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Apr
15

Doofe Fragen im Sparpaket

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

Eben gefunden bei der schlecht gelaunten Kiki. Scheint bei Bluthochdruck zu helfen, also mach ich das auch mal:

Wie alt wirst du in 3 Monaten sein? Das Ding hier soll doch den Blutdruck senken und nicht durch die Decke schnellen lassen dachte ich? Ich habe innerhalb der nächsten drei Monaten Geburtstag und bin dann biblische 36 Jahre alt.

Denkst Du, Du wirst bis dahin verheiratet sein? Im Prinzip wäre das gar nicht so unwahrscheinlich gewesen wie es aktuell ist. Im Moment würde ich sagen sind wir dem Weltfrieden näher als einer Eheschließung mit meiner Beteiligung.

Was ist zurzeit dein Klingelton? Standard. So ein richtiges Klingeln.

In wie vielen Städten hast du bisher gelebt? In einer richtigen Stadt, also im Sinne von Großstadt, habe ich noch nie gelebt. Ist glaube ich auch nicht mein Ding.

Bevorzugst Du in Schuhen herumzulaufen, auf Socken oder barfuß? Eigentlich habe ich immer irgendwelches Schuhwerk an den FÜßen. Ausgenommen vielleicht im Sommer, um die Füße zu kühlen.

Was ist Deine Lieblingseiscreme? Fruchtige Sachen wie Erdbeere und Kirsche. Dazu gerne Vanillie und auf keinen Fall so etwas wie Schoko und alles was in die Richtung Kaffee usw. geht.

Hast Du eine bestimmte Art und Weise, wie Du im Bett schläfst? Am liebsten schlafe ich irgendwie seitlich verdreht. Muss komisch aussehen.

Bist Du eine laute Person? Nein, eher nicht. Vielleicht sollte ich das ab und an mal ändern.

Wie alt bist Du? Das hatten wir weiter oben schon.

Kannst Du Poker? Nicht wirklich, kenne aber genug von den Basics um zumindest Casino Royale zu verstehen.

Schon mal jemanden geküsst, deren oder dessen Name mit “D” anfängt? Ich glaube nicht.

Würdest Du Deine Nase piercen lassen? Bevor ich jetzt mit Vorurteilen um mich schmeiße, belasse ich es bei einem einfachen Nein.

Bist Du neugierig? Auf jeden Fall. Da müssen also doch ein paar weibliche Gene vorhanden sein.

Würdest Du ohne Deine Eltern zurecht kommen? Es gibt leider nur noch ein Elternteil. Ich denke, es geht auch irgendwie ohne, mit ist aber auf jeden Fall angenehmer.

Letzter Film, den Du gesehen hast? Zu Hause war das Max Payne, im Kino Watchmen.

Ist es in der Regel einfach für andere, Dich zum Lachen zu bringen? Ich lache gerne, bringe aber lieder andere zum Lachen.

Was hast Du zuletzt in Deinen Mund geschoben? Ein Reststück Schokino-Kuchen, der noch von Ostern übrig geblieben ist.

Wer hat zuletzt für Dich gekocht? Das war die Missy gestern Abend. Es gab Kartoffelspalten mit Sour Cream.

Wer hat Dich zuletzt angerufen? Das war gestern mein Chef, bevor er in den Urlaub verschwunden ist.

Liest Du den Sportteil der Zeitung? das ist überwiegend das einzige, was mich daran interessiert. Wenn ich schon kein Fußball mehr schaue, will ich wenigstens wissen, was da so los ist.

Hast Du eine gute Beziehung zu Deinem Bruder/Schwester? Doch, das passt schon ziemlich gut, bis auf die unter Geschwistern üblichen Reibereien.

Was für Bilder hängen in Deinem Zimmer? Wenn ich jetzt mal hier vom Büro ausgehe, dann ist das ein Bild mit der Produkt-Historie von Apple von der ersten Holzkiste bis zum iPhone.

Letzes Buch, das Du gelesen hast? Das war der Thriller Chemie des Todes, der mir ziemlich gut gefallen hat.

Wie siehst Du aus: Wie Mama oder Papa? Best of both worlds.

