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Mrz
6

Oscar-Prognose 2010

By Olly  //  Weblog  //  No Comments

Im Normalfall mache ich bei keinen Aktionen mit, die irgendwie darauf abzielen, einen Link in meinem Blog unterzubringen. Beim Oscar-Gewinnspiel von Gutschein-Codes mache ich jedoch mal eine Ausnahme. Die Mail-Anfrage war freundlich und persönlich, zudem interessiert mich das Thema doch ein wenig. Interessant fand ich die Idee, dass bei den Oscar-Tipps selbst entschieden werden kann, was getippt wird. Für richtige Tipps gibt es Pluspunkte, für falsche Tipps entsprechend Minuspunkte. Hier also meine Tipps für die Sonntagnacht (ich werde die Oscars wohl mal wieder live verfolgen):

  • Best motion picture of the year – Bester Film: Avatar
  • Achievement in directing – Regie: Kathryn Bigelow – The Hurt Locker
  • Performance by an actress in a leading role – Hauptdarstellerin: Sandra Bullock – The Blind Side
  • Performance by an actor in a leading role – Hauptdarsteller: Jeff Bridges – Crazy Heart
  • Performance by an actress in a supporting role – Nebendarstellerin: Mo’Nique – Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire
  • Performance by an actor in a supporting role – Nebendarsteller: Christoph Waltz – Inglourious Basterds
  • Original screenplay – Originaldrehbuch: The Hurt Locker – Mark Boal
  • Adapted screenplay – Script nach Buchvorlage: Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire
  • Best animated feature film of the year – Trickfilm: Up
  • Best foreign language film of the year – Fremdsprachiger Film: The White Ribbon (Germany)
  • Best documentary feature – Dokumentarfilm: The Cove
  • Achievement in art direction – Ausstattung: The Young Victoria
  • Achievement in cinematography – Kamera: Avatar
  • Achievement in costume design – Kostüme: The Young Victoria
  • Achievement in film editing – Schnitt: Avatar
  • Achievement in music written for motion pictures: Up – Michael Giacchino
  • Achievement in music written for motion pictures: Almost There; The Princess and the Frog; Randy Newman
  • Achievement in sound mixing – Ton: Avatar
  • Achievement in sound editing – Tonschnitt: Avatar
  • Achievement in visual effects: Avatar
Nov
8

All about the movies

By Olly  //  Weblog  //  3 Comments

Gefunden bei Kasumi. Auch wenn ich glaube, so einen schon Mal gemacht zu haben (bin zu faul zum Suchen):

  1. Ein Film, den du schon mehr als zehnmal gesehen hast:

    Da gibt es mehrere. Dazu zähle ich: die klassische Star-Wars-Trilogie, Indiana Jones, From Dusk till Dawn, die meisten Bond-Filme, Big, Die nackte Kanone, Jerry Maguire

  2. Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast:

    Die klassische Star-Wars-Trilogie, From Dusk till Dawn, Goldeneye, The Rock, In den Schuhen meiner Schwester, Elizabethtown, Wenn Träume fliegen lernen

  3. Ein Schauspieler, wegen dem du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen:

    Clint Eastwood, Morgan Freeman, Brad Pitt, Kevin Spacey, Kathrin Heigl, Megan Fox (ehrlich, ich werde mir Jennifer’s Body ansehen), Kate Winslet, Scarlett Johansson, Gerard Butler, Denzel Washington, Leonardo Di Caprio

  4. Ein Schauspieler, wegen dem du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen:

    Katja Riemann, Will Ferell, Vin Diesel, Hayden Christensen, Jennifer Lopez, Paris Hilton, Katie Holmes, Madonna

  5. Filmmusical, dessen Songtexte du komplett auswendig kannst:

    Da fallen mir höchstens einige Disney-Filme an.

  6. Ein Film, bei dem du mitgesungen hast:

    In der Sneak Preview als in Jersey Girl (völlig unterschätzter Film btw) Just like Heaven von The Cure anfing. Jedes Mal wenn ich Peter Gabriels Solsburry Hill höre und natürlich generell wenn ich Lieder höre, die ich a) kenne und b) sehr gut finde.

  7. Ein Film, den jeder gesehen haben sollte:

    Million Dollar Baby

  8. Ein Film, den du besitzt:

    Das sind definitiv zu viele, um sie alle zu nennen. Irgendwas um die 450 DVDs. Habe im Moment nicht mal ein passendes Aufbewahrungssystem dafür. Derzeit stehen mehrere DVD-Türme im Wohnzimmer, was zwar beeindruckend aber auch irgendwie ziemlich doof aussieht.

