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Gedanken zum Tod von Robert Enke

Ich wohne zwar in der Nähe von Hannover, habe aber trotz einer gewissen Fußball-Affinität keinen Bezug zu Hannover 96.

Dennoch lässt mich der Suizid von Robert Enke nicht unberührt. Kaum vorstellbar, dass er sich nur wenige Kilometer von hier vor einen Zug geworfen hat. Was ich nun unsagbar schade finde ist die öffentliche Diskussion darüber. Jeder möchte Antworten auf das unweigerliche „Warum?“ haben. Doch diese Antwort kann erstens keiner geben und zweitens geht sie auch niemanden etwas an.

Robert Enke war eine Person des öffentlichen Lebens. Überall wird versucht aus etwaigen Formkrisen oder ähnlichen Details seines öffentlichen Lebens einen Grund für den Suizid der privaten Person zu finden. Niemand außer seinem privatem Umfeld (Familie, enge Freunde) kannte diesen Menschen und daher sollte man es dabei belassen.

Die Medien, die jetzt jeden Stein umdrehen und Reporter vor dem Wohnhaus und den Manschaftsquartieren abstellen, sollten sich besser mal hinterfragen. Wenn Menschen des öffentlichen Lebens Angst vor einer anständigen Behandlung ihrer Probleme haben, weil das ja alles medial ausgeschlachtet werden und zum Nachteil gereichen könnte, dann läuft definitiv etwas falsch.

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Robbie Williams vs. Madonna

Robbie Williams vs. Madonna

Ich hatte es ja schon relativ frühzeitig voller Freude in die Welt geschrieen. Dieses Jahr waren innerhalb von nur vier Wochen sowohl Robbie Williams als auch Madonna fällig. Und da ich bisher noch nichts geschrieben habe darüber, wird es nun Mal Zeit. Vorab muss ich vielleicht noch sagen, dass ich bisher kaum Konzerte in meinem Leben besucht habe. Eigentlich komische, höre ich doch wirklich extrem viel Musik. Bisher kam ich aber wirklich nur zu einem Besuch eines Konzertes und das war Silbermond. Und dann ausgerechnet zwei der größten Pop-Stars so kurz hintereinander. Aber fangen wir vorne an.

Robbie Williams – Intensive Care Tour in Hamburg, Trabrennbahn

Karten für die „Intensive Care Tour“ von Robbie Williams hatte ich eigentlich für Berlin gebucht. Ursprünglich wollte ich nach Hamburg, aber dank dem Hausmeister nebst Frau konnte ich die Karten gegen zwei für die Trabrennbahn in Hamburg tauschen. Sehr schön, da mir das sowieso viel besser gefiel und ich so nun auch noch gute Begleitung hatte. Neben den beiden waren auch der Märchenonkel und die Erdbeerwelt dabei. Ich hatte Robbie noch nie live gesehen, kannte aber die DVD Live at Knebworth, bei der ich immer noch Gänsehaut bekomme und insofern war die Vorfreude gigantisch.

Als Vorgruppen waren Orson und Basement Jaxx zu hören. Während Orson mir lediglich ganz gut gefiel, machte Basement Jaxx schon deutlich mehr Spaß. Groovie Partymusik und teilweise eine wirklich tolle Show stimmten mich auf den Hauptakt ein. Aber egal wie gut die Stimmung auch war, richtig ab ging es dann erst als der „best Entertainer of the fucking world“ endlich die Bühne betracht. Und das im wahrsten Sinne mit einem Feuerwerk. Leider war es für die pyrotechnischen Effekte noch etwas zu hell, was sich dann später erfreulicher Weise änderte.

Robbie war trotz leichter Krankheit gut drauf und spielte wie gewohnt mit dem Publikum. Eigentlich ist es völlig egal ob der Mann sing, der könnte das Publikum auch zwei Stunden mit lustigen Geschichten unterhalten. Er nutzte noch ein wenig die WM-Stimmung im Land, grüßte auf Deutsch Klinsmann und Ballack und ließ Poldi skandieren. Genau so bekommt man eine Menge in den Griff und bekommt das Spektakel, das er irgendwie auch verdient hat. Die Songmischung stimmte, es waren die schönen Balladen ebenso dabei wie die energiegeladenen Nummern wie z.B. Let me entertain you. Und so war es dann auch irgendwie sehr schade, als dann alles vorbei war. Auch wenn mir die Füße wehtaten.

Weniger schön waren die Szenen am Ausgang. Da merkte man deutlich, dass die Trabrennbahn für so ein Großereignis einfach nicht der richtige Ort ist. Vor dem relativ schmalen Ausgang kam es zu heftigen Gedrängel, die Shuttle-Busse steckten in den Menschenmengen fest und die nächste S-Bahn-Station schien unter dem Ansturm der Massen fast auseinander zu platzen. Dass man fast drei Stunden für die Abreise braucht darf eigentlich nicht passieren. Lustig war es trotzdem. Danke auch an Diana, Gerrit und Freundin deren Namen ich leider vergessen habe. Zusammen mit denen war selbst diese Abreise ein Vergnügen.