Wenn Du für den Rest Deines Lebens nur noch ein einziges Getränk zu Dir nehmen dürftest, welches wäre das? Coke Zero, ein Laster braucht der Mensch.

Was liegt rechts neben Dir? Der Nintendo DSi und direkt daneben der NDS von Junior, der gerade sein Zimmer aufräumen muss.

Schon mal irgendwo ins Wasser gefallen? Wir haben hinter dem Haus einen kleinen Graben. Ich mag gar nicht daran denken, wie oft ich als Kind da reingefallen bin beim Versuch einen richtig mächtigen Staudamm zu bauen.

Mrz
16

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr

By Olly  //  Weblog  //  2 Comments

Im Grunde steckt ja unheimlich viel Wahrheit in dem obigen Sprichwort. Man muss ja nur mal nachmittags den Fernseher einschalten und das ganze Ausmaß der Tragödie macht sich bemerkbar. Ist man jedoch mit einem Mindestmaß an Verantwortung ausgestattet wie der Autor dieser Zeilen, dann stellt sich das komplett anders dar.

Für mich war eigentlich immer klar, dass ich mal Vater werden will. Meine „Mädchen sind doof“-Phase hatte ich aus dem Grunde schon schnell hinter mir gelassen. Noch heute wird sich mit einer gewissen Ehrfurcht die Geschichte erzählt, wie ich in der Grundschule auf einem Geburtstag bei einem Mädchen – ach was sage ich – DEM Mädchen eingeladen war und meine Mutter aufforderte, mir eine rote Rose als passendes Geschenk mitzubringen. Vielleicht ist hier auch die Ursache dafür zu finden, dass ich mehr verschiedene Unterhosen als Frauen in meinem Leben hatte, weil ich beim ersten Casting schon darauf achtete, ob sie für die Hauptrolle als Mutter meiner zukünftigen Kinder für einen Oscar in Frage kämen.

Wäre ich nicht jung und naiv gewesen, hätte ich vermutlich sowohl eine Hochzeit als auch eine Scheidung weniger in meinem Lebenslauf. Nach so einer Enttäuschung schob ich den Vater-Gedanken erstmal ganz weit beiseite und dachte dann so bei mir „Wenn du schon kein Vater wirst, dann brauchst du dir den ganzen Stress mit den Frauen ja auch nicht antun.“ Inzwischen war ich dann alt und naiv, als mir Missy samt Junior über den Weg liefen. Und da erkannte ich, dass das mit dem Vater werden eben doch sehr schnell gehen kann. Dazu kam der Vorteil, dass die ganzen Baby-Nachteile wie Baby-Kotze auf der Schulter und wildes Geschrei weitestgehend schon angehakt waren. Immerhin war er zu der Zeit schon am Ende seiner Kindergartenzeit.

Junior war in der Lage, sich bei Erinnerung zu waschen, unfallfrei Nahrung zu sich zu nehmen und zielgerichtet zu kommunizieren. Natürlich habe ich mich da schon gefragt, wie das wohl ist, als neuer Kerl in so ein bestehendes Mutter-Kind-Gebilde einzutreten. Zu Anfang war ich der Kumpel. Ein neuer Spielkamerad, mit dem er rumhängen, Pixar-Filme im Kino sehen, ungesundes Essen bei McDonalds zu sich nehmen und Nintendo spielen konnte. Die bösen Worte kamen zu Beginn ausschließlich von Mama. Ich war Kumpel Olly und das war zu der Zeit auch gut so.

Damals haben wir beschlossen, dass alles von allein kommen muss. Wir sprachen öfters über Familien und die verschiedenen Zusammensetzungen, die es da gibt. Und mit der Zeit konnte man dann sehen, dass automatisch so viel mehr als Freundschaft zwischen uns beiden entstand. Es sind die Kleinigkeiten, die so etwas ausmachen. Irgendwann ließ er sich auch von mir trösten, wenn er hingefallen war. Irgendwann fing er an, sich einen Gute-Nacht-Kuss zu holen und irgendwann rutschte ihm mehr aus Versehen ein „Papa“ aus dem Mund. Gegenüber seinen Freunden spricht er heute von „meine Eltern“ und „mein Vater“. In der direkten Anrede bleibt er meist beim persönlichen Olly, was aber absolut OK ist.

