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Wozu um Rat fragen?

In letzter Zeit kommt es häufig vor, dass ich um Rat zu irgendwelchen Themen gefragt werden. Das fängt bei diversem Computerkrams an und endet bei der Frage, was man denn am besten am Abend anziehen soll. Das wäre nicht wirklich schlimm, wenn ich nicht bemerken würde, dass diese Leute nicht wirklich meine Meinung hören, sondern ihre bereits gefasste bestätigt haben wollen. Denn gebe ich einen Rat, der von der bereits gefassten Meinung abweicht beginnt eine lange Diskussion, bei der ich sowieso keine reelle Chance habe. Daher frage ich mich, wozu macht man das und was soll das bringen? Ich meine, wenn ich mich für eine Hose entschieden habe, dann ziehe ich diese an und frage nicht noch erst rum. Wenn ich zwischen zwei Hosen nicht entscheiden kann, frage ich jemanden anderes und lasse mich beraten. Aber andersrum? Nein, nicht wirklich.

Manchmal bin ich Gott oder zumindest dicht dran

Ich habe ja bereits berichtet, wie gerne ich anderen Leuten helfe. Heute war es wieder so weit. Eine Bekannte meines Vaters hatte ihren Umzug hinter sich gebracht. Sie berichtete mir stolz, dass sie den PC ganz allein abgebaut hat inkl. Abtrennung aller 436 Kabel, die aus so einem Gerät kommen. Beim Aufbauen verließ sie jedoch der Mut und sie schaltete einen Profi ein und zwar den Besten, den man für gute Worte bekommen kann. Wer es noch nicht mitbekommen hat, es ist gerade von mir die Rede.

So fuhr ich dort also heute Nachmittag vorbei und schaute mir das Ganze an. Da stand die Kiste also schön in einem speziellen Tischchen aufgestellt und alle Kabel lagen sorgfältig zusammen gerollt daneben. Da ich ja kein Anfänger bin sondern Vollprofi, den man für so was auch nachts um 3 Uhr anrufen kann, baute ich mich 2 m vor dem Gerät auf und kraulte mir den nicht vorhandenen Kinnbart und gab mich nachdenklich. Ich murmelte mir in den Bart, dass ich noch die autoexec.bak bei der Gelegenheit neu compilieren sollte, um etwas besseren Workflow in das System zu bringen.

Dieser anhimmelnde Blick zum PC-Gott, der mit filigranen Fingern die so hochkomplexen Geräte wieder in Bewegung bringt.

Als ich kurz darauf energisch zu den Kabeln griff, um meine Arbeit zu beginnen, war er dann wieder da. Dieser anhimmelnde Blick zum PC-Gott, der mit filigranen Fingern die so hochkomplexen Geräte wieder in Bewegung bringt. Quasi der Dr. Stefan Frank der PC-Experten. Nur knappe fünf Minuten später war dann natürlich alles angeschlossen und betriebsbereit. Es kam gar nicht erst die Frage auf, ob man auch die Funktionsfähigkeit überprüfen sollte. Schließlich war ein echter Fachmann am Gerät. Wenn Paul Bocuse ein Essen kocht braucht man es auch nicht zu probieren, um zu wissen, dass es gut ist.

Manchmal ist es doch schön, so wichtig zu sein. Und so war ich wenigstens für fünf Minuten Gott. Keine Angst, ich rede trotzdem noch mit euch und ihr könnt auch beim freundschaftlichen „Du“ bleiben.

Invasion der DAUs

Ich weiß gar nicht ob ihr es wusstet, aber sobald man sich ein bisschen mit Computern auskennt ist man der Gott und irgendwie scheint einen jeder zu kennen. So plagt man sich am wohlverdienten Wochenende damit rum, anderen Leuten die PCs flott zu machen und genau die Fragen zu beantworten, die normal Zeitschriften wie PC Direkt usw. in dicken Lettern auf ihrem Titel haben. Ich meine, es darf doch auch nicht jeder Auto fahren, warum zum Teufel darf jeder Mensch offensichtlich einen PC kaufen und – noch viel schlimmer – diesen auch benutzen? Wenn es wenigstens so wäre, dass man den Wunsch kurz erledigt, aber nein, der DAU wünscht ja auch noch, das Ganze zu verstehen. Wie soll das gehen? Einstein kann einem Vorschüler wohl kaum die Relativitäts-Theorie erklären. Warum wird von mir so was Komplexes verlangt? Auf diese Fragen gibt es wahrscheinlich genauso wenig eine Antwort wie auf die Frage, warum Frauen immer zu zweit aufs Klo gehen.

Nachtrag: Nach dem Studium der Kommentare muss ich ergänzen, dass es auch DAUs gibt, die die Vorgänge nicht nachvollziehen wollen. Das sind die viel gepriesenen Ausnahmen von der Regel.