Die Innenministerkonferenz hat sich auf ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen verständigt. Der Beschluss ist nach Informationen von WELT ONLINE eine Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden. Das Verbot soll so schnell wie möglich umgesetzt werden.
Da muss ich doch mal ganz stark und innig seufzen. Und natürlich ist ausgerechnet einer der Antreiber ausgerechnet Uwe Schünemann aus meinem Heimatbundesland Niedersachsen. Sorry, aber ich kann da echt nichts dafür, ehrlich.
Digitale Medien lassen sich nicht verbieten. Sie bekommen daher im Gegenteil einen besonderen Reiz und landen dann eben illegal auf den Rechnern von Jugendlichen.
Was ist eigentlich ein Killerspiel? Die Phrase wird immer und immer wieder gedroschen, aber wie soll das rechtlich einstufbar sein? Wenn ich meinen Sim in Die Sims schlecht behandle kann der auch sterben. Ist Die Sims dann ein Killerspiel?
Wenn wir davon ausgehen, dass Killerspiel=Egoshooter ist, dann kommen die in der Regel (Crytek mal ausgenommen) nicht aus Deutschland und betreffen ohnehin nur einen kleinen Teil des Marktes und haben dann auch zurecht eine rechtlich bindende Altersfreigabe ab 18 Jahren oder eben nicht mal diese und kommen dann in der Regel auch gar in Deutschland auf den Markt.
Heute mal kein Schmankerl von Junior, sondern von einem seiner besten Freunde. Der ist heute als Schlafgast hier. Vorhin beim Abendessen plauderten wir so über Gott und die Welt. In einem Moment, wo ich einen Witz anbringen wollte, buhlte ich um Aufmerksamkeit und es kam zu folgendem Dialog:
Olly: Moment mal Ruhe bitte. Darf ich euch mal was ganz ernstes fragen?
Junior: Klar!
Freund von Junior: Ja, aber nicht über Liebe, da hab ich gerade echte Probleme!
Gestern ging die E3 2009, die früher größte Spielemesse der Welt, in Los Angeles zu Ende. Da ich sowohl privat als auch beruflich im Thema stecke, hier eine kleine Zusammenfassung des Geschehens:
Fuchteln ist in
Nach Nintendo setzen nun auch Sony und Microsoft auf Bewegungssteuerungen. Nicht unbedingt ausschließlich, aber Nintendo hat ja prima vorgemacht, wie man neue Zielgruppen vor den TV-Schirm holt. Sony präsentierte dafür Dildos mit bunten Glühlampen, mit denen ziemlich genau im Raum gesteuert werden konnte. Microsoft geht mit “Project Natal” einen Schritt weiter und will neben Bewegungssteuerung auch Gesichts- und Sprackerkennung bieten. Es ist sicherlich naheliegend, dass es beide probieren, einen ähnlichen Erfolg wie bei Nintendo halte ich für ausgeschlossen. Erstens ist bei Microsoft noch offen, wann das Ganze kommt, bei Sony wird es wohl im März 2010 so weit sein. Zweitens wird es bei beiden ein optionales Stück Zusatz-Hardware sein, das stark von der unterstützenden Software abhängt. Nintendo hat den riesigen Vorteil, dass die Steuerung allen Geräten beiliegt.
Was ich bei aller Fuchtelei schon länger frage: Will man das überhaupt? Für mich hatten Spiele immer einen besonderen Reiz, da ich Sachen probieren konnte, an die ich mich im echten Leben niemals ran getraut hätte. Skateboarden ist so ein Beispiel. Aber auch hier geht der Trend in eine andere Richtung. Mit dem neuen Tony Hawk’s Ride skatet ihr im Wohnzimmer mit einem speziellen Skateboard-Controller. Muss man mal gesehen haben:
OK, stimmt nicht ganz, das war eigentlich schon immer so. Aber vom Gefühl her wird es doch schlimmer: Modern Warfare 2, Super Mario Galaxy 2, God of War 3, Gran Turismo 5, Assassin’s Creed 2, Madden NFL 10, Fifa 10 und NHL 10 um nur ein paar zu nennen. Dazu kommt, dass einige Hersteller inzwischen dazu übergehen, die Nummern bei Fortsetzungen durch klangvolle Namen zu ersetzen. Beisiel? Need for Speed Shift und Nitro.
