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Compliance

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Meine letzte Filmkritik hier ist, ich musste gerade nachsehen, schon gut vier Jahre her. Ich wusste nicht mal mehr, wie die Kritiken hier zuletzt aufgebaut waren. Eine Kritik zu „The Hobbit“ kann ich mir im Normalfall ja auch sparen, wenn ich ihn, wie die meisten, ohnehin gut finde. Interessant sind da ja eher gegensätzliche Meinungen zur Allgemeinheit oder Empfehlungen für kleine Filme, die sonst gerne mal übersehen werden.

Compliance ist einer dieser Filme. „Beruht auf einer wahren Begebenheit“ ist inzwischen ja eher ein Grund, einen Film nicht zu schauen. Hier sollte der geneigte Filmfreund jedoch eine Ausnahme machen. Sandra, Leiterin eines fiktiven Fast-Food-Restaurants, steht enorm unter Druck. Eine Lieferung Bacon ist nicht rechtzeitig angekommen, die Mitarbeiter müssen entsprechend instruiert werden. Die junge Becky bringt Sandra ohnehin mit ihrer jugendlichen Einstellung zur Weißglut. Ihre Jugend und Schönheit erinnern Sandra an ihr vergleichsweise langweiliges Leben in der Midlife-Crisis. Mitten in diesem Trubel erhält Sandra einen Anruf von einem Polizisten. Dieser beschuldigt Becky, eine Kundin bestohlen zu haben. Becky streitet alles ab. Der Polizist, der gerade unabkömmlich ist, stellt die beiden Frauen vor die Wahl: Becky wird entweder verhaftet und bis zur Klärung über Nacht in der Zelle bleiben oder Chefin Sandra nimmt eine Leibesvisitation vor.

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Nothing but the truth

nothingSeit ich meinen Kino-Konsum von zwei bis drei Mal die Woche auf ein absolutes Minimum konzentriert habe, konzentriere ich mich wieder mehr auf Perlen auf DVD- und blu-ray. Immer wieder entdecke ich dort ein paar echte Highlights, die entweder gar nicht oder erst sehr viel später ins Kino kommen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist „Nothing but the truth“ aus dem Jahre 2008. Der Film ist inzwischen in den USA auf DVD raus, für Deutschland ist wohl noch ein Kinostart für 2009 geplant, eventuell.

Der Film wurde inspiriert vom Fall der für die New York Times arbeitenden Journalistin Judith Miller, die 85 Tage in Beugehaft gesessen hat, weil sie ihre Quelle im Rahmen der Plame-Affäre nicht öffentlich machen wollte. In dieser Affäre wurde die Geheimdiensttätigkeit einer amerikanischen Diplomatenfrau im Umfeld des Irak-Krieges öffentlich gemacht. In den USA stellt der Verrat einer solchen Geheimdienst-Tätigkeit ein schweres Verbrechen dar, das nach Ansicht der Politik über der Pressefreiheit zu stehen hat.

Wer jetzt jedoch ein politisches Katz-und-Maus-Spiel erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Die ganze Rahmenhandlung um eine Journalistin, die ihren Informanten schützen will, ist die Grundlage für ein emotionales Drama über die beteiligten Personen. In der Hauptrolle sehen wir Kate Beckinsale als Reporterin Rachel Armstrong. Es handelt sich dabei um die gleiche Kate Beckinsale, die sich in hautengen Hosen sexy durch die Underworld-Kulissen bewegt oder mit schmachtendem Blick in Pearl Harbor hinter Ben Affleck her schaut.

Im Film deckt sie (und hier haben wir die Parallele zur Plame-Affäre) die Identität einer geheimen CIA-Agentin auf. Der ehrgeizige Staatsanwaltschaft DuBois (Matt Dillon) wird eingesetzt um herauszufinden, wer diese geheimen Informationen illegaler Weise weitergegeben hat. Rachel Armstrong verweigert die Herausgabe dieser Information, um ihre Quelle und allgemein journalistische Prinzipien zu schützen. Um Druck auszuüben landet Rachel in Beugehaft.

Danach geht es um die Fragen, ob sie die Quelle preisgeben wird, ob sie von anderen (u.a. ihrem Arbeitgeber) unterstützt wird und wie lange sie dies alles aushalten kann, da sie sowohl von Ehemann als auch Kleinkind getrennt ist. Ich fand es extrem ergreifend, wie diese Frau im Film alles opfert, nur um ihren Prinzipien treu zu bleiben und sich für das einzusetzen, an was sie glaubt. Dass später noch ein weiterer Grund für ihr Handeln offenbart wird, macht das Ganze dann noch plausibler.