Madonna – Confessions Tour in Hannover, AWD-Arena

Etwas mehr als einen Monat später wartet bei leider nicht so tollem Wetter die Queen of Pop in Hannover. Vorab trafen wir uns kurz mit dem Hausmeister nebst Frau, um noch einen kleinen Drink einzunehmen, bevor es in die AWD-Arena ging. Vorbands gab es in dem Sinne keine, DJ Paul Oakenfold legte auf, bis Madonna sich die Ehre gab. Etwa 40.000 Zuschauer warteten auf Madonna, während sich das Wetter eines Besseren besinnte und kein Regentropfen mehr ins Stadion fiel. Und ich war schon sehr gespannt.

Madonna ist einer der Künstler, die mich seit meiner Jugend begleiten. Ich habe ihren Wandel mal aufmerksam und mal nur nebenbei verfolgt. Es gab sehr viele Skandale, immer wieder gute Musik und irgendwie schaffte es diese Frau immer, sich neu zu erfinden und vor allem immer vorne mit dabei zu sein. Welcher Star kann das noch von sich behaupten über so einen langen Zeitraum? Und ich war so gespannt auf dieses Konzert, insbesondere da im Vorfeld so viel über den Kreuz-Skandal diskutiert wurde.

Und um Punkt 21 Uhr war es dann soweit. Eine große Discokugel wurde auf die Bühne runter gelassen und Madonna betrat mit einem gigantischen Paukenschlag die Bühne. Was folgte war eine von vorne bis hinten perfekte durchgestylte Veranstaltung mit einem tollen Musik-Mix. Die Bühne mit der runden Leinwand war der Hammer, coole Videoclips unterlegten die Musik. Highlight waren sicher die Tänzer, die mit ihrem Stil die Massen begeisterten. Und irgendwie muss man vor Madonna den Hut ziehen. In den ziemlich genau zwei Stunden wechselte sie insgesamt sieben Mal ihr Outfit. Die Musik ging von langsam und ruhig über Heavy-Metal-Einlagen bis hin zur 70er Jahre Dicso.

Schade war nur, dass die Klassiker nicht in der Originalversion gespielt wurden sondern in aufgepeppten Versionen. Außerdem fehlten Welthits wie Like a Prayer, das meiner Meinung nach auf so einem Konzert einfach nicht fehlen durfte. Und Madonna selbst? Man merkt ihr keiner Sekunde an, dass sie vor kurzem erst 48 Jahre alt wurde. Voller Energie und perfekt durchtrainiert tobte sie zwei Stunden lang über die Bühne, provozierte und gab einfach alles. Und was war nun mit dem riesigen Skandal? Meiner Meinung nach viel Lärm um nichts. Sie machte dabei auf 12 Millionen mit Aids infizierte Kinder in Afrika aufmerksam. Muss man dafür so eine Szene nachstellen und absichtlich provozieren? Sicher nicht. Hat es ihr PR-technisch geholfen? Auf jeden Fall. Clever, junge Frau.

Und so schnell wie sie gekommen war, war sie dann auch wieder verschwunden. Eine Zugabe verbietet sich offenbar bei einer so durchgestylten Vorstellung. Gelohnt hat es sich aber definitiv. Auch wenn die Preise jenseits von Gut und Böse lagen.

Und wer ist nun besser?

Für mich persönlich ist das Robbie. Er ist einfach der deutlich bessere Entertainer und auch eher für ein Live-Erlebnis zu haben. Er versteht es einfach die Massen mit Gesten und Sprüchen zu begeistern, die Musik tut ihr übriges. Madonna ist einfach eine gigantische Show. Ihre Musik war definitiv tanzbarer, aber insgesamt war die Veranstaltung deutlich steriler. Auftreten, Programm runterspulen, abhauen. Das ist bei Robbie sicherlich nicht anders, aber es kommt einem nicht so krass vor.

WM 2006: Gruppensieg und tolle Stimmung

Deutschland gegen Ecuador gestern wieder im Kino gesehen. Es war dank Regen kurz vor Anpfiff auch überraschend voll im Cinemaxx. Kaum mit den Nachos im Sessel eingefunden schoss Klose Deutschland auch schon in Führung. Nicht mal richtig jubeln war drin, da ich sonst die Nachos dem Vordermann in den Kragen gekippt hätte. Da Ecuador das Spielen dann einstellte, nachdem die es mit Gegenwehr erst gar nicht versucht hatten, schaukelte Deutschland das sicher und souverän 3-0 nach Hause. 36 Jahre ist es her, dass Deutschland letztmals alle drei Vorrundenspiele gewonnen hat. Hätte ich Klinsmanns Truppe vorher auch in dieser vermeintlich leichten Gruppe nicht zugetraut. Und von dem streckenweise erfrischendem Fußball des Teams will ich mal gar nicht erst reden.