Irgendwas muss ich in der ganzen Zeit also doch richtig gemacht haben. Das ist etwas, was man bzw. ich mich immer wieder mal frage. Mein Anspruch an mich selbst war immer, ein guter Vater zu sein, was immer das auch ist. Ich wollte, dass mein Kind immer zu mir kommen kann, also niemals Angst vor mir haben muss. Denn das ist etwas, was ich bei meinen Eltern auch immer konnte, egal wie groß der Berg Mist war, den ich wieder mal gebaut hatte. Und ich fühle natürlich auch immer wieder, dass dem so ist. Aber es ist auch schön, von anderer Seite mal so eine Bestätigung zu bekommen.

In der letzten Woche war Elternsprechtag. Da merkte ich, dass er doch einiges von mir übernommen hat. Seine Klassenlehrerin meinte, dass er ziemlich clever ist und er im Prinzip das Zeug für‘s Gymnasium hat. Er sei aber ein ziemlich fauler, vorlauter Kerl, der deutlich ordentlicher seine Aufgaben machen muss. Vorlaut? Nicht, dass er eine große Klappe nicht auf von der Mama haben kann, aber ein loses Mundwerk kommt mir nur allzu bekannt vor. So etwas in der Art haben meine Lehrer damals wohl auch meinen Eltern gesagt. Und das mit dem faul war zu meiner Schulzeit nicht anders.

Wie auch immer, richtig neu war das natürlich nicht. Als wir rausgingen, kam sie uns noch hinterher und nahm mich beiseite und sagte: „Ich wollte es Ihnen nur mal so sagen, aber für ihn sind sie der Vater, der Papa. Ich wollte nur, dass sie das wissen.“ Und ganz ehrlich, das macht einen dann doch stolz. Ich weiß nicht, ob es schwer ist, Vater zu sein. Es macht aber auf jeden Fall sehr viel Spaß.

Jan
9

Quo Vadis, Dramaking?

By Olly  //  Weblog  //  7 Comments

Ohne mich jetzt selbst loben zu wollen: Das hier ist die passendste Überschrift seit langem, denn sie ist auf eine ironische Art und Weise doppeldeutig. Am kommenden Montag wird dieses Weblog fünf Jahre alt. Zeit für ein mehr oder minder kleines Resümee.

Ich weiß noch, wie ich vor fünf Jahren auf diese Weblogs aufmerksam geworden bin. Und um jetzt mal ehrlich zu sein. Ich hatte wirklich keine Ahnung davon, was es damit eigentlich auf sich hatte. Wie so oft wurde ich darauf aufmerksam gemacht durch Hendrik, der seine Blogs schneller wechselt als ich hier meine Layouts, was wirklich etwas heißen will. Irgendwie erschien mir das hip, ich wollte das auch. Den ersten Beitrag widmete ich dem gerade einen Tag alten Nachwuchs von Kumpel Sharbe, vermutlich auch deswegen weil ich keinen Plan hatte, worüber ich eigentlich schreiben soll. Damals hatte ich den festen Plan, jeden Tag mindestens einen Beitrag zu schreiben, was ich relativ schnell als fixe Idee über Bord warf.

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Jan
4

Tops & Flops 2008

By Olly  //  Weblog  //  4 Comments

Mit leichter Verspätung auch dieses Jahr die Tops & Flops des Vorjahres:

Top Weblogs

Top Games

  • World of WarCraft: Wrath of the Lich King (PC)
  • SingStar Schlager (PS2)
  • World of Goo
  • BioShock (erst 2008 gezockt)

Flop Games

  • Far Cry 2
  • Spore
  • Need for Speed Undercover
  • GTA 4 (hier ist ausschließlich die PC-Version gemeint)

Bisher verpasste Games

  • Fallout 3
  • Lego Batman
  • Dead Space

Top Filme

Flop Filme

  • Saw IV
  • 8 Blickwinkel
  • Hancock
  • The Happening

Bisher verpasste Filme

  • James Bond: Ein Quantum Trost
  • Schmetterling & Taucherglocke
  • No Country for old Men
  • There will be Blood
  • Persepolis
  • Son of Rambow

