul Oakenfold legte auf, bis Madonna sich die Ehre gab. Etwa 40.000 Zuschauer warteten auf Madonna, während sich das Wetter eines Besseren besinnte und kein Regentropfen mehr ins Stadion fiel. Und ich war schon sehr gespannt.

Madonna ist einer der Künstler, die mich seit meiner Jugend begleiten. Ich habe ihren Wandel mal aufmerksam und mal nur nebenbei verfolgt. Es gab sehr viele Skandale, immer wieder gute Musik und irgendwie schaffte es diese Frau immer, sich neu zu erfinden und vor allem immer vorne mit dabei zu sein. Welcher Star kann das noch von sich behaupten über so einen langen Zeitraum? Und ich war so gespannt auf dieses Konzert, insbesondere da im Vorfeld so viel über den Kreuz-Skandal diskutiert wurde.

Und um Punkt 21 Uhr war es dann soweit. Eine große Discokugel wurde auf die Bühne runter gelassen und Madonna betrat mit einem gigantischen Paukenschlag die Bühne. Was folgte war eine von vorne bis hinten perfekte durchgestylte Veranstaltung mit einem tollen Musik-Mix. Die Bühne mit der runden Leinwand war der Hammer, coole Videoclips unterlegten die Musik. Highlight waren sicher die Tänzer, die mit ihrem Stil die Massen begeisterten. Und irgendwie muss man vor Madonna den Hut ziehen. In den ziemlich genau zwei Stunden wechselte sie insgesamt sieben Mal ihr Outfit. Die Musik ging von langsam und ruhig über Heavy-Metal-Einlagen bis hin zur 70er Jahre Dicso.

Schade war nur, dass die Klassiker nicht in der Originalversion gespielt wurden sondern in aufgepeppten Versionen. Außerdem fehlten Welthits wie Like a Prayer, das meiner Meinung nach auf so einem Konzert einfach nicht fehlen durfte. Und Madonna selbst? Man merkt ihr keiner Sekunde an, dass sie vor kurzem erst 48 Jahre alt wurde. Voller Energie und perfekt durchtrainiert tobte sie zwei Stunden lang über die Bühne, provozierte und gab einfach alles. Und was war nun mit dem riesigen Skandal? Meiner Meinung nach viel Lärm um nichts. Sie machte dabei auf 12 Millionen mit Aids infizierte Kinder in Afrika aufmerksam. Muss man dafür so eine Szene nachstellen und absichtlich provozieren? Sicher nicht. Hat es ihr PR-technisch geholfen? Auf jeden Fall. Clever, junge Frau.

Und so schnell wie sie gekommen war, war sie dann auch wieder verschwunden. Eine Zugabe verbietet sich offenbar bei einer so durchgestylten Vorstellung. Gelohnt hat es sich aber definitiv. Auch wenn die Preise jenseits von Gut und Böse lagen.

Und wer ist nun besser?

Für mich persönlich ist das Robbie. Er ist einfach der deutlich bessere Entertainer und auch eher für ein Live-Erlebnis zu haben. Er versteht es einfach die Massen mit Gesten und Sprüchen zu begeistern, die Musik tut ihr übriges. Madonna ist einfach eine gigantische Show. Ihre Musik war definitiv tanzbarer, aber insgesamt war die Veranstaltung deutlich steriler. Auftreten, Programm runterspulen, abhauen. Das ist bei Robbie sicherlich nicht anders, aber es kommt einem nicht so krass vor.