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Crysis: Zum Sterben schön

B27C8D97-662A-4FA0-B038-6EFD6C566808.jpgNach dem bravourösen Call of Duty 4 kam mit Crysis das mit reichlich Hype ins Feld geschickte Crysis. Crysis ist ein technisch überragender Shooter, der selbst hochgezüchtete Hardware mit einem müden Lächeln begrüßt. Selbst auf meinem Intel Quad Core mit 2 GB Ram und GeForce 8800 GTX (768 MB Ram) läuft das Spiel nicht immer durchgehend flüssig und dabei nutzte ich nicht mal die höchstmöglichen Einstellungen. Was dafür aber geboten wird stellt optisch alles in den Schatten, was jemals auf irgendeinem System lief. So opulent hat noch kein Computer- oder Videospiel ausgesehen.

Die Story ist ziemlich banal: Auf einer Insel findet sich eine merkwürdige Energiequelle. Koreaner und Amerikaner kollidieren in zahlreichen Gefechten bei der Such danach, um gemeinsam festzustellen, dass eine noch viel größere Bedrohung auf der Insel lauert: Außerirdische. Soweit so gähn. Einen Hauch von Innovation gibt es durch den Nanaosuit der zu spielenden Eliteeinheit. Dieser Kampfanzug kann im Spiel in verschiedene Modi geschaltet werden. Dann verleiht der Anzug mehr Kraft (z.B. höhere Sprünge), mehr Geschwindigkeit (Autos werden zu Fuß abgehängt), einen Schildmodus (gegnerische Kugeln haben weniger Wirkung) oder den so wichtigen Tarnmodus mit dem man nahezu unsichtbar ist.

Durch diese Möglichkeiten und durch die Tatsache, dass die Gegner viel einstecken und teilweise sehr clever agieren, ist taktisches Vorgehen unabdingbar und gezielter Einsatz dieser Modi nötig. Und dadurch sind eigentlich alle Probleme im Spiel auf verschiedene Arten lösbar. So kann man langsam und getarnt vorgehen oder sich wie Rambo in die Schlacht werfen, je nach persönlicher Vorliebe oder Notwendigkeit im Spiel. Crysis ist wie der Vorgänger Far Cry dabei zunächst ziemlich offen. Im Gegensatz zu Call of Duty 4 gibt es keine „Schlauchlevel“, es gibt verschiedene Wege zum nächsten Missionsziel. Zum Ende hin wird das Spiel linearer und es gibt mehr geskriptete Sequenzen, um die Story voranzutreiben.

Shooter-Fans haben es im Moment nicht leicht denn die Auwahl ist gerade – auch unter den absoluten Tophits – richtig groß. Call of Duty 4 hat die stärkere Präsentation, Crysis dagegen die offenere Spielwelt und noch bessere Optik. Den richtigen Rechner vorausgesetzt führt eigentlich kein Weg an Crysis vorbei, sofern man sich nur entfernt für Egoshooter interessiert.

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Moderne Unterhaltung: Call of Duty 4

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Geschafft. Die Welt ist gerettet – wieder einmal. Vor wenigen Minuten lief der Abspann von Call of Duty 4 über meinen Monitor. Eine gewisse Befriedigung setzt ein. Nach dem Abspann gab es noch eine Epilog-Mission. Ein Feature, dass sehr schön zeigt, wie „rund“ dieses sensationell gute Spiel ist. Nach vielen verbuggten Spielen zuletzt macht COD4 einen bis ins letzte Teil einen schon fast perfekten Eindruck. Während der Trainingsmission wird die Maussteuerung angepasst, danach der für mich optimale Schwierigkeitsgrad vorgeschlagen aufgrund meiner Trainingsergebnisse. Während die Einsätze geladen werden gibt es kurze Nachrichtigenbriefings, die über den aktuellen Verlauf informieren und auf die nächste Mission einstimmen. Danach rotiert die Satellitenkarte mitten ins Geschehen.

Die drei ersten Spiele der COD-Reihe spielten im Zweiten Weltkrieg und hatten bekannte Schauplätze wie Normandie, Berlin, Stalingrad usw. Teil 3 erschien nur auf Konsolen und kam auch nicht vom eigentlichen Entwickler Infinity Ward. Mit Teil 4 betritt Infinity Ward nun ein modernes Szenario. Erstmals gibt es auch eine richtige Story, die die packenden Einsätze zusammenhält. Der russische Extremist Imran Zahkaev versucht mit Hilfe eines islamistischen Bandenchef namens Al-Asad von einem Anschlag auf die US-Ostküste abzulenken. Das Spiel hat zwei parallele Handlungen. In einem arabischen Land toben sich die USA wieder als Weltpolizei aus, in Zahkaevs Versteck in Aserbaidschan wird dieser von einer Spezialeinheit des britischen SAS gejagt. Beide Handlungsstränge werden parallel gespielt. Bei den amerikanischen Einsätzen gibt es Action a la Black Hawk Down, die SAS-Missionen laufen eher unterhalb des Radars ab.

