Eurovision Song Contest 2009

by Olly on 18. Mai 2009

Am vergangenen Samstag fand in Moskau der Eurovision Song Contest 2009 statt. Als Kind habe ich das immer gucken müssen, so habe ich zumindest den letzten großen deutschen Erfolg (1982, Nicole – Ein bisschen Frieden) live mitverfolgt und ja, vielleicht war ich damals auch ein klein wenig verschossen. Seit Jahren drücke ich mich erfolgreich vor dieser Veranstaltung. Irgendwie ist es mit dem Song Contest so wie mit der Bild. Alle mosern irgendwie darüber aber gucken tun es offenbar doch eine Menge.

Nachdem im letzten Jahr Deutschlands große Hoffnung, die No Angels, eine internationale Pleite der Extraklasse erlebt haben, sollte es dieses Jahr U96-Kapitän Alex Christensen mit seiner Nummer “Alex swings, Oscar sings!” schaffen: Eine banale Swing-Nummer mit einem Minimal-Text aus dem nächstbesten Songtext-Generator. Und wenn man eben kein großes Vertrauen in seine Nummer hat, dann müssen eben Titten her. Sex sells, weiß ja jeder. Und da nimmt man natürlich das Beste, was Deutschland in dieser Hinsicht zu bieten hat: Dita von Teese. Was? Die kommt gar nicht aus Deutschland? Naja, genau das habe ich mich auch gefragt.

Ich habe mich auch gefragt, warum man an dieser Veranstaltung überhaupt noch teilnimmt. Andere Länder wie Italien und Österreich haben sich doch schon erfolgreich abgetrennt. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Euro der TV-Gebühren da wieder in den Sand gesetzt wurden. Insgesamt hat die Veranstaltung 42 Millionen Euro gekostet. Als gesetztes Land muss auch Deutschland einen Teil davon zahlen. Das alles wäre ja nicht so schlimm, wenn die Musik wenigstens gut wäre. Aber das pendelt alles irgendwo zwischen Fremdschämen und Trommelfellinfarkt. Ich hätte nichts dagegen, wenn Deutschland diesem Event in Zukunft die kalte Schulter zeigen würde. Auch wenn das wohl ein Wunschtraum bleiben wird.

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Der Techie-Witz mit dem Konami-Code

by Olly on 14. Mai 2009

Ich dachte eigentlich, dass ich so ziemlich alles im Internet schon kenne. aber vom Konami-Code habe ich zumindest im Bezug auf‘s Internet bis vor zwei Tagen nichts gehört. Vielleicht geht es anderen ja ähnlich, ich fand den Techie-Witz jedenfalls extrem cool.

Bei Konami-Code handelt es sich um einen alten Cheat-Code in Konami-Videospielen für das Nintendo Entertainment System (NES). Dabei musste – während das Spiel lief – folgende Kombination mittels Joypad eingegeben werden:

300px-konami_codesvg

Konami behielt das Ganze bei, bei späteren Systemen musste zum Abschluss zum Beispiel noch Start oder Select gedrückt werden. Erstmals tauchte der Code im Spiel Gradius auf. Da das Spiel zu schwer war, baute Entwickler Kazuhisa Hashimoto den Code ein, um eine volle Ladung an Power-Ups zu bekommen, die man sonst mühsam im Spiel sammeln musste.

Techies fanden diesen Code offenbar so cool, dass diese Sequenz in zahlreiche Webseiten als Scherz eingebaut wurde. Prominente Beispiele sind hier z.B. Facebook oder der Google Reader. Ihr müsst auf den Seiten eingeloggt sein und gebt dann den Code einfach über die Tastatur ein und schon habt ihr das Easter Egg gefunden. Eine vollständige Liste gibt es hier, natürlich erst nach Eingabe des Konami-Codes.

