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Umzug 2007: Ein erster Rückblick

Es ist jetzt ziemlich genau ein Monat her, seit wir die neue Wohnung bezogen haben und es sieht teilweise immer noch aus, als wäre man noch mitten im Umzug. Das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber von der endgültigen Wohnsituation sind wir doch noch ein Stück entfernt. Kartons stapeln sich immer noch, Werkzeug liegt überall herum und die letzte Lampe muss auch noch angebracht werden. Ich habe viele Dinge gelernt bei der ganzen Umzugs- und Renovierungsaktion. Die oft nachgesagten linken Hände sind gar nicht so links, man muss es nur mal versuchen und sich selbst etwas zutrauen. Bis zu dieser Aktion hatte ich noch nie eine Stichsäge in der Hand, geschweige denn eine Kreissäge. Und nun? Kein Problem, einfacher als gedacht.

Inzwischen machte sich auch bemerkbar, dass vieles auf der Strecke geblieben ist, inklusive der eigenen Gesundheit und Psyche. Die Nerven lagen teilweise blank, das Schlafdefizit nahm ungeahnte Ausmaße an. Von Muskelkater und blauen Flecken will ich gar nicht erst anfangen. Die ganzen Annehmlichkeiten wie Freunde treffen, Kino, Essen gehen usw. wurden auf ein Minimum reduziert, das zerrt schon intensiv am Nervenkostüm und nervt extrem. Aber es ist so schön zu sehen, wie alles langsam aber sicher besser, wieder normaler wird. So langsam kehrt der Alltag wieder ein, gewohnte und geliebte Rituale können wieder aufgenommen werden.

Besonders schön ist es natürlich, dass die Aktion sich für alle Beteiligten als die Richtige erweist. Am besten kam Junior mit der neuen Situation klar. Keine Probleme in der Schule, sofort Anschluss gefunden, neue Freunde in der direkten Umgebung. Er liebt das Abenteuer hier auf dem abgelegenen Land. Frösche fangen, Hütten im Wald bauen, Picknick mit Freunden. All das, was ich als Kind auch sehr gerne hier gemacht habe. Ich bin mir sicher, wenn die Missy jetzt noch einen anderen, anständigen Job findet, dann strahlen wir hier um die Wette.

Und nein, eine Einweihungsfeier wurde nicht vergessen, das kommt noch. Und noch ein wenig Statistik:

  • 90 Kartons
  • 110 m2 Laminat
  • 80 m verlegtes Lan-Kabel
  • 50 Fußleisten
  • 8 große Rollen Rauhfaser
  • 7 Eimer Wandfarbe
  • 150 verfütterte Brötchen
  • 1 Mal alles gefrustet in die Ecke geworfen
  • 1000 Küsse
  • 2 „wirklich letzte Essen“ bei unserem Lieblings-Chinesen im alten Wohnort
  • unzählige „Ich hab keinen Bock mehr“

Und nochmal ein dickes Danke an alle Supporter, ihr ward großartig.

Umzug 2007: Zwischenfazit

Kurz vor der bereits dritten Nacht in der neuen Wohnung wird es Zeit für einen kleinen Rückblick. Erst jetzt sind Kopf und Körper wieder fit für ein paar zusammenfassende Worte. Der Umzug gestaltete sich deutlich schwieriger als geplant. Kein Wunder, wenn drei wichtige Eckpfeiler der Aktion kurz vor und noch während des Umzuges sehr heftig von einem Magen-Darm-Virus befallen werden, den Junior aus der Schule angeschleppt hat. Ich hätte nicht gedacht, dass einen dies in Verbindung mit der körperlichen Anstrengung so aus der Bahn werfen kann. Als Junior ein Tag deswegen krank war, dachte ich noch, dass das letzte Mal bei mir ja schon eine halbe Ewigkei her sei. Und schon einen Tag später umarmte ich selbst die Kloschüssel.

Der Umzug lief chaotischer ab, als ich in meinen schlimmsten Träumen befürchtet hätte. Das Kinderbett ist da, die dazu passenden Schrauben natürlich nicht usw. Wenn wir nicht so zuverlässige Helfer gehabt hätten, dann würden wir noch jetzt in einem riesigen Haufen Kisten sitzen. An dieser Stelle nochmal ganz dicken Dank, ihr ward großartig. Es hat sich gelohnt, so langsam lichten sich hier die Reihen. In der Küche liegen die verfugten Fliesen, wir können also dort weitermachen. Im Wohnzimmer sieht es auch soweit gut aus, das für Junior gerade in so einer Situation wichtige TV-Programm läuft auch wieder. So ganz, ganz langsam schleicht sich ein Gefühl von Wohnlichkeit ein und man ahnt, wo das alles mal enden wird. Es wird langsam gemütlich.