Top Musik

  • Snow Patrol – A Hundred Million Suns
  • Sigur Ros – Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust
  • Jason Mraz – We Sing, We Dance, We Steal Things
  • Coldplay – Viva La Vida
  • A Fine Frenzy – One Cell in the Sea

Top Sätze (mehr davon bitte in 2008)

  • Wir kriegen das wieder hin.
  • Ich liebe dich.
  • Ok, einigen wir uns in Bezug auf die Gehaltserhöhung auf….
  • Du bist der beste Freund, den ich gewonnen habe.
  • Wenn du reden magst, sag Bescheid und ich komme.

Flop Sätze (will ich nicht mehr hören)

  • Alle Sätze vom kleinen bösen Teufel auf meiner linken Schulter.
  • Ich liebe dich.
  • Du bildest dir da was ein, echt jetzt.
  • Ich habe dir immer die Wahrheit gesagt.
  • Wieso brauchst du Urlaub?

Top Erfahrungen

  • Familienvater zu sein
  • Anerkennung im Beruf
  • Geliebt zu werden
  • Die eigene Stärke zu unterschätzen
  • Eigentlich alles richtig gemacht zu haben

Flop Erfahrungen

  • Meine kleine Welt nicht mehr zu verstehen
  • Finanzkrise
  • Beziehungskrise
  • Familienkrise
  • Lebenskrise

Top Entdeckungen WWW

Flops im WWW

  • Der Start von Apples Mobile Me
  • Facebook Beacon
  • Twitters Fail Whale
  • xyzVZ

Top Technik

  • Das aktuelle MacBook Pro, mein letztes war glaube ich ein Montags-Modell.
  • iPhone (ich habe nie ein “Handy” mehr genutzt)

Flop Technik

  • Amazon Kindle
  • Sony PSP Slim & Lite
  • Unser Weihnachtsbaumlichterkette (fiel kaputt aus der Packung)
  • Windows Vista (auch mit SP1 nicht viel besser)
Nov
26

Der richtige Weg?

By Olly  //  Favourite  //  2 Comments

Ich wurde schon oft von Freunden nach dem richtigen Weg gefragt. Oft ist es so, dass das Leben in einer Sackgasse zu stecken scheint und irgendwie kein Ausgang erkennbar ist. Wenn ich mir dann die Situation anschaue, ist mir meist relativ schnell klar, was wohl der richtige Weg ist. Vielleicht weil ich den nötigen Abstand habe und ganz nüchtern und rational an die Sache herangehen kann. Doch bei einem selbst ist das so viel verflucht schwerer.

Und so stehe ich hier gerade vor dem Wirrwarr an Wegweisern und erkenne nicht mal mehr meine eigene Hand unmittelbar vor Augen. Alle Wege scheinen ins Nichts zu führen, es fehlt das Ziel, die Perspektive. Ich möchte so gern den richtigen Weg beschreiten und möglichst niemanden dabei enttäuschen und schon gar nicht selbst enttäuscht werden. So viele Erwartungen, die in einen gesetzt werden, bei denen ich das Gefühl habe, ihnen nicht gerecht werden zu können. Und wie so oft werde ich es nicht allen Recht machen können.

Jeden Tag gehe ich ins Bett in der Hoffnung am nächsten Morgen klarer zu sehen, den richtigen Weg zu erkennen. Aber statt der klaren Sicht sehe ich nur noch zwei Wegweiser mehr. Es fällt mir schwer, in diesem Durcheinander noch einen klaren Gedanken zu fassen. Was ist gut? Was ist schlecht? Gibt es doch nicht nur schwarz und weiß, sondern auch viele Grautöne? Ich weiß es nicht. Und ich mag auch nicht mehr darüber nachdenken. Ich möchte heute einschlafen und mich dann Morgen an die Hand nehmen lassen um dann auch mal den richtigen Weg gezeigt zu bekommen. Und ich möchte ganz sicher nicht an diesem Schildermeer zurückgelassen werden.