DirektKonamiCode

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Star Trek

by Olly on 14. Mai 2009

startrekStar Trek war für mich immer so etwas wie eine gute Freundin. Sex hatte ich lieber mit der rassigen Star Wars. Ich fand dort die Charaktere cooler, die Action fesselnder und insgesamt war mir Star Trek immer zu brav, eben zu „gutmenschlich“. Aber wie so viele habe ich in meiner Kindheit unter dem vor allem quantitativ schlechtem TV-Programm gelitten. Da gehörte die klassische Star-Trek-Serie schon zu den absoluten Highlights, natürlich neben den mit Bügeleisen steuernden Raumfahrern in „Raumschiff: Orion“. Danach war es lange ruhig, die Filme habe ich alle irgendwann gesehen, aber richtig gut fand ich nur den sechsten, „The Final Frontier“.

Einige Jahre gingen ins Land und ich traf einen alten Freund wieder, glühender Trekkie. Zu der Zeit lief die nächste Generation mit Captain Picard und Co. Er hatte natürlich alle Folgen auf VHS aufgezeichnet, Original-Autogramme und einige Uniformen. Da kam es natürlich zum unweigerlichen Streitgespräch, welches Franchise denn nun das bessere wäre. Ich ließ mich breitschlagen und wollte mir TNG zumindest mal ansehen. Die ersten Folgen waren noch extrem hölzern, doch dann packte mich die Serie. Ich mochte die Geschichten um Data, den charismatischen Captain, alle Folgen im Holodeck und ein paar der Doppelfolgen hatten wirklich Kino-Qualität. Den Film „Generations“ fand ich nett, den „ersten Kontakt“ wirklich super. Parallel schaute ich begeistert „Deep Space Nine“. Voyager habe ich probiert, kam damit aber nicht klar und das war der Anfang vom Ende.

Den Niedergang setzte der Kinofilm „Der Aufstand“ vor und ich wandte mich vom Franchise ab. Ich verfolgte noch aus sicherer Entfernung das Ende von Enterprise, von de ich keine Folge gesehen habe. Und dann ruhte das Star-Trek-Universum und ich hatte das Gefühl, dass dies auch besser so wäre. Als ich dann irgendwann hörte, dass ein neuer Kinofilm produziert werden sollte, hatte dies so einen Beigeschmack der Leichenfledderei. Doch dann las ich, dass J.J. Abrams Star Trek wieder mit Leben füllen sollte. Und da war mir klar, dass das Ganze klappen wird. Wenn jemand Charaktere zeichnen kann und so einen Reboot hinbekommen kann, dann Abrams. Das hat er schon bei LOST (Charaktere) und Mission Impossible (Reboot) gezeigt.

Mit Star Trek hat sich Abrams eine extrem schwere Aufgabe eingehandelt. Neben dem Erfolgsdruck aufgrund des großen Produktionsbudgets gab es da natürlich eine riesige Fan-Community, die auf ein Serien-Wissen basierend auf hunderten Folgen und noch mehr Büchern zurückgreifen kann. Um unnötige „Unlogik“-Diskussionen schon im Vorfeld zu vermeiden, ließ sich Abrams einen ziemlich cleveren Trick einfallen, der auch für weitere Filme eine gewisse Offenheit für Neues ermöglicht. Auch wenn sich einige Fans daran stören mögen: Ich halte es für die einzig sinnige Option, um diesem Universum neue Impulse geben zu können.

Bei den Castings haben Abrams Leute einen grandiosen Job gemacht. Sämtliche Schauspieler passen perfekt in ihre Rollen, vor allem Zachary Quinto als Spock und Karl Urban als Doc McCoy. Der große Reiz ist bei dem Film ja, in den frühen Jahren der Figuren mitzubekommen, wie diese zusammenfinden. Das wurde in den späteren Folgen ja immer mal angeschnitten, aber nie wirklich ausgebreitet oder gar in irgendwelchen Rückblenden gezeigt. In den späteren Serien und Filmen haben die Figuren alle ihre Ecken und Kanten, in den jungen Jahren der Charaktere sind diese noch viel stärker ausgeprägt. Völlig verständlich, wird man doch im Alter eher ruhiger. So ist Kirk natürlich der Draufgänger, der keiner Schlägerei aus dem Weg geht und Spock ist hin und her gerissen zwischen den emotionalen Wurzeln seiner menschlichen Mutter und der durch Logik geprägten Welt seines vulkanischen Vaters.