  9. Ein Schauspieler, der seine Karriere nicht beim Film startete und der dich mit seinen schauspielerischen Leistungen positiv überrascht hat:

    Da fällt mir spontan Brad Pitt ein. Der fing ja in der völlig beschränkten Modewelt an und wurde daher zunächst auch überhaupt nicht ernst genommen. Was er wirklich drauf hat, zeigte er in Se7en und 12 Monkeys zum Beispiel.

  10. Schon mal einen Film in einem Drive-In gesehen?

    Als Kind ging es oft ins Autokino Hannover Messe bzw. Kirchhorst. Da habe ich meine ersten Filme gesehen, an die ich mich erinnern kann: Elliot das Schmunzelmonster, Bernhard & Bianca und Asteric und Obelix.

  11. Schon mal im Kino geknutscht?

    Aber sicher doch.

  12. Ein Film, den du immer schon sehen wolltest, bisher aber nicht dazu gekommen bist?

    No Country for old Men und There will be Blood

  13. Hast du jemals das Kino verlassen, weil der Film so schlecht war?

    Nein, bezahlt ist bezahlt auch wenn ich bei einigen Filmen kurz davor war.

  14. Ein Film, der dich zum Weinen gebracht hat?

    Million Dollar Baby, Elizabethtown, Jerry Maguire

  15. Popcorn?

    Habe ich mir irgendwann mal “übergegessen”. Heute selten mal Nachos (natürlich nicht mit Fensterkitt aka Käsesauce sondern mit Salsa Dip).

  16. Wie oft gehst du ins Kino?

    Lange nicht mehr so oft wie früher. Da war ich sicher 2-3 Mal die Woche im Kino. Jetzt komme ich vielleicht auf 2-3 Mal im Quartal. Wobei ich es nicht wirklich vermisse, da das Entertainment-Angebot zu Hause dank blu-ray, Dolby Digital und HDTV deutlich besser ist. 3D halte ich übrigens für extrem overrated. Diese Technik überzeugt mich nicht. Extrem hohe Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Mehrwert.

  17. Welchen Film hast du zuletzt im Kino gesehen?

    Oben in 3D.

  18. Dein Lieblingsgenre?

    Wie heißt die Seite doch gleich hier? Natürlich Drama.

  19. Dein erster Film, den du im Kino gesehen hast?

    Hatte ich weiter oben schon verraten: Elliot das Schmunzelmonster.

  20. Welchen Film hättest du lieber niemals gesehen?

    Postal, New Police Story, Männer wie wir, The Devil’s Rejects und natürlich Dumplings

  21. Der merkwürdigste Film, den du mochtest?

    Das dürfte auf jeden Fall Stay sein, der mich damals ziemlich faszinierte, sonst aber irgendwie kaum jemand gut findet.

  22. Der beängstigendste Film, den du je gesehen hast?

    Ich habe ja ein gespaltenes Verhältnis zu Spinnen und daher habe ich bei Arachnophobia wirklich extreme Panik gehabt und mich tief im Sitz fest gekrallt. Als ich noch kleiner war, habe ich mal auf einem Samstag in “The Fog” reingeschaut. Das Bild mit dem Typen, der mit dem Enterhaken statt Hand aus dem Nebel kommt, habe ich lange nicht aus meinem Kopf bekommen.

  23. Der lustigste Film, den du je gesehen hast?

    Neben Austin Powers dürfte das die deutsche Komädie Bang Boom Bang sein. Einfach klasse.

Aug
7

Ruhe in Frieden John Hughes

By Olly  //  Weblog  //  1 Comment

Als in den frühen 70ern Geborener bin ich natürlich ein echtes Kind der 80er Jahre. Und die 80er waren teilweise wirklich eine Katastrophe. Ich musste mit merkwürdigen Frisuren und Klamotten klar kommen. Ich habe die volle Dröhnung Modern Talking abbekommen. Aber die 80er hatten auch gute Seiten. Dazu zähle ich noch heute die Filme von John Hughes. Als Regisseur, Produzent oder Drehbuchautor war an einigen meiner absoluten Lieblinge beteiligt: Kevin – Allein zu Haus, Breakfast Club, Ist sie nicht wunderbar?, LISA, Schöne Bescherung oder Ferris macht blau.