Warum muss ich immer um alles kämpfen, viel investieren und alles riskieren? Läuft nicht genau dann etwas verkehrt? Ich weiß es nicht… wie so vieles im Moment.

Nov
16

Brummkreisel Magen

By Olly  //  Weblog  //  3 Comments

Ich habe in meinem Leben viele Gespräche geführt. Vorstellungsgespräche, Beichten bei den Eltern oder intime Geständnisse beim Spielen von “Wahrheit, Lüge oder Pflicht”. Vor vielen hatte ich echte Angst, vor anderen war ich total nervös und aufgeregt. Von vielen hing sehr viel ab. Doch es gibt immer wieder Gespräche, vor denen sich mir quasi der Magen einmal umdreht und wie ein Pulli beim Ausziehen von innen nach außen gedreht wird. Ich habe echte Bauchschmerzen. So richtig. Das Einzige, was wirklich gut ist: Junior drückt mir beide Daumen, auch wenn er absolut nicht weiß, worum es eigentlich geht. Aber wenn er es wüsste: Ich bin überzeugt, er würde sogar mehr drücken als er hat.

Nov
6

Die kaputte Keksdose

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

Es gibt Dinge im Leben, die sind einem besonders wichtig, liegen einem besonders am Herzen. Für andere wären sie vermutlich ohne jeden Wert, kitschiger Mist oder gar Normalität. Für Missy war so ein besonderer Gegenstand ihr alter Zuckerpott. Den hatte sie mal vor langer Zeit von ihrer inzwischen verstorbenen Großmutter geschenkt bekommen. Dieser Zuckerpott hat sie große Teile ihres Leben begleitet, viele Umzüge überstanden und hatte eine so wichtige, mit Geld nicht aufzuwiegende Bedeutung für sie. Und ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Eine Freundin von Junior war zu Besuch und beide waren in der Küche etwas trinken. Und da muss es dann irgendwie passiert sein: Der Deckel fiel runter und zerbrach in viele kleine Teile. Die Kinder waren so geschockt, dass sie nicht mal genau erklären konnten, was genau passiert war. Junior war geschockt, weil er um den Wert wusste, die Freundin brach lautstark in Tränen aus. Und Missy? Für Missy brach in dem Moment eine Welt zusammen. Ich kann es inzwischen gut nachvollziehen.

Ich hatte schon mal darüber geschrieben. Für mich hatte so eine Faszination immer Omas Keksdose. Die Kekse aus dieser Dose hatten stets einen besonderen Reiz und waren das Highlight eines jeden Tages. Doch wenn etwas so furchtbar lecker ist, dann macht man einen folgenschweren Fehler: Man steigert den Genuss immer mehr und irgendwann sind auch die leckersten Kekse nichts besonderes mehr. Eben weil man sie jeden Tag hat, sie Normalität geworden sind. Und genau dann weiß man deren Qualität nicht mehr richtig zu schätzen. So hatte ich jeden Tag meine Ration Kekse, die irgendwann nicht mehr so gut schmeckten wie noch vor einiger Zeit. Und genau dann geschah es, die Dose fiel mir runter und zerbrach. Und so stand ich vor den vielen kleinen Teilen der zerbrochenen Keksdose. Keine Dose – keine Kekse. Unendliche Schmerzen und Trauer. Und nun?

Den Wert einer Sache lernt man erst dann genau zu schätzen, wenn man sie a) nicht mehr hat oder sich b) damit auseinander setzen muss, was wohl wäre, wenn man sie nicht mehr hätte. Ich habe diese Erfahrung einmal in meinem Leben machen müssen. Damals habe ich erkannt, dass Gesundheit eben etwas ist, dass man erst zu schätzen weiß, wenn man einmal so richtig fies schlimm krank ist, einem der Sargdeckel zweimal aufs Gesicht gefallen ist bevor man dem Tod doch nochmals galant von der Schippe gesprungen ist. Und genau dann wird einem klar, wie wichtig einem diese eine Sache ist. Eben nicht so wichtig wie „Nach dem Pipi machen Hände waschen“ sondern eher so die Kategorie von „Springe nicht aus dem Flugzeug ohne Fallschirm!“. Doch was tut man, wenn man vor den Trümmern einer solchen Keksdose steht?