Star Trek ist ein Action geladener SciFi-Film, der ein enormes Tempo an den Tag legt. Er beginnt mit einer fulminanten Action-Sequenz und tritt dabei voll aufs Gas und hält dann dieses Tempo bis zum Abspann, der jedem Trekkie vermutlich die Tränen in die Augen treibt. Natürlich hat der Film mehr Action als alle seine Vorgänger und orieniert sich da schon eher ein wenig bei Star Wars, meiner Meinung nach tut das Serie aber nur gut. Optisch hat alles natürlich ein kleines Facelift bekommen. Die Uniformen sind schnittiger, das Schiff samt Brücke wirkt sehr modern, ohne aber seine Herkunft zu verleugnen. Die Enterprise ist natürlich noch als solche zu erkennen.

Ein bisschen zu meckern habe ich natürlich auch. Der Bösewicht in Form vom charismatischen Eric Bana agiert nachvollziehbar, aber dieses Szenario gab es für meinen Geschmack einfach schon eine Spur zu oft. Dazu kommt, dass es mir mit dem Einsatz von Lens-Flare-Effekten deutlich übertrieben wurde. Das kennt man so nur von Michael Bay und selbst der würde sich nicht trauen das so oft einzusetzen. Abseits davon sind die Spezialeffekte natürlich über jeden Zweifel erhaben. Gerade die Raumschlachten sind für mich schon jetzt das Highlight des Filmjahres. Insofern hoffe ich, dass wir nicht allzu lange auf Nachschub warten müssen.

Star Trek ist ein extrem unterhaltender Popcorn-Streifen, ein großartiger Actionfilm und einer gehörigen Portion Humor.

Rating:

★★★★★★★★★☆

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Peggle für’s iPhone

by Olly on 12. Mai 2009

Die Firma PopCap Games vertreibt keine Spiele, sondern Drogen in Bits und Bytes. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, wie viele Stunden ich mit Bejeweled und Zuma verbracht habe. Bejeweled ist schon lange auch auf meinem iPhone installiert und immer wieder für eine Runde zwischendurch gut. Heute ist Peggle für das iPhone im App-Store zum Preis von 3,99 Euro aufgetaucht. 3,99 Euro, die ich natürlich ohne zu zögern in den Wirtschaftskreislauf stecken musste. Das geniale Spielprinzip funktioniert auch prächtig auf dem kleinen Schirm, die Steuerung ist überraschend präzise. Bis auf die Ruckler bei der Overtüre eine tadellose Umsetzung. Empfehlenswert.

Und wo ich gerade bei PopCap bin. Die haben kürzlich Plants vs. Zombies veröffentlicht, eine sehr spaßige Version von Tower Defense. Nachdem ich da nun schon so viel Gutes drüber gehört habe, werde ich mir das jetzt auch mal anschauen.

DirektPeggle

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Kommentieren geht hier wieder

by Olly on 11. Mai 2009

Manchmal steckt der Teufel im Detail. Kürzlich bekam ich eine Mail von meinem Hoster (All-Inkl, sehr empfehlenswert). Mein Weblog wurde Opfer einer massiven Spamwelle und daher wurde das entsprechende Script deaktiviert. Ich hatte daraufhin ein paar Sachen probiert, um Spammer das Leben schwerer zu machen. Dazu gehörte unter anderem das Umbenennen der Default-Kommentar-Dateien. Als ich dann das Thesis-Theme hier installiert habe, habe ich daran natürlich nicht mehr gedacht. Jetzt sollte wieder alles funktionieren. Wenn nicht, bitte schreien. Danke auch an Jeriko für den Hinweis, man selbst kommentiert ja im eigenen Blog eher selten.