Insofern hat mich die Meldung, dass John Hughes (59) einfach mit einem Herzanfall beim Spazierengehen zusammengebrochen ist, schon sehr schockiert. Ich bin wirklich traurig. Neben vielen Videos habe ich quasi ein Best of von ihm gefunden:

DirektHughes

Aug
5

The Lovely Bones Trailer

By Olly  //  Weblog  //  1 Comment

Wenn mich in letzter Zeit ein Buch wirklich berührt hat, dann war das The Lovely Bones bzw. In meinem Himmel von Alice Sebold, das nun von Peter Jackson verfilmt wird. Es geht dabei um die vierzehnjährige Susie Salmon, die im Dezember 1973 ermordet wurde. Als wäre so eine Geschichte nicht schon tragisch genug, erzählt Sebold die Geschichte aus der Perspektive des toten Mädchens. Aus ihrem Himmel blickt sie runter und sieht, wie die eigene Familie an den Folgen des Schicksalsschlages quasi kaputt geht. Susie versucht Kontakt zu ihrer Familie aufzunehmen und so den Mörder seiner Strafe zu überführen und der eigenen Familie so Frieden zu geben. Das Ganze wird sehr emotional und ergreifend beschrieben. Selten hat es ein Buch geschafft, mich so mitzunehmen. Noch nie wurden Themen wie sexueller Missbrauch und der brutale Mord an einem so jungen Menschen auf diese Art und Weise beschrieben. Das Thema ist an sich schon schwierig genug, das aus den Augen eines Kindes erzählt zu bekommen ist extrem harte Kost. Eine Filmumsetzung konnte ich mir wirklich nur sehr schwer vorstellen, aber Peter Jackson scheint das wirklich in den Griff bekommen zu haben. Insofern mein Favorit für das kommende Kinojahr und eine dringende Empfehlung.

DirektBones

Mai
18

Nothing but the truth

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

nothingSeit ich meinen Kino-Konsum von zwei bis drei Mal die Woche auf ein absolutes Minimum konzentriert habe, konzentriere ich mich wieder mehr auf Perlen auf DVD- und blu-ray. Immer wieder entdecke ich dort ein paar echte Highlights, die entweder gar nicht oder erst sehr viel später ins Kino kommen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist „Nothing but the truth“ aus dem Jahre 2008. Der Film ist inzwischen in den USA auf DVD raus, für Deutschland ist wohl noch ein Kinostart für 2009 geplant, eventuell.

Der Film wurde inspiriert vom Fall der für die New York Times arbeitenden Journalistin Judith Miller, die 85 Tage in Beugehaft gesessen hat, weil sie ihre Quelle im Rahmen der Plame-Affäre nicht öffentlich machen wollte. In dieser Affäre wurde die Geheimdiensttätigkeit einer amerikanischen Diplomatenfrau im Umfeld des Irak-Krieges öffentlich gemacht. In den USA stellt der Verrat einer solchen Geheimdienst-Tätigkeit ein schweres Verbrechen dar, das nach Ansicht der Politik über der Pressefreiheit zu stehen hat.

Wer jetzt jedoch ein politisches Katz-und-Maus-Spiel erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Die ganze Rahmenhandlung um eine Journalistin, die ihren Informanten schützen will, ist die Grundlage für ein emotionales Drama über die beteiligten Personen. In der Hauptrolle sehen wir Kate Beckinsale als Reporterin Rachel Armstrong. Es handelt sich dabei um die gleiche Kate Beckinsale, die sich in hautengen Hosen sexy durch die Underworld-Kulissen bewegt oder mit schmachtendem Blick in Pearl Harbor hinter Ben Affleck her schaut.

Im Film deckt sie (und hier haben wir die Parallele zur Plame-Affäre) die Identität einer geheimen CIA-Agentin auf. Der ehrgeizige Staatsanwaltschaft DuBois (Matt Dillon) wird eingesetzt um herauszufinden, wer diese geheimen Informationen illegaler Weise weitergegeben hat. Rachel Armstrong verweigert die Herausgabe dieser Information, um ihre Quelle und allgemein journalistische Prinzipien zu schützen. Um Druck auszuüben landet Rachel in Beugehaft.