Der einfachste Weg wäre natürlich einfach in den nächsten Laden zu gehen und vom Grabbeltisch ein neues Modell zu kaufen. Doch das wäre nicht ansatzweise das gleiche. Die Magie wäre weg, die Kekse nichts besonderes mehr. Eben nur noch lieblose Massenware ohne jeglichen Wert. Und mal ehrlich: Würde Batman zu Fiat gehen und sich da ein neues Auto kaufen wenn sein Batmobil kaputt wäre? Würde Bayern München mich verpflichten, wenn sich Franck Ribéry die Beine bricht? Würde Tokio Hotel Heino verpflichten, wenn sich Bill irgendwelchen Solo-Projekten widmen würde? Natürlich nicht! Weil es nicht das gleiche wäre.

Also was nun tun? Ich werde es genau so tun, wie es Missy mit ihrem Zuckerpott auch gemacht hat. Ich werde die Teile alle einsammeln, sortieren und dann in filigraner Kleinarbeit sauber aneinander kleben. Und dann werden die Kekse auch wieder schmecken und das Leben hat wieder einen Sinn. So und nicht anders.

Okt
4

40 Fragen

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

Im Moment läuft’s durch alle Blogs und da ich gerade nichts besseres zu tun habe, nun auch hier. Ich glaube, dass ich das sogar schon mal irgendwann beantwortet habe. Bin jetzt aber zu faul zum Suchen:

Wann bist du heute aufgestanden?
9:30 Uhr klingelte der Wecker. Ich wollte heute am freien Tag noch eine neue Hose und eine Krawatte kaufen. Hat auch alles soweit geklappt.

Diamanten oder Perlen?
Sind mir total egal.

Was war der letzte Film, den du im Kino gesehen hast?
Das war am Freitag Der Baader Meinhof Komplex. Ziemlich beeindruckender Film, wenn auch arg gehetzt. Kein Wunder, wenn man versucht zehn Jahre deutsche Geschichte in 2,5 Stunden zu erzählen.

Was ist deine liebste Fernsehserie?
Trotz aller Schwächen 24 und LOST. In letzter Zeit gefiel mir die neue Serie von J.J. Abrams ziemlich gut: The Fringe, eine Mischung aus Schweigen der Lämmer und Akte X.

Was hast du normalerweise zum Frühstück?
Toast mit Nutella.

Was ist dein zweiter Vorname?
Habe ich nicht.

Welches Essen magst du überhaupt nicht?
Ich bin bei Essen extrem wählerisch und empfindlich. Die Liste mit Sachen, die ich gar nicht mag ist deutlich länger als die mit den Sachen, die ich sehr gern mag. Darüber wird auch unter den Kollegen immer wieder gerne gelacht.

Was ist deine momentane Lieblings-CD?
One Cell in the Sea von A Fine Frenzy, einfach wunderbar schön. Gleiches gilt übrigens für die Sängerin.

Welches Auto fährst du?
Ich selbst fahre kein Auto (mehr).

Lieblings-Sandwich?
Klassisches BLT, bei Subway jedoch das Chicken Teriyaki.

Welchen Charakterzug lehnst du ab?
Unehrlichkeit

Dein Lieblingskleidungsstück?
Meine Wohlfühlklamotten.

Wenn du irgendwo auf der Welt hinfliegen könntest?
San Francisco oder eine Trauminsel.

Lieblings-Kleidermarke?
Ist mit inzwischen total egal, hauptsache es passt, sieht gut aus und ist bequem. Dann ist mir auch egal, ob da D&G oder C&A drauf steht.

Wo willst du dich zur Ruhe setzen?
Ich befürchte, dass ich nicht alt genug werde um so etwas wie Ruhestand genießen zu können.

An welchen Geburtstag erinnerst du dich?
An meinen 18. Geburtstag. Nicht weil da so hemmungslos gefeiert wurde, sondern weil es halt mit Führerschein usw. ein bedeutender Einschnitt im Leben war.

Welchen Sport schaust du dir am liebsten an?
Eigentlich nur Fußball, im Moment aber nicht mal das.