Exklusives ist in
Ein Punkt der mich beim Konsolenkampf wirklich nervt sind diese ganzen Exklusiv-Deals. Bei vollwertigen Spielen kann ich das noch gut nachvollziehen. Aber jetzt schlägt man sich schon um Downloadzusätze. Modern Warfare 2 ist Multiplattform, die ersten zwei Download-Mappacks kommen aber exklusiv für die Xbox 360. Zusatzepisoden für GTA 4 kommen ausschließlich für die 360. Furchtbar. Sony sichert sich dafür Final Fantasy 14, noch bevor Teil 13 überhaupt fertig ist. Und nur zum Auftrumpfen wird das nächste exklusive Rockstar-Game für die eigene Konsole angekündigt, auch wenn davon noch nicht mehr als ein Logo zu sehen ist.
Geheimnisse sind out
Sony stellte nach eigenen Aussagen das “am schlechtesten gehütete Geheimnis” vor: Die PSP Go. Das Ding ist exakt das, was deutlich vor der Messe durchs Netz geisterte. Neues, kleineres Gehäufe, Flash-Speicher statt UMD-Laufwerk und dafür freche 249 Euro. Positiv ist da höchstens, dass Sony eine wahre Flut an neuen Spielen für die PSP ankündigt.
Gab es auch Spiele?
Klar doch. Aber da empfehle ich einfach mal bei Gametrailers.com vorbei zu schauen. Die sind Partner der E3 und da findet ihr alles, sogar in HD, vom Trailer bis zu den offiziellen Pressekonferenzen. Das Material ist abendfüllend. Empfehlen kann ich besonders das Material zu: Uncharted 2 (mein Spiel der Messe), Assassin’s Creed 2, ModNation Racers, Modern Warfare 2, God of War 3, Forza 3 und Mafia 2.
Gibt es sonst noch was cooles?
LucasArts bringt ein liebesvolles Remake von Monkey Island. Es handelt sich dabei um das Originalspiel mit restaurierter Grafik. Für alle Fans des Originals kann jederzeit auf Knopfdruck auf die alte Optik umgestellt werden. Von Telltale Games kommt ein neues Spiel zu dieser Serie, aufgeteilt auf fünf Episoden. Ich freue mich darauf, auch wenn Adventure normal so gar nicht mein Ding sind.
Vorab sei gesagt, dass ich mich mal mehr und mal weniger für Fußball interessiere. Meine Vorliebe gilt seit Kindesbeinen dem FC Bayern München. Da ich seit etwa einem Jahr kein Premiere mehr habe, verfolge ich den Deutschen Fußball eher als Leser. Die Entscheidung, Jürgen Klinsmann zum FCB-Coach zu machen, fand ich damals extrem überraschend und absolut nicht nachvollziehbar. Aber nun zum Thema.
Am Mittwochabend war Jürgen Klinsmann bei Stern TV und wurde von Günter Jauch interviewt. Es ging natürlich um seine Entlassung beim FC Bayern München und da tat Klinsmann wieder das, was er am besten kann: Sich selbst gut darstellen. Wie immr werden alle Fehler anderen zugeschoben, das einzige Eingestehen eigener Schuld war im Prinzip auch eher die Schuld von anderen “mein Fehler war, dass ich mich habe überreden lassen”. Und seine Argumente klingen auf mich alles andere als plausibel:
Jürgen Klinsmann behauptet, er wäre mit der Mannschaft noch Meister geworden.
Mal ganz davon abgesehen, dass es sich dabei um ein klassisches Totschlag-Argument handelt: Daran glaubt doch wirklich niemand. Wie im heutigen Kicker zu lesen ist, sagen Spieler wie Ribery, dass mit einem Trainer Heynckes die Meisterschaft für München schon längst klar wäre. Ein alter Spruch ist, dass der Angriff Spiele gewinnt, die Verteidigung jedoch Meisterschaften. Die Rekord-Abwehr des letzten Jahres hat unter Klinsmann jede Sicherheit vergessen lassen, sicher ein Opfer des Offensiv-Wahns Klinsmanns.