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Was ist nun mit dem Wolverine-Desaster?

by Olly on 11. Mai 2009

Jetzt, nachdem X-Men Origins: Wolverine eine zeitlang im Kino ist, sollte man doch mal Bilanz ziehen. Weit vor dem US-Kinostart tauchte eine Workprint-Version des Filmes in den Internet-Tauschbörsen auf. Bis auf fehlende Spezialeffekte kann die Qualität durchaus als sehr hochwertig bezeichnet werden. Der Verleih 20th Century Fox sagte gegenüber dem Magazin Hollywood Reporter, dass diese Version mehr als vier Millionen Mal runtergeladen wurde.

Schnell wurde hochgerechnet, dass dies einem Schaden von 29 Millionen US-Dollar entspricht. Das jedoch vor dem Kinostart. Der Film legte dann, trotz teils sehr durchwachsener Kritiken über 85 Millionen US-Dollar am Startwochenende ein. Das ist ungefähr auf dem Niveau von X-Men 2 und ein ganzes Stück weit hinter X-Men 3. Bei 20th Century Fox zeigt man sich uneinsichtig und meint trotzig, dass Wolverine die 100-Millionen-Grenze hätte durchbrechen können, wären da nicht diese bösen Raubkopien.

Jetzt mal ernsthaft, das ist doch einfach nur völliger Blödsinn. Ich behaupte einfach mal, dass der immens große Anteil der über vier Millionen Downloader (so die Zahl überhaupt stimmt), den Film ohnehin niemals im Kino gesehen hätte. Diese Leute ziehen sich die Filme, die gerade da sind. Im Normalfall wäre das bei Wolverine das Startwochenende gewesen (dann eben als miese Cam-Version).

Hier war es eben ein paar Wochen eher der Fall. Aber hat das wirklich erhebliche Auswirkungen auf die Ticketverkäufe? Sicher nicht. Sicher wird es auch eine Gruppe Leute geben, die aufgrund dieser Version nicht ins Kino gelaufen sind. Dem stehen dann aber wieder Mehrverkäufe durch frühe Mund-zu-Mund-Propaganda und den PR-Effekt durch den frühen Leak.

Natürlich habe ich dafür keine empirischen Daten, Fakten oder Statistiken. Aber außer dem Studio selbst glaubt doch nicht wirlklich jemand, dass Fox durch diesen Leak 29 Millionen US-Dollar verloren hat, oder?

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Der Dramaking im Wandel

by Olly on 11. Mai 2009

Vielleicht hat es ja jemand gemerkt, aber ich habe längere Zeit kaum etwas geschrieben hier. Vielleicht liest inzwischen ja auch niemand mehr wirklich hier, wundern würde es mich nicht. Die Leserzahlen sind kontinuierlich runter gegangen, angesichts der Inaktivität natürlich auch gar kein Wunder. Nun werde ich sicher nicht wie üblich anfangen darüber zu schreiben, dass nun alles anders und vor allem besser wird. Erstens hätte das einen Hauch von Selbstüberschätzung und zweitens weiß ich auch gar nicht, ob ich das kann und will.

Was ich auf jeden Fall weiß ist was ich nicht will. Ich will nicht, dass das hier aufhört. Das ist ja zumindest schon mal etwas. Und ich habe auch mal etwas ganz schlaues gelesen. Ich weiß gar nicht mehr in welchem Buch es war, es ging da aber glaube ich um Beziehungen im Allgemeinen. Da stand irgendwo das wirklich gute und logische Zitat:

Wenn dich etwas an deinem Leben stört, dann ändere dein Leben.

Absolut korrekt, denn es wird niemand anderes für einen tun. Oft ist es ja so, dass man gar nicht so recht weiß, wie genau das Ziel aussehen soll. Aber jede Änderung ist zumindest schon mal ein kleiner Fortschritt.

