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Mai
18

Nothing but the truth

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

nothingSeit ich meinen Kino-Konsum von zwei bis drei Mal die Woche auf ein absolutes Minimum konzentriert habe, konzentriere ich mich wieder mehr auf Perlen auf DVD- und blu-ray. Immer wieder entdecke ich dort ein paar echte Highlights, die entweder gar nicht oder erst sehr viel später ins Kino kommen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist „Nothing but the truth“ aus dem Jahre 2008. Der Film ist inzwischen in den USA auf DVD raus, für Deutschland ist wohl noch ein Kinostart für 2009 geplant, eventuell.

Der Film wurde inspiriert vom Fall der für die New York Times arbeitenden Journalistin Judith Miller, die 85 Tage in Beugehaft gesessen hat, weil sie ihre Quelle im Rahmen der Plame-Affäre nicht öffentlich machen wollte. In dieser Affäre wurde die Geheimdiensttätigkeit einer amerikanischen Diplomatenfrau im Umfeld des Irak-Krieges öffentlich gemacht. In den USA stellt der Verrat einer solchen Geheimdienst-Tätigkeit ein schweres Verbrechen dar, das nach Ansicht der Politik über der Pressefreiheit zu stehen hat.

Wer jetzt jedoch ein politisches Katz-und-Maus-Spiel erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Die ganze Rahmenhandlung um eine Journalistin, die ihren Informanten schützen will, ist die Grundlage für ein emotionales Drama über die beteiligten Personen. In der Hauptrolle sehen wir Kate Beckinsale als Reporterin Rachel Armstrong. Es handelt sich dabei um die gleiche Kate Beckinsale, die sich in hautengen Hosen sexy durch die Underworld-Kulissen bewegt oder mit schmachtendem Blick in Pearl Harbor hinter Ben Affleck her schaut.

Im Film deckt sie (und hier haben wir die Parallele zur Plame-Affäre) die Identität einer geheimen CIA-Agentin auf. Der ehrgeizige Staatsanwaltschaft DuBois (Matt Dillon) wird eingesetzt um herauszufinden, wer diese geheimen Informationen illegaler Weise weitergegeben hat. Rachel Armstrong verweigert die Herausgabe dieser Information, um ihre Quelle und allgemein journalistische Prinzipien zu schützen. Um Druck auszuüben landet Rachel in Beugehaft.

Danach geht es um die Fragen, ob sie die Quelle preisgeben wird, ob sie von anderen (u.a. ihrem Arbeitgeber) unterstützt wird und wie lange sie dies alles aushalten kann, da sie sowohl von Ehemann als auch Kleinkind getrennt ist. Ich fand es extrem ergreifend, wie diese Frau im Film alles opfert, nur um ihren Prinzipien treu zu bleiben und sich für das einzusetzen, an was sie glaubt. Dass später noch ein weiterer Grund für ihr Handeln offenbart wird, macht das Ganze dann noch plausibler.

Ihr Engagement mag zunächst verständlich und normal erscheinen, spätestens jedoch als die Ehe und die Beziehung zum Sohn auf dem Spiel stehen, tut es richtig weh, dem Treiben noch weiter zuzusehen. Rachel steht dann vermeintlich als Karrierefrau da, die ihren Job über ihre Familie stellt. Ihr gegenüber steht ein Staatsanwalt, den man nur zu leicht als Feind ausmacht. Objektiv gesehen, macht er jedoch nur seinen Job.

Im weiteren Verlauf möchte man am liebsten laut „Halt!“ schreien, so eindringlich spielt Beckinsale eine am Ende fast zerbrochene Frau. Die Begegnungen mit ihrem Mann, die am Anfang noch voller Liebe und Vertrauen stecken, sind am Ende nur noch distanzierte Pflicht. Die Treffen mit dem inzwischen völlig verfremdeten Sohn gehen extrem unter die Haut. Beckinsales Performance ist absolut überzeugend, etwas, dass ich ihr so gar nicht zugetraut hätte. Sie wirkt auf der einen Seite überzeugt und zielstrebig auf der anderen Seite jedoch auch zweifelnd und verletzlich. In den Nebenrollen überzeugen Matt Dillon als Staatsanwalt, Angela Bassett als Herausgeberin, David „Friends“ Schwimmer als Ehemann, Vera Farmiga als aufgeflogene CIA-Agentin Erica Van Doren und ganz besonders Alan Alda als Washingtoner Star-Anwalt. Gerade letzterer macht eine gute Entwicklung im Film durch vom arroganten Wichtigtuer zum verständnisvollen Vertrauensmann.