Danach geht es um die Fragen, ob sie die Quelle preisgeben wird, ob sie von anderen (u.a. ihrem Arbeitgeber) unterstützt wird und wie lange sie dies alles aushalten kann, da sie sowohl von Ehemann als auch Kleinkind getrennt ist. Ich fand es extrem ergreifend, wie diese Frau im Film alles opfert, nur um ihren Prinzipien treu zu bleiben und sich für das einzusetzen, an was sie glaubt. Dass später noch ein weiterer Grund für ihr Handeln offenbart wird, macht das Ganze dann noch plausibler.

Ihr Engagement mag zunächst verständlich und normal erscheinen, spätestens jedoch als die Ehe und die Beziehung zum Sohn auf dem Spiel stehen, tut es richtig weh, dem Treiben noch weiter zuzusehen. Rachel steht dann vermeintlich als Karrierefrau da, die ihren Job über ihre Familie stellt. Ihr gegenüber steht ein Staatsanwalt, den man nur zu leicht als Feind ausmacht. Objektiv gesehen, macht er jedoch nur seinen Job.

Im weiteren Verlauf möchte man am liebsten laut „Halt!“ schreien, so eindringlich spielt Beckinsale eine am Ende fast zerbrochene Frau. Die Begegnungen mit ihrem Mann, die am Anfang noch voller Liebe und Vertrauen stecken, sind am Ende nur noch distanzierte Pflicht. Die Treffen mit dem inzwischen völlig verfremdeten Sohn gehen extrem unter die Haut. Beckinsales Performance ist absolut überzeugend, etwas, dass ich ihr so gar nicht zugetraut hätte. Sie wirkt auf der einen Seite überzeugt und zielstrebig auf der anderen Seite jedoch auch zweifelnd und verletzlich. In den Nebenrollen überzeugen Matt Dillon als Staatsanwalt, Angela Bassett als Herausgeberin, David „Friends“ Schwimmer als Ehemann, Vera Farmiga als aufgeflogene CIA-Agentin Erica Van Doren und ganz besonders Alan Alda als Washingtoner Star-Anwalt. Gerade letzterer macht eine gute Entwicklung im Film durch vom arroganten Wichtigtuer zum verständnisvollen Vertrauensmann.

Das Script zu Nothing but the truth stammt aus der Feder von Rod Lurie, der unter anderem die leider zu unrecht gefloppte TV-Serie Command in Chief zu verantworten hat. Ihm ist es gelungen eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Dazu kommt ein tolles Ende, das sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, meiner Meinung nach aber wirklich optimal für diesen Film ist. Mir ist völlig unverständlich, warum dieser Film nicht erfolgreich im Kino lief, denn ein Dasein als „Direct to DVD“-Vermarktung hat er wirklich nicht verdient.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Mai
14

Star Trek

By Olly  //  Weblog  //  3 Comments

startrekStar Trek war für mich immer so etwas wie eine gute Freundin. Sex hatte ich lieber mit der rassigen Star Wars. Ich fand dort die Charaktere cooler, die Action fesselnder und insgesamt war mir Star Trek immer zu brav, eben zu „gutmenschlich“. Aber wie so viele habe ich in meiner Kindheit unter dem vor allem quantitativ schlechtem TV-Programm gelitten. Da gehörte die klassische Star-Trek-Serie schon zu den absoluten Highlights, natürlich neben den mit Bügeleisen steuernden Raumfahrern in „Raumschiff: Orion“. Danach war es lange ruhig, die Filme habe ich alle irgendwann gesehen, aber richtig gut fand ich nur den sechsten, „The Final Frontier“.

Einige Jahre gingen ins Land und ich traf einen alten Freund wieder, glühender Trekkie. Zu der Zeit lief die nächste Generation mit Captain Picard und Co. Er hatte natürlich alle Folgen auf VHS aufgezeichnet, Original-Autogramme und einige Uniformen. Da kam es natürlich zum unweigerlichen Streitgespräch, welches Franchise denn nun das bessere wäre. Ich ließ mich breitschlagen und wollte mir TNG zumindest mal ansehen. Die ersten Folgen waren noch extrem hölzern, doch dann packte mich die Serie. Ich mochte die Geschichten um Data, den charismatischen Captain, alle Folgen im Holodeck und ein paar der Doppelfolgen hatten wirklich Kino-Qualität. Den Film „Generations“ fand ich nett, den „ersten Kontakt“ wirklich super. Parallel schaute ich begeistert „Deep Space Nine“. Voyager habe ich probiert, kam damit aber nicht klar und das war der Anfang vom Ende.