Weitester Ort, wo du das hier hinschickst?
Das überlassen wir mal Meister Zufall, ich weiß es also nicht.

Wann ist dein Geburtstag?
01. Juli

Bist du ein Morgenmensch oder Nachtmensch?
Früher war ich immer ein Nachtmensch. Ich musste morgens nicht früh raus und war oft bis in die Morgenstunden wach. Inzwischen kann ich immer noch sehr gut lange wach bleiben, nur klappt das mit dem Ausschlafen irgendwie nicht mehr. Ich habe meine Zeiten, zu denen ich einfach wach werde. Ob ich will oder nicht.

Was ist deine Schuhgröße?
43/44 je nach Modell

Haustiere?
Drei Katzen und ein Kaninchen

Irgendwas Neues, Aufregendes, das du uns unbedingt mitteilen musst?
Nein, nicht wirklich.

Was wolltest du früher mal werden?
Ich hab’s glaube ich schon mal in einem anderen Fragebogen geschrieben. Als Kind wollte ich wirklich mal Büstenhalter werden.

Wie geht’s dir heute?
Nicht wirklich gut. Mir ist gerade nach einsamer Insel, den Kopf frei bekommen. Ich fühle mich gerade leer und kaputt. Dazu kommt, dass ich zu wenig geschlafen habe und das dann auch noch schlecht. Es gibt Tage, da verliert man eben.

Was ist deine Lieblingsnascherei?
Ich weiß nicht genau wie die Dinger heißen, habe ich vorhin beim Einkaufen auch nicht gefunden. Ich glaube es hieß Dove. So Schokoteile mit einer ganz weichen Caramel-Füllung.

Auf welchen Tag in deinem Kalender freust du dich schon?
Auf meinen nächste Urlaub und auf Weihnachten. Beides noch zu lange weg.

Was hörst du gerade?
Wie weiter oben erwähnte CD von A Fine Frenzy.

Was hast du als letztes gegessen?
Vorhin ein Menue bei Burger King mit Junior.

Lieblingsgetränk?
Coke Zero.

Lieblingsrestaurant?
Ich bin da nicht festgelegt. So etwas wie eine Stammlokal habe ich nicht, da ich dazu zu gerne mal was Neues ausprobiere. Wird ja sonst auch irgendwie langweilig.

Echte Haarfarbe?
Dunkelbraun.

Was war als Kind dein Lieblingsspielzeug?
Definitiv meine Lego-Bausteine. Damals gab es ja noch nicht diese vielen Spezialsteine und alles sah extrem klobig aus. Dennoch ein faszinierendes Spielzeug.

Kaffee oder Tee?
Tee, Kaffee geht gar nicht.

Was ist unter deinem Bett?
Nichts außer Staub.

Wovor hast du Angst?
Definitiv vor dem Tod.

Wie viele Schlüssel hast du an deinem Schlüsselbund?
Mit dem Auto habe ih auch das mit dem Schlüsselbund aufgegeben.

Liebster Wochentag?
Samstag, da habe ich selbst frei, kann jedoch eine Vielzahl an Geschäften aufsuchen.

Findest du schnell Freunde?
Ich habe eigentlich nie Probleme gehabt, Anschluss zu finden. Richtig gute Freunde, also so etwas wie ein “Bester Freund” will ich gar nicht mehr haben. Dazu wurde ich von solchen zu oft vor den Kopf gestoßen und verarscht. Das passiert mir nicht wieder.

Hast du viele Freunde?
Das war sicher schon mal mehr. Aber wie das eben so ist, wenn man nicht mehr jeden Spaß mitmachen kann und weniger flexibel ist: Man wird uninteressanter.

Okt
3

Langes Wochenende

By Olly  //  Weblog  //  1 Comment

Tag der deutschen Einheit also. Langes Wochenende, eigentlich. In der Praxis fühlen sich diese langen Wochenenden kürzer an als die normalen. Eben weil man da ja so viel erledigen kann bzw. muss. Es ist ja langes Wochenende. Gestern dann die übliche Hektik beim Einkaufen, schließlich wird nie wieder ein Laden aufhaben nach so einem Feiertag. Zumindest sieht es beim Einkaufen so aus. Außer man kauft bei Aldi ein.