Das Script zu Nothing but the truth stammt aus der Feder von Rod Lurie, der unter anderem die leider zu unrecht gefloppte TV-Serie Command in Chief zu verantworten hat. Ihm ist es gelungen eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Dazu kommt ein tolles Ende, das sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, meiner Meinung nach aber wirklich optimal für diesen Film ist. Mir ist völlig unverständlich, warum dieser Film nicht erfolgreich im Kino lief, denn ein Dasein als „Direct to DVD“-Vermarktung hat er wirklich nicht verdient.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Mai
11

Gran Torino

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

gtImmer wenn ich wieder irgendwo einen Fragebogen ausfüllen muss, stoße ich früher oder später auf die Frage nach dem Lieblings-Regisseur und für gewöhnlich fällt mir da einer immer sofort ein: Clint Eastwood. Zu Eastwood-Filmen hege ich eine lange andauernde Sympathie, die ihren Höhepunkt in Million Dollar Baby fand, bis heute einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Natürlich war ich voller Vorfreude, als ich den ersten Trailer zu Gran Torino sah. Irgendwie konnte ich schon da nicht glauben, dass Clint wieder an seine alten Dirty-Harry-Erfolge anknüpfen wollte. Insofern erwartete ich da schon eine gewisse Überraschung.

Zunächst war ich sehr geschockt. Clint spielt den griesgrämigen Ruheständler Walt Kowalski, der frisch zum Witwer wurde und sich sowohl von seiner nervenden Familie als auch generell dem Rest um ihn herum entfernt hat. Zu seinem täglichen Lebensinhalt gehört es, sich über die Änderungen in der unmittelbaren Nachbarschaft aufzuregen, die überwiegend fremde Immigranten bewohnen. Clint spielt diesen alten Mistsack, der sich einfach über alles aufregen kann, so überzeugend, dass er sofort all meine Antipathie beansprucht. Die Dialoge stecken voller Gemeinheiten, die perfekt zu so einem verbohrten Dickschädel passen. Stellvertretend sei nur an die Diskussion zwischen Walt und dem Frisör erinnert: „Ten bucks? Jesus Christ, Marty. What are you, half Jew or somethin’? You keep raising the damn prices all the time.“ – „It’s been ten bucks for the last five years, you hard-nosed Polak son of a bitch.“

Eastwood-Filme leben zu einem großen Teil von toll gezeichneten Charakteren und deren Entwicklung im Verlauf der Geschichten in denen sie spielen. Und wie in Million Dollar Baby tritt auch hier jemand in sein Leben und stellt es damit langsam aber sicher auf den Kopf. In Gran Torino ist es einer von den „schlitzäugigen Buschratten“, wie Walt seine Nachbarn aus Fernost so gerne beschimpft. Der junge Sohn Tao versucht Walts perfekt in Schuss gehalten 72er Gran Torino zu stehlen, um Mitglied einer Gang zu werden. Natürlich erwischt Walt ihn bei dem Versuch. Um dies wieder gut zu machen, muss sich Tao auf Druck der Familie in den Dienst von Walt stellen bis die Schuld beglichen ist.

Und dann beginnt ein schleichende Prozess in Walt, der diesen verbitterten, alten Sack doch tatsächlich zum Menscheln bringt. Das ist zutiefst rührend und glaubhaft. Er erkennt, dass die Nachbarn von Grund auf gute Menschen sind und nichts mit seinen Vorurtelen und Vorbehalten zu tun haben. Er erkennt, dass Tao zu mehr berufen ist als sein Dasein in einer Gang halbstarker Idioten zu tristen. Insofern übernimmt er die Verantwortung Tao wichtige Tugenden und Inhalte fürs Leben zu vermitteln. Nicht mit erhobenen Zeigefinger oder mit der übergroßen Moralkeule, sondern eben so, wie das so ein Mensch tun würde.

Ein bisschen darf Clint dann aber doch den Dirty Harry spielen, nämlich bei den Konfrontationen mit der Gang. Denen erklärt er schon mal eindrucksvoll, dass es Menschen gibt mit denen man sich besser nicht anlegt. Eben jemand wie er selbst. Und hier schiebt einen der Film ein wenig in die falsche Richtung und kommt am Ende dann mit einer kleinen, aber absolut passenden Überraschung daher. Und seien wir doch mal ehrlich: Wer will denn wirklich einen 77jährigen Clint Eastwood sehen, der 20jährige Rapper in Baggy-Pants vermöbelt?