Ihr Engagement mag zunächst verständlich und normal erscheinen, spätestens jedoch als die Ehe und die Beziehung zum Sohn auf dem Spiel stehen, tut es richtig weh, dem Treiben noch weiter zuzusehen. Rachel steht dann vermeintlich als Karrierefrau da, die ihren Job über ihre Familie stellt. Ihr gegenüber steht ein Staatsanwalt, den man nur zu leicht als Feind ausmacht. Objektiv gesehen, macht er jedoch nur seinen Job.

Im weiteren Verlauf möchte man am liebsten laut „Halt!“ schreien, so eindringlich spielt Beckinsale eine am Ende fast zerbrochene Frau. Die Begegnungen mit ihrem Mann, die am Anfang noch voller Liebe und Vertrauen stecken, sind am Ende nur noch distanzierte Pflicht. Die Treffen mit dem inzwischen völlig verfremdeten Sohn gehen extrem unter die Haut. Beckinsales Performance ist absolut überzeugend, etwas, dass ich ihr so gar nicht zugetraut hätte. Sie wirkt auf der einen Seite überzeugt und zielstrebig auf der anderen Seite jedoch auch zweifelnd und verletzlich. In den Nebenrollen überzeugen Matt Dillon als Staatsanwalt, Angela Bassett als Herausgeberin, David „Friends“ Schwimmer als Ehemann, Vera Farmiga als aufgeflogene CIA-Agentin Erica Van Doren und ganz besonders Alan Alda als Washingtoner Star-Anwalt. Gerade letzterer macht eine gute Entwicklung im Film durch vom arroganten Wichtigtuer zum verständnisvollen Vertrauensmann.

Das Script zu Nothing but the truth stammt aus der Feder von Rod Lurie, der unter anderem die leider zu unrecht gefloppte TV-Serie Command in Chief zu verantworten hat. Ihm ist es gelungen eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Dazu kommt ein tolles Ende, das sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, meiner Meinung nach aber wirklich optimal für diesen Film ist. Mir ist völlig unverständlich, warum dieser Film nicht erfolgreich im Kino lief, denn ein Dasein als „Direct to DVD“-Vermarktung hat er wirklich nicht verdient.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Star Trek

startrekStar Trek war für mich immer so etwas wie eine gute Freundin. Sex hatte ich lieber mit der rassigen Star Wars. Ich fand dort die Charaktere cooler, die Action fesselnder und insgesamt war mir Star Trek immer zu brav, eben zu „gutmenschlich“. Aber wie so viele habe ich in meiner Kindheit unter dem vor allem quantitativ schlechtem TV-Programm gelitten. Da gehörte die klassische Star-Trek-Serie schon zu den absoluten Highlights, natürlich neben den mit Bügeleisen steuernden Raumfahrern in „Raumschiff: Orion“. Danach war es lange ruhig, die Filme habe ich alle irgendwann gesehen, aber richtig gut fand ich nur den sechsten, „The Final Frontier“.

Einige Jahre gingen ins Land und ich traf einen alten Freund wieder, glühender Trekkie. Zu der Zeit lief die nächste Generation mit Captain Picard und Co. Er hatte natürlich alle Folgen auf VHS aufgezeichnet, Original-Autogramme und einige Uniformen. Da kam es natürlich zum unweigerlichen Streitgespräch, welches Franchise denn nun das bessere wäre. Ich ließ mich breitschlagen und wollte mir TNG zumindest mal ansehen. Die ersten Folgen waren noch extrem hölzern, doch dann packte mich die Serie. Ich mochte die Geschichten um Data, den charismatischen Captain, alle Folgen im Holodeck und ein paar der Doppelfolgen hatten wirklich Kino-Qualität. Den Film „Generations“ fand ich nett, den „ersten Kontakt“ wirklich super. Parallel schaute ich begeistert „Deep Space Nine“. Voyager habe ich probiert, kam damit aber nicht klar und das war der Anfang vom Ende.

Den Niedergang setzte der Kinofilm „Der Aufstand“ vor und ich wandte mich vom Franchise ab. Ich verfolgte noch aus sicherer Entfernung das Ende von Enterprise, von de ich keine Folge gesehen habe. Und dann ruhte das Star-Trek-Universum und ich hatte das Gefühl, dass dies auch besser so wäre. Als ich dann irgendwann hörte, dass ein neuer Kinofilm produziert werden sollte, hatte dies so einen Beigeschmack der Leichenfledderei. Doch dann las ich, dass J.J. Abrams Star Trek wieder mit Leben füllen sollte. Und da war mir klar, dass das Ganze klappen wird. Wenn jemand Charaktere zeichnen kann und so einen Reboot hinbekommen kann, dann Abrams. Das hat er schon bei LOST (Charaktere) und Mission Impossible (Reboot) gezeigt.