Ich habe in den letzten drei Jahren sehr gut zugenommen, nachdem ich sehr viel abgenommen hatte. Das kann man jetzt Jojo-Effekt nennen. Im Prinzip ist es ja auch völlig egal, es reicht ja, dass es mich stört. Und da kommt das Zitat oben im Einsatz: Wenn es mich stört, muss ich es eben ändern. Simple as that. So habe ich vor einer Woche wieder mit Weight Watchers und Sport angefangen. Etwas über 20 Kilo sollen wieder runter, nach der ersten Woche sind 2,7 Kilo geschafft, der Start ist gemacht.

Das kuriose ist, dass es wirklich gut tut, sich gut anfühlt und es eigentlich nicht mal anstrengend ist. Mir war das drei Jahre lang klar. Erstaunlich, wie einfach man im Alltag solche Gedanken sehr weit beiseite und auf einen weiter zurückliegenden Termin schieben kann. Ich wollte sicher mehr als ein Dutzend Mal wieder anfangen, aber irgendwie habe ich immer eine Ausrede gefunden. „Nur noch fix die Süßigkeiten oben im Schrank alle machen und dann geht‘s los“ oder „Die Sache will ich noch fix vorher klären und dann wird gestartet“. Bullshit! Ich brauche für solche Sachen immer etwas Druck. Damals hat es mir schon geholfen, mich selbst öffentlich unter Druck zu setzen.

Und irgendwie wird das auch mit dem Bloggen wieder klappen, trotz Twitter, Familie und viel Arbeit. Und dann kommen über kurz oder lang auch die Leser wieder. Und so werden sich auch hier ein paar Sachen ändern. Das ist hier kein Kinomagazin, insofer ist es auch absolut nicht nötig, über jeden Film eine ellenlange Kritik zu schreiben. Ich brauche keine 5000 Zeichen um zu erklären, dass Fast & Furious 4 eine in jeder Hinsicht durchschnittlicher Film ist. Das ist hier auch kein Archiv für irgendwelche Pressemeldungen und das ist auch keine Newsseite. Hier geht es um meine persönliche, private Meinung und die kam einfach ein bisschen arg kurz in den letzten Monaten.

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ePetition bezüglich Internetsperren

by Olly on 11. Mai 2009

Ich bin nicht sonderlich an Politik interessiert. Ich lese den einen oder anderen Politik-Artikel in Spiegel oder der Tageszeitung ganz gerne, zumindest wenn mich das Thema einigermaßen betrifft. Dies ist natürlich bei der geplanten Sperrung von Internetseiten auf Basis von Sperrlisten der Fall. Das Bundeskabinett will damit einen entscheidenden Schlag gegen Kinderpornographie landen. Das Thema ist so kurz vor der Wahl clever gewählt, zumal das Thema mit hoher Wahrscheinlichkeit durchgewunken wird, zumindest ist man sicher vorab davon ausgegangen. Jeder Mensch mit gesundem Verstand würde schließlich sicher bejahen, dass man etwas gegen Kinderpornographie tun muss.

Ich finde das Thema höchst bedenklich und werden daher die ePetition gegen den Gesetzentwurf unterschreiben und hoffen, dass die Vernunft siegen wird. Natürlich bin auch ich gegen Kindesmisshandlung und für die aktive Verfolgung von Rechtsverstößen in diesem Bereich, doch der vorgeschlagene Weg aus dem Ministerium von Herrn zu Guttenberg ist meiner Meinung nach absolut falsch und höchstwahrscheinlich sogar ein Verstoß gegen das Grundgesetz und an dem sollte eigentlich jedem etwas liegen.

