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Das Vermächtnis des geheimen Buches (National Treasure: Book of Secrets)

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Inhalt:

Nach dem Fund des Schatzes der Tempelritter ist die Gruppe um Ben Gates berühmt geworden. Doch die Beziehung zwischen Ben und Abigail ist kurz vor dem Ende. Der Geschäftsmann Mitch Wilkinson hat einen Beweis gefunden, der Bens Ur-Ur-Großvater bezichtigt, am Attentat auf US-Präsident Abraham Lincoln beteiligt gewesen zu sein. Aufklärung könnte das geheime Buch der Präsidenten liefern, doch dafür muss Ben schon den Präsidenten entführen.

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Next

Next

Inhalt:

Cris Johnson hat eine Gabe, er kann zwei Minuten in die Zukunft sehen und sie dadurch verändern. Er behält diese Gabe jedoch geheim und nutzt sie zu seinem Vorteil. Er lebt in Las Vegas von kleinen Glücksspielgewinnen und arbeitet als Zauberkünstler. Ein angekündigter Terroranschlag mit einer Atombombe bringt das FBI auf die Spur von Cris. Er soll ihnen mit seiner Gabe helfen, die Täter vor der Tat zu überführen. Doch Cris will lieber mit seiner Traumfrau Kaffee trinken.

Kritik:

Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen. Zumindest zeigt Nicolas Cage eindrucksvoll, wie man eine Hollywood-Karriere problemlos ruinieren kann. Nach Ghost Rider ist mit Next nun der Tiefpunkt erreicht. Next hat wirklich gar nichts, was einen guten Film ausmacht. Da kann man gerne in großen Lettern aufs Poster schreiben, dass die Story von Philip K. Dick ist, es macht den Film nicht besser.

Die eigentliche Idee mit dem in die Zukunft sehen, mag zwar noch ganz nett sein, ist aber hier stümperhaft umgesetzt. Minority Report hat das gefühlte zehn Klassen besser hinbekommen. Highlight des Films ist die oscarreife Darstellung von Jessica Biel, die versucht uns glaubhaft zu versichern, dass sie ein ernstes Interesse an der Filmfigur von Nicolas Cage hat. Das er das an ihr hat, glaube ich jedoch ohne Zweifel.

Warum sich die Hauptfigur so vehement wehrt, dem FBI zu helfen – immerhin ist auch sein eigenes Leben durch den Atomanschlag gefährdet – bleibt das Geheimnis der Macher, wie auch die Motivation der Terroristen, überhaupt einen Anschlag zu verüben. Einzig lichter Moment ist der Versuch von Nicolas Cage, auf verschiedenen Wegen das Herz von Jessica Biel zu erobern. Ganz nach dem Vorbild von „Täglich grüßt das Murmeltier“.

Ich möchte wirklich gerne wissen, was die Motivation für alle Beteiligten war, an diesem langweiligen Action-Thriller mitzuwirken. Nicht mal die Actionsequenzen können etwas von der lahmen Story ablenken. Totaler Reinfall.

Infos:

Originaltitel: Next
Herkunftsland/Jahr: USA, 2006
Länge: 96 Minuten
Kinostart: 19. Juli 2007
Regie: Lee Tamahori
Drehbuch: Gary Goldman, Jonathan Hensleigh
Darsteller: Nicolas Cage, Jessica Biel, Julianne Moore, Thomas Kretschmann, Peter Falk
Genre: Action
Für Freunde von: Cradle 2 the Grave, Terminator 3, Hollywood Homicide
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★☆☆☆☆☆☆

The Weather Man

The Weather Man

Mit mehr als einem halben Jahr Verspätung kommt The Weather Man nun doch noch in die deutschen Kinos. The Weather Man ist einer dieser Filme abseits aller Hollywood-Konvention und mutet eher wie ein Independent-Teilnehmer eines kleinen Festivals an. Dabei steckt ein dickes Studio und mit Nicolas Cage und Michael Caine großes Hollywood dahinter.