Da wollte ich noch fix den fertigen Pizzateig kaufen, den es heute geben soll. Und so reihte ich mich mit zwei dieser Pakete in die übersichtliche Kassenschlange ein. Als ich so überlegte, was noch zu erledigen war, begutachtete ich die Einkäufe der anderen Leute. Vor mir eine ältere Frau, die offenbar den Spaß im Leben schon hinter sich hatte. Zwei Flaschen Rum, eine Flasche Cola und drei Dosen Katzenfutter. Klingt nach einem spaßigen Wochenende in Begleitung.

Hinter mir ein Mann in den Vierzigern. Er steht offenbar auf Bildung, hat sich fürs Wochenende eine Lisa gekauft. Auch er achtet auf gesunde Ernährung: Große Flasche Magenbitter, eine Flasche Cola und eine Schachtel Kippen. Ein Hauch von ernst gemeintem Mitgefühl kommt über mich. Kurz im Lebensplan verankern später nicht so werden zu wollen.

Am Abend musste ich kurz an die beiden vom Einkaufen denken, denn da kam ich auch mit Alkohol und Zigaretten in Kontakt. Allerdings rauchte die Kippe meine Begleitung und der Alkohol war ein leckerer Cocktail. Ich weiß nicht wirklich, was die beiden vom Aldi gemacht haben, aber ich bin überzeugt, dass sie nicht so gut unterhalten waren. Nach dem leckeren Essen mit Cocktails gab es Der Baader Meinhof Komplex, sehr interessanter Film. Und so geht auch dieses lange Wochenende viel zu schnell um. Heute aufräumen, morgen Abschlussball und am Sonntag nochmal ein bisschen ausspannen bevor die neue Woche beginnt. Selbst diese langen Wochenenden sind zu kurz. Ich stelle das ja immer wieder fest.

Okt
1

Kloß im Hals

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass mich nicht mehr viel schocken kann, doch vorhin wurde ich aufmerksam gemacht auf dieses Weblog. Dort schreibt Andrea über ihren Mann Michael. Michael ist ein an Krebs erkrankter Familienvater und gilt als “austherapiert”. Allein das Wort ist schon so unsagbar furchtbar. Hoffnung hatten die beiden in eine spezielle Therapie, die jedoch mit etwa 18.000 Euro zu Buche schlagen sollte. Nach Veröffentlichung ihrer Geschichte kam das Geld durch Spenden tatsächlich zusammen. Im Weblog berichtet Andrea seit dem über die Fortschritte und Rückschläge.

Ich kenne die beiden nicht wirklich, befand mich aber selbst mal in einer sehr bedrohlichen Situation. Und als ich da jetzt so einige Beiträge gelesen habe, steckte mir ein mächtig großer Kloß im Hals und die Tränen stiegen in die Augen. Ich bewundere diese Frau, die insbesondere in so einer schweren Zeit zu ihren Mann steht. Eine Eigenschaft, die leider nicht mehr weit verbreitet ist.

539 Tage ging der Kampf, bis zu dem Tag, als klar war, dass es nichts mehr zu kämpfen gibt. Ist das nicht verrückt? Was für eine lange Zeit, und was in der Zeit alles passiert ist. Ich wundere mich selber immer wieder, wie wir das eigentlich alles aushalten konnten. Aber wir sind reingewachsen, so wie man z.B. auch in alles reinwächst, wenn man das erste Kind bekommt. Oder so. Irgendwie.

Michael geht es verhältnismäßig gut, wenn man noch von ‘gut’ reden kann. Wir hatten einen so schönen Nachmittag gestern, ohne Tränen und mit vielen blöden Witzen. Wir haben uns geschworen, in all dem Mist nicht auch noch den Humor zu verlieren. Manchmal muss man sich eben gegenseitig daran erinnern.

Was muss das für eine Situation sein? Wo man den eigenen Kindern erklären muss, dass der Papa bald nicht mehr da sein wird. Ich mag da nicht wirklich drüber nachdenken, es tut nur weh. Und wenn ich vor etwas wirklich Angst habe, dann vor dem Sterben.

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