Mit Star Trek hat sich Abrams eine extrem schwere Aufgabe eingehandelt. Neben dem Erfolgsdruck aufgrund des großen Produktionsbudgets gab es da natürlich eine riesige Fan-Community, die auf ein Serien-Wissen basierend auf hunderten Folgen und noch mehr Büchern zurückgreifen kann. Um unnötige „Unlogik“-Diskussionen schon im Vorfeld zu vermeiden, ließ sich Abrams einen ziemlich cleveren Trick einfallen, der auch für weitere Filme eine gewisse Offenheit für Neues ermöglicht. Auch wenn sich einige Fans daran stören mögen: Ich halte es für die einzig sinnige Option, um diesem Universum neue Impulse geben zu können.

Bei den Castings haben Abrams Leute einen grandiosen Job gemacht. Sämtliche Schauspieler passen perfekt in ihre Rollen, vor allem Zachary Quinto als Spock und Karl Urban als Doc McCoy. Der große Reiz ist bei dem Film ja, in den frühen Jahren der Figuren mitzubekommen, wie diese zusammenfinden. Das wurde in den späteren Folgen ja immer mal angeschnitten, aber nie wirklich ausgebreitet oder gar in irgendwelchen Rückblenden gezeigt. In den späteren Serien und Filmen haben die Figuren alle ihre Ecken und Kanten, in den jungen Jahren der Charaktere sind diese noch viel stärker ausgeprägt. Völlig verständlich, wird man doch im Alter eher ruhiger. So ist Kirk natürlich der Draufgänger, der keiner Schlägerei aus dem Weg geht und Spock ist hin und her gerissen zwischen den emotionalen Wurzeln seiner menschlichen Mutter und der durch Logik geprägten Welt seines vulkanischen Vaters.

Star Trek ist ein Action geladener SciFi-Film, der ein enormes Tempo an den Tag legt. Er beginnt mit einer fulminanten Action-Sequenz und tritt dabei voll aufs Gas und hält dann dieses Tempo bis zum Abspann, der jedem Trekkie vermutlich die Tränen in die Augen treibt. Natürlich hat der Film mehr Action als alle seine Vorgänger und orieniert sich da schon eher ein wenig bei Star Wars, meiner Meinung nach tut das Serie aber nur gut. Optisch hat alles natürlich ein kleines Facelift bekommen. Die Uniformen sind schnittiger, das Schiff samt Brücke wirkt sehr modern, ohne aber seine Herkunft zu verleugnen. Die Enterprise ist natürlich noch als solche zu erkennen.

Ein bisschen zu meckern habe ich natürlich auch. Der Bösewicht in Form vom charismatischen Eric Bana agiert nachvollziehbar, aber dieses Szenario gab es für meinen Geschmack einfach schon eine Spur zu oft. Dazu kommt, dass es mir mit dem Einsatz von Lens-Flare-Effekten deutlich übertrieben wurde. Das kennt man so nur von Michael Bay und selbst der würde sich nicht trauen das so oft einzusetzen. Abseits davon sind die Spezialeffekte natürlich über jeden Zweifel erhaben. Gerade die Raumschlachten sind für mich schon jetzt das Highlight des Filmjahres. Insofern hoffe ich, dass wir nicht allzu lange auf Nachschub warten müssen.

Star Trek ist ein extrem unterhaltender Popcorn-Streifen, ein großartiger Actionfilm und einer gehörigen Portion Humor.

Rating:

★★★★★★★★★☆

Gran Torino

gtImmer wenn ich wieder irgendwo einen Fragebogen ausfüllen muss, stoße ich früher oder später auf die Frage nach dem Lieblings-Regisseur und für gewöhnlich fällt mir da einer immer sofort ein: Clint Eastwood. Zu Eastwood-Filmen hege ich eine lange andauernde Sympathie, die ihren Höhepunkt in Million Dollar Baby fand, bis heute einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Natürlich war ich voller Vorfreude, als ich den ersten Trailer zu Gran Torino sah. Irgendwie konnte ich schon da nicht glauben, dass Clint wieder an seine alten Dirty-Harry-Erfolge anknüpfen wollte. Insofern erwartete ich da schon eine gewisse Überraschung.