David Spritz (Nicolas Cage) ist der Wettermann bei einem kleinen TV-Sender in Chicago. Das ist kein leichter Job, wie David leidvoll jeden Tag erleben muss, die Leute mögen ihn zum Teil einfach nicht. Viel schlimmer läuft aber sein Privatleben. Er leidet noch immer unter der Trennung von seiner Frau Noreen (Hope Davis) und seine beiden Kinder bereiten ihm auch Sorgen. Tochter Shelly (Gemmenne de la Pena) ist stark übergewichtig und wird in der Schule gehänselt und Sohn Mike (Nicholas Hoult) muss sich mit einem zudringlichen Drogenberater befassen. Dazu kommt noch sein Vater, dem David es einfach nicht recht zu machen scheint. Vater Robert (Michael Caine) gewann den Pulitzer-Preis und ist schwer krank.

Der Film steckt voller schöner Momente

Man kann das Wetter ebenso wenig vorhersagen wie das Leben, das ist die zentrale Botschaft des Filmes. Eigentlich ist The Weather Man eine tragisch-komische Selbstfindungsgeschichte, wie man sie schon so oft gesehen hat. Seit American Beauty ist es meiner Meinung nach aber der ehrlichste Film zu diesem Thema. Der Film schafft es die ganze Zeit über zwischen schwerer Melancholie und bissigem Humor zu schwanken, ohne in die eine oder andere Richtung umzufallen. Dabei will David es doch irgendwie nur allen recht machen, scheitert dabei aber kläglich auf der ganzen Linie. Beispielhaft dafür ist die Szene, wo er Remoulade mitbringen soll und wir an seinen Gedanken teilhaben können. Wie er mit seinen Gedanken abschweift und er uns allen irgendwie so ähnlich ist.

Der Film steckt voller schöner Momente. Wenn David zum Beispiel seiner Tochter erklären will, warum sie in der Schule als Kamelhuf gehänselt wird, stellt man sich auf eine aberwitzige Erklärung von David ein. Der Film überrascht aber mit einer zutiefst rührenden Szene. Und genau diese Unberechenbarkeit faszinierte mich. Ich musste so oft so herzlich lachen, auf der anderen Seite gab es aber auch viel zum Nachdenken und auch sehr viele Momente, die einem sehr nahe gehen. Letztlich ergeht es David doch wie vielen anderen Menschen. Nach außen eine fröhliche Fassade, Karriereorientiertes Denken und privat ein emotionales Wrack voller Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen. Leider normal und nur allzu menschlich.

Nicolas Cage bringt diese Stimmung grandios rüber und ist so überzeugend wie lange nicht mehr. An seiner Seite zeigt Michael Caine wieder, warum er als überragender Charakter-Mimi gilt. Aber auch abseits der beiden großen Namen ist der Film hervorragend besetzt. Insbesondere die beiden Kinderdarsteller gefielen mir glänzend. Nicholas Hoult überzeugte ja schon in About a Boy. Das Drehbuch steckt voller spritziger Dialoge, tollen Charakteren und vielen kleinen Überraschungen. The Weather Man ist für mich eine der großen Überraschungen bisher, so gut hatte ich den Film nicht erwartet. Auch wenn er ein klein wenig an American Beauty erinnert ist er eigenständig genug. Unterhaltsam ist er sowieso.

Fazit: Brillante Tragik-Komödie mit exzellenter Besetzung und viel Witz.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Lord of War

Lord of War

Es gibt mehr als 550 Millionen Schusswaffen auf diesem Planeten. Jeder zwölfte Mensch besitzt eine Waffe. Die Frage lautet: Wie bewaffnet man die anderen elf? Wer mit dieser Art Zynismus nichts anfangen kann, sollte einen großen Bogen um Lord of War machen, einem der ersten Filme des neuen kritischen Hollywoods. Lord of War fühlt sich über weite Strecken an wie ein Michael-Moore-Film, nur mit dem Unterschied, dass der kleine dicke Mann mit Schirmmütze nie auftaucht.