Den Niedergang setzte der Kinofilm „Der Aufstand“ vor und ich wandte mich vom Franchise ab. Ich verfolgte noch aus sicherer Entfernung das Ende von Enterprise, von de ich keine Folge gesehen habe. Und dann ruhte das Star-Trek-Universum und ich hatte das Gefühl, dass dies auch besser so wäre. Als ich dann irgendwann hörte, dass ein neuer Kinofilm produziert werden sollte, hatte dies so einen Beigeschmack der Leichenfledderei. Doch dann las ich, dass J.J. Abrams Star Trek wieder mit Leben füllen sollte. Und da war mir klar, dass das Ganze klappen wird. Wenn jemand Charaktere zeichnen kann und so einen Reboot hinbekommen kann, dann Abrams. Das hat er schon bei LOST (Charaktere) und Mission Impossible (Reboot) gezeigt.

Mit Star Trek hat sich Abrams eine extrem schwere Aufgabe eingehandelt. Neben dem Erfolgsdruck aufgrund des großen Produktionsbudgets gab es da natürlich eine riesige Fan-Community, die auf ein Serien-Wissen basierend auf hunderten Folgen und noch mehr Büchern zurückgreifen kann. Um unnötige „Unlogik“-Diskussionen schon im Vorfeld zu vermeiden, ließ sich Abrams einen ziemlich cleveren Trick einfallen, der auch für weitere Filme eine gewisse Offenheit für Neues ermöglicht. Auch wenn sich einige Fans daran stören mögen: Ich halte es für die einzig sinnige Option, um diesem Universum neue Impulse geben zu können.

Bei den Castings haben Abrams Leute einen grandiosen Job gemacht. Sämtliche Schauspieler passen perfekt in ihre Rollen, vor allem Zachary Quinto als Spock und Karl Urban als Doc McCoy. Der große Reiz ist bei dem Film ja, in den frühen Jahren der Figuren mitzubekommen, wie diese zusammenfinden. Das wurde in den späteren Folgen ja immer mal angeschnitten, aber nie wirklich ausgebreitet oder gar in irgendwelchen Rückblenden gezeigt. In den späteren Serien und Filmen haben die Figuren alle ihre Ecken und Kanten, in den jungen Jahren der Charaktere sind diese noch viel stärker ausgeprägt. Völlig verständlich, wird man doch im Alter eher ruhiger. So ist Kirk natürlich der Draufgänger, der keiner Schlägerei aus dem Weg geht und Spock ist hin und her gerissen zwischen den emotionalen Wurzeln seiner menschlichen Mutter und der durch Logik geprägten Welt seines vulkanischen Vaters.

Star Trek ist ein Action geladener SciFi-Film, der ein enormes Tempo an den Tag legt. Er beginnt mit einer fulminanten Action-Sequenz und tritt dabei voll aufs Gas und hält dann dieses Tempo bis zum Abspann, der jedem Trekkie vermutlich die Tränen in die Augen treibt. Natürlich hat der Film mehr Action als alle seine Vorgänger und orieniert sich da schon eher ein wenig bei Star Wars, meiner Meinung nach tut das Serie aber nur gut. Optisch hat alles natürlich ein kleines Facelift bekommen. Die Uniformen sind schnittiger, das Schiff samt Brücke wirkt sehr modern, ohne aber seine Herkunft zu verleugnen. Die Enterprise ist natürlich noch als solche zu erkennen.

Ein bisschen zu meckern habe ich natürlich auch. Der Bösewicht in Form vom charismatischen Eric Bana agiert nachvollziehbar, aber dieses Szenario gab es für meinen Geschmack einfach schon eine Spur zu oft. Dazu kommt, dass es mir mit dem Einsatz von Lens-Flare-Effekten deutlich übertrieben wurde. Das kennt man so nur von Michael Bay und selbst der würde sich nicht trauen das so oft einzusetzen. Abseits davon sind die Spezialeffekte natürlich über jeden Zweifel erhaben. Gerade die Raumschlachten sind für mich schon jetzt das Highlight des Filmjahres. Insofern hoffe ich, dass wir nicht allzu lange auf Nachschub warten müssen.

Star Trek ist ein extrem unterhaltender Popcorn-Streifen, ein großartiger Actionfilm und einer gehörigen Portion Humor.