Zunächst war ich sehr geschockt. Clint spielt den griesgrämigen Ruheständler Walt Kowalski, der frisch zum Witwer wurde und sich sowohl von seiner nervenden Familie als auch generell dem Rest um ihn herum entfernt hat. Zu seinem täglichen Lebensinhalt gehört es, sich über die Änderungen in der unmittelbaren Nachbarschaft aufzuregen, die überwiegend fremde Immigranten bewohnen. Clint spielt diesen alten Mistsack, der sich einfach über alles aufregen kann, so überzeugend, dass er sofort all meine Antipathie beansprucht. Die Dialoge stecken voller Gemeinheiten, die perfekt zu so einem verbohrten Dickschädel passen. Stellvertretend sei nur an die Diskussion zwischen Walt und dem Frisör erinnert: „Ten bucks? Jesus Christ, Marty. What are you, half Jew or somethin‘? You keep raising the damn prices all the time.“ – „It’s been ten bucks for the last five years, you hard-nosed Polak son of a bitch.“

Eastwood-Filme leben zu einem großen Teil von toll gezeichneten Charakteren und deren Entwicklung im Verlauf der Geschichten in denen sie spielen. Und wie in Million Dollar Baby tritt auch hier jemand in sein Leben und stellt es damit langsam aber sicher auf den Kopf. In Gran Torino ist es einer von den „schlitzäugigen Buschratten“, wie Walt seine Nachbarn aus Fernost so gerne beschimpft. Der junge Sohn Tao versucht Walts perfekt in Schuss gehalten 72er Gran Torino zu stehlen, um Mitglied einer Gang zu werden. Natürlich erwischt Walt ihn bei dem Versuch. Um dies wieder gut zu machen, muss sich Tao auf Druck der Familie in den Dienst von Walt stellen bis die Schuld beglichen ist.

Und dann beginnt ein schleichende Prozess in Walt, der diesen verbitterten, alten Sack doch tatsächlich zum Menscheln bringt. Das ist zutiefst rührend und glaubhaft. Er erkennt, dass die Nachbarn von Grund auf gute Menschen sind und nichts mit seinen Vorurtelen und Vorbehalten zu tun haben. Er erkennt, dass Tao zu mehr berufen ist als sein Dasein in einer Gang halbstarker Idioten zu tristen. Insofern übernimmt er die Verantwortung Tao wichtige Tugenden und Inhalte fürs Leben zu vermitteln. Nicht mit erhobenen Zeigefinger oder mit der übergroßen Moralkeule, sondern eben so, wie das so ein Mensch tun würde.

Ein bisschen darf Clint dann aber doch den Dirty Harry spielen, nämlich bei den Konfrontationen mit der Gang. Denen erklärt er schon mal eindrucksvoll, dass es Menschen gibt mit denen man sich besser nicht anlegt. Eben jemand wie er selbst. Und hier schiebt einen der Film ein wenig in die falsche Richtung und kommt am Ende dann mit einer kleinen, aber absolut passenden Überraschung daher. Und seien wir doch mal ehrlich: Wer will denn wirklich einen 77jährigen Clint Eastwood sehen, der 20jährige Rapper in Baggy-Pants vermöbelt?

Ich kenne keinen Schauspieler, der besser einen eiskalten, verbitterten Menschen spielen kann, der langsam Wärme in sein Herz bekommt. Und ich kenne keinen Regisseur, der so eine Geschichte besser erzählen könnte als eben genau dieser Clint Eastwood. Für den ganz großen Wurf fehlt mir ein wenig das Originelle, dazu habe ich solche oder ähnliche Geschichten schon zu oft gesehen, wenn auch nicht in dieser Qualität. Dazu kommt, dass Gran Torino sich sehr viel Zeit für seine Geschichte lässt. Gerade am Anfang für meinen Geschmack sogar schon etwas zu viel.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Watchmen

watchmen.jpgInhalt: Als der Superheld The Comedian tot aufgefunden wird, wittert der runtergekommene Rorschach ein Komplott, das zum Ziel hat, alle Superhelden zu töten. Rorschach versucht daraufhin, seine alten Weggefährten davon zu überzeugen, wieder das Cape überzustreifen und dem Ruhestand Adieu zu sagen. Je tiefer Rorsach gräbt, desto mehr unerfreuliches findet er heraus. Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel und es liegt wieder mal in den Händen der Watchmen.

Kritik: Die Graphic Novel Watchmen von Alan Moore gilt als einer der einflussreichsten der Comic-Literatur. Alan Moore ist kein Freud von Hollywood und hält sein Werk noch heute für unverfilmbar und ließ sich daher vorsorglich aus den Credits streichen. Er war schon mit den Verfilmungen zu Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen und From Hell alles andere als zufrieden.

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