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Realismus in Call of Duty 4

Ich habe ja kürzlich über call of Duty 4 berichtet, von dem ich mehr als nur begeistert war. In einem besonders spannenden Level geht es in einer spielbaren Rückblende nach Chernobyl. Dabei handelt es sich nicht nur um einen der spektakulärsten Spielabschnitte überhaupt, sondern auch um eine extrem realistische Darstellung der realen Schauplätze. In einem Spieleforum habe ich Originalbilder gefunden aus Chernobyl, die zeigen, mit viel Detailtreue die Spiele-Designer ans Werk gegangen sind. Absolut beeindruckend. (via)

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Moderne Unterhaltung: Call of Duty 4

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Geschafft. Die Welt ist gerettet – wieder einmal. Vor wenigen Minuten lief der Abspann von Call of Duty 4 über meinen Monitor. Eine gewisse Befriedigung setzt ein. Nach dem Abspann gab es noch eine Epilog-Mission. Ein Feature, dass sehr schön zeigt, wie „rund“ dieses sensationell gute Spiel ist. Nach vielen verbuggten Spielen zuletzt macht COD4 einen bis ins letzte Teil einen schon fast perfekten Eindruck. Während der Trainingsmission wird die Maussteuerung angepasst, danach der für mich optimale Schwierigkeitsgrad vorgeschlagen aufgrund meiner Trainingsergebnisse. Während die Einsätze geladen werden gibt es kurze Nachrichtigenbriefings, die über den aktuellen Verlauf informieren und auf die nächste Mission einstimmen. Danach rotiert die Satellitenkarte mitten ins Geschehen.

Die drei ersten Spiele der COD-Reihe spielten im Zweiten Weltkrieg und hatten bekannte Schauplätze wie Normandie, Berlin, Stalingrad usw. Teil 3 erschien nur auf Konsolen und kam auch nicht vom eigentlichen Entwickler Infinity Ward. Mit Teil 4 betritt Infinity Ward nun ein modernes Szenario. Erstmals gibt es auch eine richtige Story, die die packenden Einsätze zusammenhält. Der russische Extremist Imran Zahkaev versucht mit Hilfe eines islamistischen Bandenchef namens Al-Asad von einem Anschlag auf die US-Ostküste abzulenken. Das Spiel hat zwei parallele Handlungen. In einem arabischen Land toben sich die USA wieder als Weltpolizei aus, in Zahkaevs Versteck in Aserbaidschan wird dieser von einer Spezialeinheit des britischen SAS gejagt. Beide Handlungsstränge werden parallel gespielt. Bei den amerikanischen Einsätzen gibt es Action a la Black Hawk Down, die SAS-Missionen laufen eher unterhalb des Radars ab.

Call of Duty 4 zeigt eindrucksvoll, wohin sich Unterhaltung entwickeln wird, die Verschmelzung von Film und Spiel. Der Soundtrack stammt von Harry Gregson-Williams (Shrek, Kingdom of Heaven, Deja Vu) und die ganze Inszenierung ist absolut filmreif. Dazu kommt eine Atmosphäre, wie ich sie selten bei einem Spiel gesehen habe. Die Grafik ist derart realistisch, dass schon fast ein beklemmendes Spielgefühl aufkommt. Läuft man durch die Slums in der arabischen Stadt, dann fliegen Papierfetzen durch die Luft. Ich hatte selten das Gefühl, durch Spielkulissen zu laufen. Dazu kommt ein dynamisches Missionsdesign. Ständig läuft irgendwas verkehrt und die eigentliche Mission ändert sich total. Dazu kommt, dass im Gegensatz zu den Vorgängern enorm viel Abwechslung geboten wird. In einer Rückblende geht es nach Tschernobyl, wo ein Attentat auf Zakhaev verübt werden soll. Um dorthin zu kommen, muss der 2-Mann-Trupp sich langsam an großen Gegnermassen vorbeischleichen. Ich kann kaum beschreiben, wie intensiv das Gefühl ist, durch das Gras zu robben, wenn ein Truppentransporter und diverse Soldaten zu Fuß auf einen zukommen.

Bei all den Stärken gibt es aber dennoch ein paar Kritikpunkte. Das Setting kann durchaus auf den Magen schlagen, da es aus den aktuellen Nachrichten nur allzu bekannt ist. Gerade die Mission an Bord eines AC-130 Gunships sehen aus wie ein Livebericht von CNN aus dem Irak. Dann sind da noch immer wieder Passagen, wo an Knotenpunkten unendlich Gegner spawnen, bis man selbst endlich vorrückt. Abseits davon passt wirklich alles. Ich werde sicher nochmal einen neuen Versuch machen, dann auf einem höheren Schwierigkeitsgrad. Außerdem habe ich noch nicht alle Laptops im Spiel gefunden, mit denen Bonusinhalte wie ein Arcade-Modus freigeschaltet werden. Wer nur ein Actionspiel 2007 spielen will, sollte sich Call of Duty – Modern Warfare unbedingt genauer ansehen. Eine Demoversion ist via offizieller Webseite verfügbar.

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Der Screenshot zeigt nicht annähernd, wie eindrucksvoll das in Bewegung aussieht. Klicken für volle Darstellung. Und jetzt noch ein paar bewegte Bilder, die in der kleinen Auflösung dem Spiel auch nicht gerecht werden.

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