Ich kenne keinen Schauspieler, der besser einen eiskalten, verbitterten Menschen spielen kann, der langsam Wärme in sein Herz bekommt. Und ich kenne keinen Regisseur, der so eine Geschichte besser erzählen könnte als eben genau dieser Clint Eastwood. Für den ganz großen Wurf fehlt mir ein wenig das Originelle, dazu habe ich solche oder ähnliche Geschichten schon zu oft gesehen, wenn auch nicht in dieser Qualität. Dazu kommt, dass Gran Torino sich sehr viel Zeit für seine Geschichte lässt. Gerade am Anfang für meinen Geschmack sogar schon etwas zu viel.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Mrz
9

Der Vorleser (The Reader)

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

vorleser.jpgInhalt: Deutschland in den 50er Jahren. Der junge Michael Berg begegnet nach der Schule der mysteriösen Hanna Schmitz. Obwohl diese etwa 20 Jahre älter ist, kommt es zwischen den beiden zu einer knisternden Affäre, bei der es um lediglich zwei Dinge geht: Sex und Bücher. Bei seinen täglichen Besuchen liest Michael Hanna aus Büchern vor und bekommt dafür quasi als Belohnung Sex mit Hanna. Die Affäre dauert einen Sommer lang und Hanna verschwindet aus Michaels Leben genau so schnell wie sie gekommen war.

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Feb
9

Frost/Nixon

By Olly  //  Weblog  //  2 Comments

frostnixon.jpgInhalt:

Das erste Interview nach seinem Rücktritt führte Richard Nixon ausgerechnet mit dem britischen Talshow-Moderator David Frost. Seine Wahl begründete sich darauf, dass für Frost politische Diskussionen absolutes Neuland waren und er davon überzeugt war, Frost sowohl intellektuell als auch rhetorisch in die Tasche stecken zu können. Der Film basiert auf dem sehr erfolgreichen Brodway-Theaterstück von Peter Morgan, in dem ebenfalls die beiden Hauptdarsteller Frank Langella und Michael Sheen die prominenten Rollen übernahmen.

Kritik:

Endlich mal wieder ein Film, der alle meine Erwartungen zur vollsten Zufriedenheit erfüllt. Ron Howard inszeniert ein Stück amerikanische Zeitgeschichte. Das hat schon bei Apollo 13 bravourös funktioniert und das tut es auch bei Frost/Nixon. Er fängt wunderbar die Welt der 70er mit all seinen verrückten Frisuren und eigenartigen Klamotten ein. Über weite Strecken stellt sich das Gefühl ein, alte TV-Aufnahmen zu sehen. Dazu kommt, dass es ungemein unterhaltsam ist, dem mächtigen Nixon zuzusehen, wie er versucht seine Reputation wieder herzustellen. Auf der anderen Seite ist der umtriebige Fernsehmacher, der seiner Vision nachgeht und sich damit zu übernehmen scheint.

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Jan
28

Der fremde Sohn (The Changeling)

By Olly  //  Weblog  //  2 Comments

changelingInhalt:

Los Angeles, Ende der 20er Jahre. Die leitende Telefonistin Christine Collins kommt nach einem langen Arbeitstag nach Hause und bemerkt, dass ihr neunjähriger Sohn Walter nicht zu Hause ist. Die Polizei beginnt mit der Suche. Zehn Monate später präsentiert Captain J.J. Jones Christine den wiedergefundenen Sohn. Doch Christine erschrickt, denn der gefundene Junge ist nicht ihr Sohn. Doch niemand glaubt Christine, zumal die wegen Korruptionsvorwürfen gebeutelte Polizei mit dieser Familienzusammenführung ihr Image polieren will. Christine kämpft darum, dass ihr geglaubt wird und will die Wiederaufnahme der Suche erzwingen. Da ihr die Polizei nicht hilft, sucht sie den Weg an die Öffentlichkeit. Die Polizei lässt sie daraufhin für verrückt erklären und in eine Nervenheilanstalt einweisen. Der Film basiert auf dem wahren Fall der „Wineville Chicken Coop Murders“.