Danach ging es noch in eine Sport-Bar um England gegen Schweden zu schauen. Da war die Stimmung auch prächtig. Irgendwie putzig, wenn die Zielgruppe des deutschen Unterschichten-TV (Copyright by Harald Schmidt) stark alkoholisiert “POOOOOOOOLDI” gröhlt, während schon ein ganz anderes Spiel läuft. Begeistert hat mich aber die Stimmung rund um den Hannover Bahnhof. Ausgeschiedene Polen, die zumindest ein Spiel gewannen und feiernde Deutsche lagen sich in den Armen und feierten gemeinsam. Das ist die schöne Seite einer WM. Da kommt mir fast eine Träne, wenn ein Betrunkener aus Deutschland einem Polen zum stellenweise überzeugenden Fußball gratuliert, der aber gar nichts versteht. Der Gedanke zählt da.

Und irgendwie finde ich es dann auch toll, wenn ein Land, das von Haus aus ein großes Problem mit Patriotismus und Nationalität hat, auch mal Farbe bekennt und zusammen rückt. Normal wird man ja gleich in die Ecke des Nationalsozialismus geschoben, wenn man irgendwo die Deutschen Farben zur Schau trägt. Ich glaube seit der Wiedervereinigung hat es so ein Gemeinschaftsgefühl nicht mehr hier gegeben. Und irgendwie kommt das mit dem Motto “Zu Gast bei Freunden” auch tatsächlich mal hin. Zumindest für ein paar Wochen. Hoffen wir, dass es so bleibt, auch wenn Deutschland vorzeitig das Teilnehmerfeld verlassen muss.

Das Erdbeerwelt-Stöckchen

So sind sie die Mädels. Kaum mit dem Bloggen angefangen und schon werfen sie wild mit Stöckchen um sich. Also ausnahmsweise mal wieder dabei:

  • Lieblingsbier? Ich trinke so wenig Bier, da ist es schon gewagt von einem Lieblingsbier zu reden. Ich mochte es lange Zeit überhaupt nicht, also den Geschmack im Allgemeinen. Inzwischen kann ich aber mal ein Weizen trinken oder auch dieses moderne Zeugs wie Becks Gold usw. Wobei das ja in Fachkreisen nicht als Bier durchgeht.
  • Ab wieviel Gramm ist ein Steak ein Steak? Und gleich noch eine Frage, wo ich nicht sonderlich viel zu sagen kann. Auf jeden Fall muss es tot sein. So blutiges Zeug geht gar nicht und es muss absolut fettfrei sein, sonst bekomme ich Ausschlag. Wenn ich auf so fettigem Gnubbelzeugs rumbeißen muss bekomme ich das kalte Grausen. Ansonsten versuche ich mich eher auf Pute und Hühnchen zu beschränken. Dann darf es aber gerne groß sein.
  • Welche Sauce kommt auf dein Steak? Wenn das Steak aus der Pfanne kommt, dann geht gerne so eine leckere Hollandaise. Vom Grill am liebsten so Paprikasaucen oder Barbecue.
  • Dein Lieblings-Actionfilm? Ich muss gestehen, dass ich die ganzen Bruckheimer-Streifen ziemlich gut produziert finde. Ob nun The Rock oder die frühen Werke wie Top Gun. Da knallt es richtig. Alternativ schaue ich auch immer wieder gerne die Die-Hard-Trilogie oder den Terminator.
  • Autokauf. Wie viel PS sind akzeptabel? Im Moment muss ich mit 125 PS auskommen in meinem Audi A4. Wenn ich mal alle Vernunft beiseite legen würde, dann wäre ein Audi TT mit dem großen Motor eine sehr feine Sache. Rassiges Auto, konnte den schon mal Probe fahren. Ansonsten ist mir das aber nicht wichtig, ein Auto soll mich primär von A nach B bringen.
  • Bevorzugtes Magazin im Zeitschriftenladen? Neben den ganzen PC-Magazinen, die mich schon aus beruflichen Gründen interessieren sind das vor allem die Galore und die Neon.
  • Steh- oder Sitzpinkler? Das kann ich so pauschal nicht beantworten. Zu Hause hängt neben der Toilette ein Urinal, also Stehpinkler. Das gilt natürlich auch für öffentliche Toiletten. Ansonsten wird sich aber brav gesetzt, allein schon aus hygienischen Gründen. Ich bemühe mich auch danach den Deckel wieder runter zu klappen.

Update: Wer mitmachen mag, einfach zugreifen, ihr kennt das Spiel ja.