Rating:

★★★★★★★★★☆

Mai
11

Was ist nun mit dem Wolverine-Desaster?

By Olly  //  Weblog  //  2 Comments

Jetzt, nachdem X-Men Origins: Wolverine eine zeitlang im Kino ist, sollte man doch mal Bilanz ziehen. Weit vor dem US-Kinostart tauchte eine Workprint-Version des Filmes in den Internet-Tauschbörsen auf. Bis auf fehlende Spezialeffekte kann die Qualität durchaus als sehr hochwertig bezeichnet werden. Der Verleih 20th Century Fox sagte gegenüber dem Magazin Hollywood Reporter, dass diese Version mehr als vier Millionen Mal runtergeladen wurde.

Schnell wurde hochgerechnet, dass dies einem Schaden von 29 Millionen US-Dollar entspricht. Das jedoch vor dem Kinostart. Der Film legte dann, trotz teils sehr durchwachsener Kritiken über 85 Millionen US-Dollar am Startwochenende ein. Das ist ungefähr auf dem Niveau von X-Men 2 und ein ganzes Stück weit hinter X-Men 3. Bei 20th Century Fox zeigt man sich uneinsichtig und meint trotzig, dass Wolverine die 100-Millionen-Grenze hätte durchbrechen können, wären da nicht diese bösen Raubkopien.

Jetzt mal ernsthaft, das ist doch einfach nur völliger Blödsinn. Ich behaupte einfach mal, dass der immens große Anteil der über vier Millionen Downloader (so die Zahl überhaupt stimmt), den Film ohnehin niemals im Kino gesehen hätte. Diese Leute ziehen sich die Filme, die gerade da sind. Im Normalfall wäre das bei Wolverine das Startwochenende gewesen (dann eben als miese Cam-Version).

Hier war es eben ein paar Wochen eher der Fall. Aber hat das wirklich erhebliche Auswirkungen auf die Ticketverkäufe? Sicher nicht. Sicher wird es auch eine Gruppe Leute geben, die aufgrund dieser Version nicht ins Kino gelaufen sind. Dem stehen dann aber wieder Mehrverkäufe durch frühe Mund-zu-Mund-Propaganda und den PR-Effekt durch den frühen Leak.

Natürlich habe ich dafür keine empirischen Daten, Fakten oder Statistiken. Aber außer dem Studio selbst glaubt doch nicht wirlklich jemand, dass Fox durch diesen Leak 29 Millionen US-Dollar verloren hat, oder?

Mai
11

Gran Torino

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

gtImmer wenn ich wieder irgendwo einen Fragebogen ausfüllen muss, stoße ich früher oder später auf die Frage nach dem Lieblings-Regisseur und für gewöhnlich fällt mir da einer immer sofort ein: Clint Eastwood. Zu Eastwood-Filmen hege ich eine lange andauernde Sympathie, die ihren Höhepunkt in Million Dollar Baby fand, bis heute einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Natürlich war ich voller Vorfreude, als ich den ersten Trailer zu Gran Torino sah. Irgendwie konnte ich schon da nicht glauben, dass Clint wieder an seine alten Dirty-Harry-Erfolge anknüpfen wollte. Insofern erwartete ich da schon eine gewisse Überraschung.

Zunächst war ich sehr geschockt. Clint spielt den griesgrämigen Ruheständler Walt Kowalski, der frisch zum Witwer wurde und sich sowohl von seiner nervenden Familie als auch generell dem Rest um ihn herum entfernt hat. Zu seinem täglichen Lebensinhalt gehört es, sich über die Änderungen in der unmittelbaren Nachbarschaft aufzuregen, die überwiegend fremde Immigranten bewohnen. Clint spielt diesen alten Mistsack, der sich einfach über alles aufregen kann, so überzeugend, dass er sofort all meine Antipathie beansprucht. Die Dialoge stecken voller Gemeinheiten, die perfekt zu so einem verbohrten Dickschädel passen. Stellvertretend sei nur an die Diskussion zwischen Walt und dem Frisör erinnert: „Ten bucks? Jesus Christ, Marty. What are you, half Jew or somethin’? You keep raising the damn prices all the time.“ – „It’s been ten bucks for the last five years, you hard-nosed Polak son of a bitch.“