Kritik:

Ich bin ein großer Fan von Clint Eastwood. Ich finde es einfach extrem bewunderswert, wie er eine Wandlung vom einstigen Actionhelden bis hin zu einem der besten Regisseure der aktuellen Zeit durchgemacht hat. Er nimmt sich Zeit für seine Geschichten und insbesondere seine Charaktere. Er nimmt sich Zeit, ohne zu langweilen und bringt die Dinge absolut auf den Punkt. Und trotz seines hohen Alters ist Knautschgesicht Eastwood nicht nur enorm aktiv sondern wird auch noch immer besser.

Wie schon Letters from Iwo Jima ist Der fremde Sohn ein ernster, erwachsener Film, der zeitweise sogar relativ brutal ist, auf eine schonungslose Art und Weise. Aber Themen wie Kindesmisshandlung und Mord sind eben keine Kavaliersdelikte und nehmen einen – gerade als Eltern – besonders intensiv mit. Sich dabei noch vor Augen zu führen, dass es so etwas wirklich gegeben hat, macht es da nicht besser.

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Jan
27

United States of Tara

By Olly  //  Weblog  //  Kommentare deaktiviert

United States of TaraKlar, auf dem Serien-Sektor stehen im Moment die aktuellen Staffeln von 24 (Season 7) und Lost (Season 5) im Fokus. Ganz klammheimlich mausert sich in deren Schatten der Neuling United States of Tara zum überraschenden Quoten-Liebling. Die Idee zur Serie, die in den USA auf Showtime ausgestrahlt wird (aktuell zwei Folgen) stammt von Steven Spielberg, das Drehbuch von Juno-Autorin und Oscar-Gewinnerin Diablo Cody. Eine Parallele zu Juno ist bei den sehr gelungenen Dialogen zu finden. Da beschwert die gestresste Mutter Tara darüber, dass sie die Vagina ihrer Tochter nicht micronmanagen kann, als sie in deren Sachen „die Pille danach“ findet.

Genug Lach-Potenzial hat schon die Ausgangslage zur Serie: Die eben genannte Tara leidet an einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Drei verschiedene Persönlichkeiten übernehmen abwechselnd die Kontrolle. Jede Persönlichkeit hat keine Kenntnis vom Vorhandensein der anderen Persönlichkeiten Taras noch deren Handlungen. Dabei könnten diese Persönlichkeiten unterschiedlicher kaum sein:

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Jan
21

Zeiten des Aufruhrs

By Olly  //  Weblog  //  1 Comment

zeitendesaufruhrs1Inhalt:

April und Frank Wheeler sind jung und verliebt. Sie wollen ein Leben ohne Kompromisse abseits der spießigen Konventionen im Amerika der 50er Jahre leben. Doch schnell bleibt der Individualismus auf der Strecke, der Alltag mit dem bisher so verpönten gutbürgerlichen Familienleben mit zwei Kindern im Einfamilienhaus in langweiliger Umgebung zwingt beide in ein Korsett, das beide zu erdrücken droht.

Kritik:

Kate und Leo, das große Schiff, der Eisberg. Beim Gang durch die Kinopaläste im Jahre 2009 könnte sich der Eindruck verfestigen, dass mit Zeiten des Aufruhrs erneut ein großes emotionales Kino-Epos zur Jungfernfahrt aufbricht. Doch das ist ein Irrglaube. Beide schreien durchaus in dem Zwei-Stunden-Drama, aber niemals „Ich bin der König der Welt“ über die Reling eines Luxus-Liners sondern sich gegenseitig an.

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Dez
29

Australia

By Olly  //  Weblog  //  4 Comments

australiaInhalt:

Die britische Adlige Lady Sarah Ashley reist kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in von England ins weit entfernte Australien. Eigentlich will sie ihrem vermeintlich untreuen Ehemann nachstellen, der dort eine Viehzucht aufbauen wollte. Doch als sie vom Tod ihres Mannes erfährt, muss sie sich mit dem raubeinigen Viehtreiber Drover arrangieren. Um die Farm, das Vermächtnis ihres Mannes, zu retten, müssen sie eine Horde Vieh quer durch Australien treiben. Und diese Reise verändert beide ebenso wie das bald folgende Bombardement japanischer Streitkräfte der Stadt Darwin.