Call of Duty 4 zeigt eindrucksvoll, wohin sich Unterhaltung entwickeln wird, die Verschmelzung von Film und Spiel. Der Soundtrack stammt von Harry Gregson-Williams (Shrek, Kingdom of Heaven, Deja Vu) und die ganze Inszenierung ist absolut filmreif. Dazu kommt eine Atmosphäre, wie ich sie selten bei einem Spiel gesehen habe. Die Grafik ist derart realistisch, dass schon fast ein beklemmendes Spielgefühl aufkommt. Läuft man durch die Slums in der arabischen Stadt, dann fliegen Papierfetzen durch die Luft. Ich hatte selten das Gefühl, durch Spielkulissen zu laufen. Dazu kommt ein dynamisches Missionsdesign. Ständig läuft irgendwas verkehrt und die eigentliche Mission ändert sich total. Dazu kommt, dass im Gegensatz zu den Vorgängern enorm viel Abwechslung geboten wird. In einer Rückblende geht es nach Tschernobyl, wo ein Attentat auf Zakhaev verübt werden soll. Um dorthin zu kommen, muss der 2-Mann-Trupp sich langsam an großen Gegnermassen vorbeischleichen. Ich kann kaum beschreiben, wie intensiv das Gefühl ist, durch das Gras zu robben, wenn ein Truppentransporter und diverse Soldaten zu Fuß auf einen zukommen.

Bei all den Stärken gibt es aber dennoch ein paar Kritikpunkte. Das Setting kann durchaus auf den Magen schlagen, da es aus den aktuellen Nachrichten nur allzu bekannt ist. Gerade die Mission an Bord eines AC-130 Gunships sehen aus wie ein Livebericht von CNN aus dem Irak. Dann sind da noch immer wieder Passagen, wo an Knotenpunkten unendlich Gegner spawnen, bis man selbst endlich vorrückt. Abseits davon passt wirklich alles. Ich werde sicher nochmal einen neuen Versuch machen, dann auf einem höheren Schwierigkeitsgrad. Außerdem habe ich noch nicht alle Laptops im Spiel gefunden, mit denen Bonusinhalte wie ein Arcade-Modus freigeschaltet werden. Wer nur ein Actionspiel 2007 spielen will, sollte sich Call of Duty – Modern Warfare unbedingt genauer ansehen. Eine Demoversion ist via offizieller Webseite verfügbar.

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Der Screenshot zeigt nicht annähernd, wie eindrucksvoll das in Bewegung aussieht. Klicken für volle Darstellung. Und jetzt noch ein paar bewegte Bilder, die in der kleinen Auflösung dem Spiel auch nicht gerecht werden.

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Half-Life 2 Revisited

Half-Life 2

In etwas mehr als der zurückliegenden Woche, habe ich Half-Life 2 inklusive Episode 1 und 2 durchgespielt. Zu Half-Life 2 habe ich ja vor einiger Zeit schon Mal eine kleine Jubelarie geschrieben. Dies kann ich heute immer noch so unterschreiben, mit dem neuen Rechner sieht das Spiel immer noch gut aus. Episode 1 und 2, die beiden Addons, die die Geschichte um Gorden Freeman und die Invasion der Combine, sind ganz große Spielekost.

Beide Addons haben in der Mitte jeweils einen kleinen Hänger aber auch extrem fesselnde Momente, die mit zu den besten der Spielegeschichte gehören und beide zusammen mit dem Hauptprogramm zu echten Klassikern machen. In Low Life, einen Level in Episode 1 geht es nur mit einer Taschenlampe durch eine extrem dunkle Passage. Mir der Taschenlampe wird der Weg ausgeleuchtet, während die Begleiterin Alyx die Zombies beschießt. Extrem spannend, da man selbst nicht eingreifen kann, außer durch das richtige Ausleuchten des Weges. Auch der Endkampf im Episode 1 inklusive der vorhergehenden Evakuierung hat es wirklich in sich.

Episode 2 hat noch mehr dieser packenden Momente. Zu allererst fällt da mir da natürlich der gigantische Endkampf gegen eine Horde von Stridern ein. Dagegen ist War of the Worlds wie ein gemütlicher Kindergeburtstag. Auch der Hinterhalt der Combine auf der Landstraße in den Bergen hatte es mir angetan. Oder der Angriff der Antlions aus den vier Tunneln. Erinnerte mich spontan an „Aliens – Die Rückkehr“. Der Adrenalinpegel war über weite Strecken des Spiels extrem hoch, in einigen Momenten habe ich vor Schreck die Maus über den Tisch geworfen. Ich bin langsam zu alt für diese Scheiße.

Irgendwie ist es nun schade, dass das Ende erreicht ist. Bis Episode 3, das Ende hatte ja wieder einen brutalen Cliffhanger, ist es ja noch reichlich Zeit. Dann werde ich mich vermutlich nochmal durch alle Abenteuer durchhangeln. Aber bei so guter Unterhaltung macht man das ja gerne.