Eastwood-Filme leben zu einem großen Teil von toll gezeichneten Charakteren und deren Entwicklung im Verlauf der Geschichten in denen sie spielen. Und wie in Million Dollar Baby tritt auch hier jemand in sein Leben und stellt es damit langsam aber sicher auf den Kopf. In Gran Torino ist es einer von den „schlitzäugigen Buschratten“, wie Walt seine Nachbarn aus Fernost so gerne beschimpft. Der junge Sohn Tao versucht Walts perfekt in Schuss gehalten 72er Gran Torino zu stehlen, um Mitglied einer Gang zu werden. Natürlich erwischt Walt ihn bei dem Versuch. Um dies wieder gut zu machen, muss sich Tao auf Druck der Familie in den Dienst von Walt stellen bis die Schuld beglichen ist.

Und dann beginnt ein schleichende Prozess in Walt, der diesen verbitterten, alten Sack doch tatsächlich zum Menscheln bringt. Das ist zutiefst rührend und glaubhaft. Er erkennt, dass die Nachbarn von Grund auf gute Menschen sind und nichts mit seinen Vorurtelen und Vorbehalten zu tun haben. Er erkennt, dass Tao zu mehr berufen ist als sein Dasein in einer Gang halbstarker Idioten zu tristen. Insofern übernimmt er die Verantwortung Tao wichtige Tugenden und Inhalte fürs Leben zu vermitteln. Nicht mit erhobenen Zeigefinger oder mit der übergroßen Moralkeule, sondern eben so, wie das so ein Mensch tun würde.

Ein bisschen darf Clint dann aber doch den Dirty Harry spielen, nämlich bei den Konfrontationen mit der Gang. Denen erklärt er schon mal eindrucksvoll, dass es Menschen gibt mit denen man sich besser nicht anlegt. Eben jemand wie er selbst. Und hier schiebt einen der Film ein wenig in die falsche Richtung und kommt am Ende dann mit einer kleinen, aber absolut passenden Überraschung daher. Und seien wir doch mal ehrlich: Wer will denn wirklich einen 77jährigen Clint Eastwood sehen, der 20jährige Rapper in Baggy-Pants vermöbelt?

Ich kenne keinen Schauspieler, der besser einen eiskalten, verbitterten Menschen spielen kann, der langsam Wärme in sein Herz bekommt. Und ich kenne keinen Regisseur, der so eine Geschichte besser erzählen könnte als eben genau dieser Clint Eastwood. Für den ganz großen Wurf fehlt mir ein wenig das Originelle, dazu habe ich solche oder ähnliche Geschichten schon zu oft gesehen, wenn auch nicht in dieser Qualität. Dazu kommt, dass Gran Torino sich sehr viel Zeit für seine Geschichte lässt. Gerade am Anfang für meinen Geschmack sogar schon etwas zu viel.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Mrz
10

Watchmen

By Olly  //  Weblog  //  1 Comment

watchmen.jpgInhalt: Als der Superheld The Comedian tot aufgefunden wird, wittert der runtergekommene Rorschach ein Komplott, das zum Ziel hat, alle Superhelden zu töten. Rorschach versucht daraufhin, seine alten Weggefährten davon zu überzeugen, wieder das Cape überzustreifen und dem Ruhestand Adieu zu sagen. Je tiefer Rorsach gräbt, desto mehr unerfreuliches findet er heraus. Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel und es liegt wieder mal in den Händen der Watchmen.

Kritik: Die Graphic Novel Watchmen von Alan Moore gilt als einer der einflussreichsten der Comic-Literatur. Alan Moore ist kein Freud von Hollywood und hält sein Werk noch heute für unverfilmbar und ließ sich daher vorsorglich aus den Credits streichen. Er war schon mit den Verfilmungen zu Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen und From Hell alles andere als zufrieden.

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Mrz
9

Der Vorleser (The Reader)

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

vorleser.jpgInhalt: Deutschland in den 50er Jahren. Der junge Michael Berg begegnet nach der Schule der mysteriösen Hanna Schmitz. Obwohl diese etwa 20 Jahre älter ist, kommt es zwischen den beiden zu einer knisternden Affäre, bei der es um lediglich zwei Dinge geht: Sex und Bücher. Bei seinen täglichen Besuchen liest Michael Hanna aus Büchern vor und bekommt dafür quasi als Belohnung Sex mit Hanna. Die Affäre dauert einen Sommer lang und Hanna verschwindet aus Michaels Leben genau so schnell wie sie gekommen war.

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