Provider sollen bestimmte Webseiten sperren, die vorher vom BKA entsprechend eingestuft und auf eine geheime Sperrliste gesetzt wurden. Es gibt dabei keine Instanz, Behörde oder Kommission, die das Vorgehen des BKA überwacht. Ich bin rechtlich nicht sonderlich sicher, bin mir aber ziemlich sicher, dass das nicht die Aufgabe einer Exekutive sein sollte. Die Listen sind ebenso wenig einsehbar wie die Kriterien, die eine Webseite auf diese Listen bringen können.

Das eigentliche Ziel, nämlich Kinder zu schützen, wird dabei gar nicht erreicht. Ist man nicht gerade erst seit gestern im Internet ist die Sperre mit ein paar leichten Handgriffen problemlos zu umgehen. Außerdem werden entsprechende Seiten nicht entfernt und deren Betreiber ermittelt, es wird nur der Mantel des Schweigens darüber gedeckt. Das ist ungefähr so, als wisse man, in welcher Wohnung Missbrauch betrieben wird, aber dann nichts dagegen tun will sondern lieber die vorhandenen Fensterscheiben durch Milchglasscheiben ersetzt.

Dazu kommt, dass nicht nur mitgeloggt wird wer eine derartige Seite besucht, sondern diese Daten auch automatisch ans BKA übermittelt werden. Das ist gerade in Zeiten von Kurz-URLs und Spam ein Problem. Außerdem war ich eigentlich davon ausgegangen, dass in Deutschland die Unschuldsvermutung gilt. Statt also die Kapazitäten des BKA darauf zu konzentrieren, entsprechende Täter zu ermitteln wird pauschal ein großer Kreis Unschuldiger verdächtigt.

Inzwischen haben über 70.000 Menschen die Petition gezeichnet. Jetzt sollte doch zumindest mal so ein Nachdenkprozess bei den entsprechenden Politikern einsetzen. Doch davon ist bisher – unabhängig von der Partei – nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil. Als jemand der dem Ganzen nun kritisch gegenüber steht, muss man sich in die kleine Ecke der Befürworter von Kinderpornographie drängen lassen (siehe Video). Und das macht mich dann sogar wütend. Ganz ehrlich, ich weiß im Moment nicht, wem ich meine Stimme bei den kommenden Wahlen geben soll.

DirektTagesschau

Weitere Links zum Thema:

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Gran Torino

by Olly on 11. Mai 2009

gtImmer wenn ich wieder irgendwo einen Fragebogen ausfüllen muss, stoße ich früher oder später auf die Frage nach dem Lieblings-Regisseur und für gewöhnlich fällt mir da einer immer sofort ein: Clint Eastwood. Zu Eastwood-Filmen hege ich eine lange andauernde Sympathie, die ihren Höhepunkt in Million Dollar Baby fand, bis heute einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Natürlich war ich voller Vorfreude, als ich den ersten Trailer zu Gran Torino sah. Irgendwie konnte ich schon da nicht glauben, dass Clint wieder an seine alten Dirty-Harry-Erfolge anknüpfen wollte. Insofern erwartete ich da schon eine gewisse Überraschung.

Zunächst war ich sehr geschockt. Clint spielt den griesgrämigen Ruheständler Walt Kowalski, der frisch zum Witwer wurde und sich sowohl von seiner nervenden Familie als auch generell dem Rest um ihn herum entfernt hat. Zu seinem täglichen Lebensinhalt gehört es, sich über die Änderungen in der unmittelbaren Nachbarschaft aufzuregen, die überwiegend fremde Immigranten bewohnen. Clint spielt diesen alten Mistsack, der sich einfach über alles aufregen kann, so überzeugend, dass er sofort all meine Antipathie beansprucht. Die Dialoge stecken voller Gemeinheiten, die perfekt zu so einem verbohrten Dickschädel passen. Stellvertretend sei nur an die Diskussion zwischen Walt und dem Frisör erinnert: „Ten bucks? Jesus Christ, Marty. What are you, half Jew or somethin’? You keep raising the damn prices all the time.“ – „It’s been ten bucks for the last five years, you hard-nosed Polak son of a bitch.“

