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Geschmack im Wandel

Wer mich kennt weiß, dass ich ein absoluter Kinofreak bin. 106 Kinobesuche im letzten Jahr sprechen eindeutig für sich. Aber was bleibt unterm Strich? Stimmt, viel Belangloses und vor allem Durchschnittsware. Wenn ich in eine Videothek gehe, dann schleiche ich durch die Regale und denke bei jedem halbwegs interessanten Film “Kenne ich schon!”. Was das allein die Kinobesuche gekostet haben möchte ich gar nicht mal ausrechnen, dann könnte man vermutlich einen erwachsenen Mann weinen sehen. Bei dem Versuch 2006 deutlich weniger ins Kino zu gehen ist mir aufgefallen, dass sich ein Wandel meines Geschmackes über die letzten zwei Jahre vollzogen hat. Wenn früher Filme wie Underworld Evolution oder Aeon Flux im Kino starteten, dann war ich meist am Starttag im Kino, späztestens jedoch am Wochenende nach dem Start-Donnerstag. Heute reizt mich so ein Film gar nicht mehr. In 90 % der Fälle handelt es sich um Hollywoodware aus der Konserve für den schnellen Konsum zwischendrin. Kaum hat man den Saal verlassen und sich wieder an das Tageslicht gewöhnt ist der Film auch schon vergessen.

Heute schaue ich mit wachsender Begeisterung Filme wie Capote oder Match Point. Das ist eigentlich nur eine Fortsetzung des letzten Jahres und vielleicht auch eine Reaktion auf den übermäßigen Konsum vom Filmen. Ich will interessante Geschichten, faszinierende Charaktere und große Emotionen. Da es dann auch nicht Krawumm machen muss, muss es auch nicht das ultramoderne Kino sein. Der große Unterschied ist, dass man noch Tage später über die gesehen Filme nachdenkt. Nicht falsch verstehen, ich schaue immer noch gerne den einen oder anderen Effektfilm. Krieg der Welten (zumindest der Anfang) war ein grandioses Spektakel und King Kong hat mich über weite Strecken nicht nur prächtig unterhalten sondern auch mit offenem Mund im Kino sitzen lassen. Weniger ist manchmal doch mehr. Im Vergleich zum Vorjahr habe ich meinen Kino-Konsum um ca. 60% reduziert. Dabei habe ich nicht nur jede Menge Geld gespart sondern auch nicht einmal das Gefühl gehabt, etwas verpasst zu haben. Die Quote der guten bzw. sehr guten Filme ist dabei um ein Vielfaches höher.

Mit der gewonnenen Zeit habe ich mein Faible für ein paar weitere faszinierende Serien entdeckt wie Battlestar Galactica oder LOST, die die eine oder andere Kinoproduktion alt aussehen lassen.

Battlestar Galactica Season 1

Bei den Göttern von Kobol. Was sitzen eigentlich für Sadisten im Produktionsteam von Battlestar Galactica? Wie kann man eine Staffel so enden lassen wie die erste nach 13 spannenden Folgen? Ganz böser Cliffhanger. Die können echt froh sein, dass ich mit Season 2 gleich weiter machen kann, sonst wäre ich jetzt vermutlich richtig sauer. Wobei ich das schon war, als ich am Samstag bein Suchen nach schicken BSG-Wallpaper etwas aus Season gespoilert bekommen habe. Dennoch sehr gute Unterhaltung, anschauen!

Battlestar Galactica Revisited

Battlestar Galactica

Ich hatte ja in der Vergangenheit schon mal etwas über Battlestar Galactica geschrieben. Hier muckierte ich mich über die geplanten Änderungen und hier freut ich mich dann doch auf das “Remake”. Nun liegt mir die komplette erste Staffel vor und völlig unvoreingenommen schaute ich mir das Ganze an (bin noch nicht ganz durch) und bin ziemlich begeistert. Wie man im Header dieses Beitrages sehen kann, gibt es da schon mal einen zauberhaften Grund für, auch wenn die blonde Schönheit auf der falschen Seite mitspielt. Aber auch abseits der optischen Schlüsselreize bietet die Serie so einiges.

zylonischer KriegerGegenüber dem Original wurden doch einige Änderungen vorgenommen. Präsident der Kolonien wird eine Frau mit Krebs, Starbuck ist eine Zigarre rauchende Blondine, Colonel Tie ist nicht schwarz sondern weiß und hat ein Alkoholproblem. Aber irgendwie passt diese bunte Schar doch sehr gut zusammen. Es gibt genug Reibungspunkte, um auch genug Platz für die wichtigen Charaktere. Der etwas zwielichtige Doktor Baltar ist zum Beispiel eine extrem interessante Figur. Die Zylonen sind wieder sehr böse und neben den “laufenden Toastern” gibt es auch eine dem Menschen sehr ähnlich aussehende Variante (wieder: siehe oben).

Besonders cool sind natürlich die ganzen Weltraumszenen. Die Jäger auf Seiten der Menschen sehen wie die klassischen aus und das ist auch gut so. Die waren damals schon perfekt und eigentlich noch cooler als die X-Wings aus Star Wars. Die Zylonen haben ein deutlich schnittigeres Gefährt bekommen. Bei den Gefechten vermisse ich ein wenig die knallroten Laserschüsse und manchmal ist auch ein bisschen zu viel los auf dem Bildschirm. Imposant ist es aber auf jeden Fall. Aber auch ohne Action gibt es genug Spannung, da die Menschen immer wieder mit Maulwürfen rechnen müssen, da die Zylonen Spione eingeschleust haben. Jeder könnte ein Feind sein und das macht viel der Atmosphäre aus. Aber auf der Brücke hat ja ein schroffer Kerl wie Adama die Zügel in der Hand, der bei aller militärischer Kühle auch immer wieder genug Emotionen ins Spiel bringt.

Für alle, die die Serie noch nicht kennen: Ab 01. Februar um 20.15 fliegt die Galactica mit der Flotte der restlichen überlebenden Menschen auch auf RTL 2 durchs All. Also unbedingt reinschauen, es lohnt sich. Den vollen Reiz entfaltet die Serie erst nach dem Pilotfilm. Auch interessant: Das Weblog von Ron Moore, einem der Produzenten der Serie. In den USA läuft gerade die zweite Staffel der Serie.