Das erste Frühstück ist gegessen, die erste Nacht im neuen Bett geschlafen. Das erste Vollbad war so ungeheuer entspannend und selbst die zunächst mehr als schüchternen Katzen starten neugierig ihre Entdeckungstouren. Die nächsten Tage werden nochmal richtig stressig, aber wir wissen inzwischen ganz genau, warum wir das hier alles machen. Fotos folgen noch.

Umzug 2007: Telefon ist da

Eben gerade Anruf aus der Heimat bekommen. Der Telekomiker war da, Telefon sollte jetzt funktionieren, wenn denn eins an der Leitung hängen würde. Da aber sowieso niemand die Nummer hat, kann da gerade so oder so nichts passieren. An alle Bekannten, Verwandten, Groupies, Stalker und Verhältnisse: Neue Telefonnummer in Kürze.

Umzug 2007: Bodenbelag

Laminat. Es sollte Laminat sein für die neue Wohnung. In elendig langen Diskussionen konnte ich Missy davon überzeugen, dass weißes Laminat sicherlich chick sein kann, bei drei Katzen aber nicht wirklich Sinn macht. So konnten wir in der Bodenbelagfrage Einigung erzielen und haben am Wochenende einen stattlichen Betrag für eine Tonne Laminat gelassen. Als wäre das Zahlen an der Kasse nicht schon Bürde genug, mussten wir auf den Weg dorthin schon reichlich Spott über uns ergehen lassen. Zitat „Hey, sieht nach einem arbeitsreichen Wochenende aus“. Ich muss nicht erwähnen, dass der ganze Kram auch noch verladen und später wieder in die Wohnung geschafft werden muss.

Eigentlich ist das Verlegen von Laminat gar nicht so schwer. Nun muss der geneigte Leser jedoch wissen, dass ich handwerklich alles andere als stark gesegnet bin. Mein Vater ist Vollblut-Handwerker. Als Kind bzw. Jugendlicher hatte ich dazu keine Ader, zu dem wurde es mir mit den Worten „Lass das mal lieber mich machen“ immer abgenommen. Nun bekam ich zum Verlegen im Wohnzimmer jemanen an die Seite gestellt, von dem ich dachte, er wäre so etwas wie Bob der Baumeister. Eben ein Mann mit Erfahrung auf dem Gebiet. Als zweite Bahn verlegt wurde, kam mir gleich etwas komisch vor. Das Muster im Laden lag bündig. Da stand nichts über, es gab keine Kanten an denen man hängen bleiben konnte. Im Wohnzimmer sah das nun aber ganz anders aus. Ich wurde misstrauisch.

Auf meine vorsichtige Frage, ob die einzelnen Bretter nicht falsch rum liegen würden, wurde ich entsprechend korrigiert. Das wäre schon so richtig. Wenn man selbst Laie ist, dann erhebt man nicht seine Stimme gegenüber Bob dem Baumeister. Und so glaubte ich den Ausführungen, dass sowohl die Wände als auch die Bretter schief und aus dem Winkel seien. Außerdem würde sich das schon hinziehen. Fünf Bahnen später fehlte mir jeglicher Glaube. Mit dem Kommentar „Das muss nun drei Monate liegen, dann sieht man nichts mehr“ beendet Bob der Baumeister sein Tagwerk. Ich probierte selbst nochmal aus und siehe da, es lagen tatsächlich alle Bretter falsch rum. Daher war zwischen den einzelnen Reihen ein merklicher Übergang.

Noch am Samstagabend nahm ich alle Bretter wieder hoch. Am Sonntag übernahmen Missy und ich als dynamisches Duo die Verlegung des Laminats. Und siehe da, es wird gut. Übrigens eine spaßig Arbeit, da man sehr schön sieht, wie es weitergeht. Ich bin zuversichtlich, dass am kommenden Wochenende alle Zimmer verlegt sind. Zumindest die, die im Moment begehbar sind. Die Küche wird ja noch gefliest, das Büro beheimatet im Moment die Küchenmöbel und muss später renoviert werden. Aber so bleiben ja immer noch gut 110-120 m2 zu verlegendes Laminat.

Laminat für Wohnzimmer, „Kleiderkammer“, Schlafzimmer, Flur, Büro:

Antikeffekt

Laminat für Junior:

Ahorn