Kritik:

Australia ist ein bunter Mix aus allem, was großes Kino ausmacht: Emotionen, Gefühle, Drama, Action, Humor und atemberaubende Bilder. Baz Luhrmann versteht es, die knalligen Farben seines letzten Filmes Moulin Rouge mit den faszinierenden Landstrichen Australiens zu verknüpfen. Das Ergebnis sind teilweise Bilder, die so in einem Museum für schöne Künste stehen könnten. Die mit sechs Jahren nach Moulin Rouge lange Pause und Vorbereitungszeit macht sich also wirklich bezahlt.

Überraschend ist dann jedoch der Einstieg in den Film. Die Dialoge sind eine Mischung aus Naivität und Albernheit, alle Charaktere klar gezeichnet. Zwielichtige Figuren sucht man vergebens, hier ist sofort erkennbar wer böse und wer gut ist. Gerade Nicole Kidmans Figur wirkt zu Beginn wie aus einer Slapstick-Nummer entsprungen. Das gibt dem Film einen ganz eigenwilligen, besonderen Charme.

Ein Problem des Filmes könnte für manchen sein, dass er versucht zu viel sein zu wollen. Wir haben eine große Love Story, die Unterdrückung einer ganzen Kultur, einen grässlichen Krieg und einen kernigen Western. Da kann sich schon mal der Eindruck einschleichen, dass hier zu viel gewollt wird. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt.

Die Chemie der beiden Hauptfiguren Kidman und Jackman stimmt. Beide passen prima in ihre Rollen. Kidman als grazile Aristokratin und Jackman als ganzer Kerl, um sich spuckend in der Wildnis. Zugegeben, die ursprüngliche geplante Besetzung mit Russell Crowe hätte auch prima funktioniert. Ein dickes Lob gilt dem kleinen Brandon Walters. Seine Figur des kleinen Aborigine-Mischlings Nullah ist eine wichtige Figur und letztlich auch der Ezähler des Filmes.

Australia ist aber immer dann am stärksten, wenn die Bildgewalt durchs Kino toben darf. Stellvertretend sei hier die Stampede der Viehherde am Abgrund eines Canyons genannt, bei der man sich beinahe in die Sitzlehnen verbeißt. Absolut beeindruckend und eine der besten Action-Szenen des Kinojahres.

Australia ist ein bildgewaltiges Epos, dass sich Abenteuer-Freunde nicht entgehen lassen sollten. Dieser Film ist definitiv fürs Kino gemacht. Die brachiale Bildgewalt kann im heimischen Wohnzimmer nicht ansatzweise so gut rüberkommen.

Infos

Originaltitel: Australia
Kinostart: 25. Dezember 2008
FSK: ab 12 Jahren
Länge: 166 Minuten
Jahr: 2008
Genre: Drama
Regie: Baz Luhrmann
Buch: Baz Luhrmann, Stuart Beattie
Darsteller: Nicole Kidman, Hugh Jackman

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Nov
26

Das Lächeln der Sterne

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Inhalt

Adriennes (Diane Lane) Leben ist nicht mehr das selbe seit ihr Mann vor sieben Monaten sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat und sie danach mit den beiden Kindern allein sitzen gelassen hat. Doch auf einmal will der reuevolle Ehemann seine Familie zurück. Adrienne versteht die Welt nicht mehr. Um klar zu kommen sagt sie zu, ihre Freundin zu vertreten, die eine kleine Pension in der kleinen Küstenstadt Rodanthe führt. Ein leichter Job, denn schließlich hat sich nur ein Gast angesagt, der in sich gekehrte Arzt Dr. Flanner (Richard Gere). Beide kommen sich näher, denn beide haben eines gemeinsam, denn beide haben eine schmerzhafte Erfahrung hinter sich.

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Mai
10

Die Welle

By Olly  //  Filme, Weblog  //  Kommentare deaktiviert
diewelle.jpg

Inhalt:

Verfilmung des Schullektürenklassikers von Morton Rhue, der auf einem Experiment aus dem Jahre 1967 an der Cubberley Highschool in den USA basiert. Der Gymnasiallehrer Jürgen Wenger startet in eine Projektwoche zum Thema Autokratie ein pädagogisches Experiment, da keiner der Schüler glaubt, dass in der heutigen Zeit die Bildung einer Diktatur noch möglich wäre. Aus dem anfänglich kleinen Experiment wird die Bewegung Die Welle mit speziellen Regeln, uniformer Kleidung und geheimen Gruß. Das Experiment gerät außer Kontrolle.
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