Yuri Orlov (Nicolas Cage) lebt als Sohn einer ukrainischen Auswanderer-Familie in Little Odessa/New York. Als er genug vom Aushilfsjob im Restaurant der Eltern hat, beschließt er mit seinem Bruder Vitaly (Jared Leto) ins Waffengeschäft einzusteigen. Nach mehreren kleinen Deals erkennt Orlov, dass das große Geld nur bei richtigen Kriegen zu verdienen ist, nicht zwischen Banden sondern zwischen Nationen und Völkern. Vitaly zerbricht schnell an den Folgen des moralischen Zwiespaltes und endet im Drogensumpf. Yuris Stern strahlt jedoch heller als je zuvor. Geld, Erfolg und schlussendlich auch die Traumfrau in Form des Ex-Models Ava Fontaine (Bridget Moynahan). Die Behörden werden auf Yuri aufmerksam und besonders Interpol-Agent Jack Valentine (Ethan Hawke) trägt eine persönliche Fehde mit ihm aus, doch Yuri scheint immer den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Doch was zählt das letztlich in einer Welt ohne Moral?

Lord of War ist ein mutiger Film

Yuri ist ein begnadeter Verkäufer, der mit einem Handstreich alle moralischen Zweifel beiseite wischt. Denn wenn er sagt, dass halt jemand anders die Waffen verkaufen würde, wenn er es nicht macht ist zwar irgendwie pervers aber auch richtig. Er verkauft Waffen an jede Armee dieser Welt mit Ausnahme der Heilsarmee und Osama Bin Laden. Nicht etwa aus moralischen Gründen, sondern weil dessen Schecks nie gedeckt sind. Und so wird das Thema illegaler Waffenhandel nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern mit sehr viel Zynismus transportiert. Das Ganze geht etwas in die Richtung von Three Kings.

Dabei fühlt man sich dann doch immer etwas hin und her gerissen, denn man ist es nicht gewöhnt, dass ein so ernstes Thema so unterhaltsam präsentiert wird. Krieg als Entertainment? Wenn nach einem guten Deal einige Kindersoldaten mit den gerade gelieferten Waffen hingerichtet werden, dann kann Yuri das nur mit einem sich selbst beruhigenden “Das ist nicht unser Krieg” quittieren. Wie sehr Orlov in seinem Job aufgeht erkennt man, wenn er in Afrika beinahe erschossen wird und sein Leben einer Ladehemmung verdankt. Anstatt wegzulaufen entschuldigt er sich bei den Tätern und versichert, dass dies sonst nie passiert. Sein Leben ist nicht mehr gestützt von moralischen Vorstellungen sondern nur noch vom schnellen Profit und der möglichst großen Marge. Und selbst als seine Familie und sein ganzes Leben in Trümmern liegt denkt er nur an das nächste Geschäft.

Lord of War ist keine leichte Kost, kein Wunder bei Themen wie illegaler Waffenhandel, Völkermord und Kindersoldaten. Das alles kennt man zu Genüge aus dem täglichen Abendprogramm. Der Film regt letztlich aber auch dazu an, dass Ganze mal zu hinterfragen. Und so kann der Film dann trotz seiner ernsten und schweren Thematik sehr gut unterhalten. Die Besetzung kann man getrost als extrem gelungen bezeichnen. Nicolas Cage ist die Rolle des weltmännischen Waffenhändlers auf den Leib geschrieben und seine zynischen Kommentare aus dem Off sind sehr gut geschrieben. Besonders gut gefiel mit Ian Holm als einflussreicher Konkurrent von Orlov, der schön zurückhaltend spielt. Stark sind auch immer die Szenen, wo Ethan Hawke im Zwiespalt mit Nicolas Cage zu sehen sind.

Lord of War ist ein mutiger Film, der nur dank europäischer Geldgeber realisiert werden konnte. Voller Zynismus widmet er sich einem Tabuthema, dass aktueller nicht sein könnte. Und gerade am Schluss, wenn man glaubt, dass Orlov am Ende ist, dreht Regisseur Niccol noch mal ganz groß auf und stellt genau die richtigen Fragen. Fragen, die vielen nicht gefallen dürften.

Fazit: Ernste Themen in einem zynischen und unterhaltsamen Film verpackt, der zum Nachdenken anregt.

Rating:

★★★★★★★★☆☆