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Im Tal von Elah (In the valley of Elah)

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Inhalt:

Hank Deerfield ist Militärpolizist im Ruhestand. Sein normales Leben stellt sich auf den Kopf, als er einen Anruf bekommt, dass sein Sohn unerlaubt abwesend ist. Hank glaubt jedoch nicht an Ungehorsam und reist nach New Mexico, um direkt vor Ort zu ermitteln. Doch seit seiner aktiven Zeit hat sich viel geändert und niemand will ihm helfen. Die einzige Hilfe bekommt er von Detective Emily Sanders, die bei der Polizei vor Ort ebenso isoliert ihren Dienst macht. Als die beiden weiter ermitteln stoßen sie auf ein Netz von Lügen.

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Kaltes Land (North Country)

Kaltes Land (North Country)

Kaltes Land basiert auf einer wahren Begebenheit. Lois Jenson war die erste Amerikanerin, die in den USA einen Prozess wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geführt hat. Sie verklagte die Eveleth Taconite Co. Das wirklich bizarre dabei ist, dass dies erst Ende der 80er Jahre war. Ich hätte direkt nach dem Film gedacht, dass das mindestens in den 70ern gewesen sein müsste. Auf Basis des Urteils von 1991 wurden viele Gesetze zum Schutz vor sexuellen Übergriffen erlassen.

Im Film entspricht Josy (Charlize Theron) dem realen Vorbild Lois Jenson. Sie hat gerade ihren prügelnden Mann verlassen und zieht mit ihren beiden Eltern zurück zu ihren Eltern (Sissy Spacek, Richard Jenkins). Ihr Vater denkt natürlich sofort, dass Josy selbst Schuld hat und wohl mit einem anderen Kerl im Bett erwischt wurde. Schon hier wird klar, dass Josy es nicht leicht hat im Leben. Denn wenn schon die eigene Familie an einem zweifelt, was kann man da erst von Fremden erwarten?

Wo fängt sexuelle Belästigung an?

Josy verdient nicht genug Geld mit den durchschnittlichen Jobs, das Angebot in der örtlichen Mine anzuheuern und das sechsfache wie bisher zu verdienen scheint die Rettung zu sein. Doch schnell merkt Josy, dass sie hier nicht erwünscht ist. Ihr Vater erklärt ihr, dass sie Männern so nur den Job wegnimmt, die diesen brauchen (sie etwa nicht?) und die Firma stellt sie letztlich auch nur ein, da sie gerichtlich dazu gezwungen ist einen bestimmten Prozentsatz Frauen zu beschäftigen. So kommen dann auf eine Frau 29 Männer. Und diese erdrückende Mehrheit fühlt sich dann auch gleich richtig stark.

Josy und ihre Kolleginnen sehen sich übelsten Diskriminierungen ausgesetzt. Es fängt mit Beschimpfungen an und geht dann über Fäkal-Schmierereien im Damenduschraum hin zu handfesten Übergriffen. Von Anfang an schlägt den Frauen offener Hass entgegen und ihnen wird klar gemacht, dass sie nicht erwünscht sind. Und die Frauen ziehen brav die Köpfe ein, da auf den Job angewiesen sind. Das Ausnutzen dieser Notsituation geht einem dann auch sehr nahe, zeitweise ist Fremdschämen angesagt. Wie solche Übergriffe normal sein können und wirklich niemand den Mund aufmacht und einfach wegsieht ist schon schmerzhaft.

Josy wird zur öffentlichen Zielscheibe, die das Ganze angeblich nicht nur provoziert sondern auch noch verdient haben soll. Ihr Sohn entfremdet sich von ihr, öffentliche Beschimpfungen sind an der Tagesordnung. Irgendwann platzt Josy dann der Kragen und sie kündigt, um anschließend die Firma zu verklagen, die das Ganze auch noch duldet. Doch Josy steht allein da, niemand will ihr helfen, ausgenommen ihre befreundete Kollegin Glory (Francis McDormand), ihr Mann Kyle (Sean Bean) und deren befreundeter Anwalt Bill (Woody Harrelson). Der Prozess gestaltet sich für Josy als extrem schwierig und Kräfte zehrend, denn die Verteidigung schüttet den üblichen Kübel Mist über sie aus und gräbt tief in der Vergangenheit.

Ich mochte es, dass Kaltes Land nicht so überaus eindimensional ist. Es wird schon mit dem Gedanken gespielt, ob Josy nicht zumindest ansatzweise auch ein bisschen Mitschuld ist. Wo fängt sexuelle Belästigung an für eine Frau, die auch gerne provoziert und einen lockeren Lebensstil hat. Kaltes Land ist alles andere als einfache Kost und teilweise tut das Gesehene schon sehr weh. Zum Ende hin wird es dann so viel, dass ich zeitweise dachte, dass kann ja nun nicht auch noch sein. Sicherlich gibt es Parallelen zu Erin Brockovich (Grundstory) oder Eine Frage der Ehre (Prozess). Was Kaltes Land dann aber von anderen Filmen abhebt ist eine herausragende Charlize Theron. Es ist einfach immer wieder überraschend, wie eine so hübsche Frau sich nicht festlegen lässt und immer wieder extrem hässliche und schwierige Rollen übernimmt und die Aufgabe dann mit Bravour meistert. Neben ihr kommen viele gute Schauspieler zum Einsatz, den Rest besorgt die behutsame Erzählweise von Regisseuring Niki Caro.

Fazit: Bewegendes Drama mit berührenden Momenten und einer Ausnahmedarstellerin.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