Eastwood-Filme leben zu einem großen Teil von toll gezeichneten Charakteren und deren Entwicklung im Verlauf der Geschichten in denen sie spielen. Und wie in Million Dollar Baby tritt auch hier jemand in sein Leben und stellt es damit langsam aber sicher auf den Kopf. In Gran Torino ist es einer von den „schlitzäugigen Buschratten“, wie Walt seine Nachbarn aus Fernost so gerne beschimpft. Der junge Sohn Tao versucht Walts perfekt in Schuss gehalten 72er Gran Torino zu stehlen, um Mitglied einer Gang zu werden. Natürlich erwischt Walt ihn bei dem Versuch. Um dies wieder gut zu machen, muss sich Tao auf Druck der Familie in den Dienst von Walt stellen bis die Schuld beglichen ist.

Und dann beginnt ein schleichende Prozess in Walt, der diesen verbitterten, alten Sack doch tatsächlich zum Menscheln bringt. Das ist zutiefst rührend und glaubhaft. Er erkennt, dass die Nachbarn von Grund auf gute Menschen sind und nichts mit seinen Vorurtelen und Vorbehalten zu tun haben. Er erkennt, dass Tao zu mehr berufen ist als sein Dasein in einer Gang halbstarker Idioten zu tristen. Insofern übernimmt er die Verantwortung Tao wichtige Tugenden und Inhalte fürs Leben zu vermitteln. Nicht mit erhobenen Zeigefinger oder mit der übergroßen Moralkeule, sondern eben so, wie das so ein Mensch tun würde.

Ein bisschen darf Clint dann aber doch den Dirty Harry spielen, nämlich bei den Konfrontationen mit der Gang. Denen erklärt er schon mal eindrucksvoll, dass es Menschen gibt mit denen man sich besser nicht anlegt. Eben jemand wie er selbst. Und hier schiebt einen der Film ein wenig in die falsche Richtung und kommt am Ende dann mit einer kleinen, aber absolut passenden Überraschung daher. Und seien wir doch mal ehrlich: Wer will denn wirklich einen 77jährigen Clint Eastwood sehen, der 20jährige Rapper in Baggy-Pants vermöbelt?

Ich kenne keinen Schauspieler, der besser einen eiskalten, verbitterten Menschen spielen kann, der langsam Wärme in sein Herz bekommt. Und ich kenne keinen Regisseur, der so eine Geschichte besser erzählen könnte als eben genau dieser Clint Eastwood. Für den ganz großen Wurf fehlt mir ein wenig das Originelle, dazu habe ich solche oder ähnliche Geschichten schon zu oft gesehen, wenn auch nicht in dieser Qualität. Dazu kommt, dass Gran Torino sich sehr viel Zeit für seine Geschichte lässt. Gerade am Anfang für meinen Geschmack sogar schon etwas zu viel.

Rating:

★★★★★★★★☆☆

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Dialoge mit kleinen Leuten #11

by Olly on 11. Mai 2009

Am Samstag beim Frühstück wurde wie üblich miteinander geredet. Irgendwie kamen wir dann auf die Themen Schule, Geschichte und Kriege im Allgemeinen. Unter anderem ging es da um den Zweiten Weltkrieg. Als wir mit dem Gespräch so weit durch waren, wollte  Junior dann noch eine Frage nachschieben. Er fragte ganz neugierig: “War die Welt damals eigentlich schon in Farbe oder noch in schwarz/weiß?”. Nachdem ich kurz gelacht hatte, erklärte ich ihm, dass es natürlich in Farbe war. Er schüttelte jedoch den Kopf und belehrte mich, dasss das ja gar nicht sein könne, denn er hätte schließlich Fotos aus der Zeit gesehen und da war klar zu sehen, die Welt war schwarz/weiß. Tja, wo er Recht hat, da hat er eben Recht.

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