Jürgen Klinsmann hätte auf Kader-Verstärkungen bestehen sollen
Eine sehr merkwürdige These. Ich glaube, dass Ottmar Hitzfeld mit nahezu dem gleichen Kader das Double in Deutschland geholt hat. So schlecht kann der Kader ja kaum sein.
Jürgen Klinsmann spricht Lukas Podolski die Qualitäten ab
Kurios, dass seit dem Rauswurd ausgerechnet Poldi der Spieler der Stunde ist und quasi wie ausgewechselt spielt. Statt auf Poldi zu setzen versuchte Klinsmann gegen alle Zweifel seinen Spezi Donovan durchzudrücken, der alles andere als gut ausgesehen hat.
Jürgen Klinsmann behauptet, dass die Spieler traurig und geschockt anlässlich seiner Entlassung waren
Mir kommen gleich die Tränen. Auch hier verweise ich mal auf den Kicker von heute. Luca Toni drohte mit seinem Abgang, wenn Klinsmann weiter Trainer bleiben würde. Lahm stellt ein deutlich verbessertes Defensiv-Verhalten fest und van Bommel war einer der ersten, der dem Vorstand signalisierte, dass es mit dem Trainer Klinsmann nicht gehen würde.
Jürgen Klinsmann und das Jesus-Bild in der TAZ
Hier hat Klinsmann alles andere als Größe gezeigt. Er meint, dass er seinen Kindern das kaum erklären kann, wenn die auf das Bild in der Schule angesprochen werden. Klinsmann ist eine Person des öffentlichen Lebens und muss mit solcher Satire leben können. Und ich denke, dass man Kindern auch erklären kann, dass es sich dabei um einen Scherz handelt, das verstehen auch kleine Kinder.
Das unwürdige Spiel der Medien
Und hier hat er wirklich mal Recht. Das, was die Medien in den letzten Monaten abgezogen haben, allen voran natürlich die Bild, war wirklich unwürdig.
Jürgen Klinsmann bleibt in München wegen der Familienwurzeln
Ich weiß nicht, was der wahre Grund für seinen Verbleib in München ist. Aber so lange sein Vertrag nicht aufgelöst ist, kann er ja kaum aus München weg. Wenn man sich seine Vita so anschaut dürfte klar sein, dass er so eine Abfindung kaum verschenken wird.
Was ich über Jürgen Klinsmann denke
Jürgen Klinsmann war ein efolgreicher Fußballer. Er war nicht mit viel Talent gesegnet sondern hat sich seine Erfolge akribisch erarbeitet. Schon als Spieler war Klinsmann eher ein Einzelgänger, der sich gut zu verkaufen wusste, medial wie finanziell. Seine Rolle beim Sommermärchen halte ich für immens überschätzt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass den Großteil des Erfolges sicherlich Joachim Löw zuzuschreiben ist. Klinsmann war das motivierende Gesicht, dass sich einfach besser verkaufen ließ. Jürgen Klinsmann beim FC Bayern München war ein riesiger Fehler der Verantwortlichen. Ich bin sicher, dass Uli Hoeness die Entscheidung damals mitgetragen hat, aber alles andere als glücklich war. Jürgen Klinsmann ist nicht gescheitert, weil ihm keiner den Erfolg gönnte, sondern weil er selbst den Mund viel zu voll genommen hat. Und da muss er sich eben an seinen eigenen Vorgaben messen lassen, an denen er glanzlos gescheitert ist.
Nachdem nun die aktuellen Staffeln von 24, Lost, Grey’s Anatomy und Co zu Ende sind fragt sich der passionierte Serien-Schauer: Was schaue ich denn nun? Da passt natürlich prima rein, dass die großen TV-Sender ABC und CBS diverse neue Serien am Start haben. Das sind so viele, dass man sie nicht alle gleichzeitig schauen kann. Ein paar davon interessieren mich dann aber schon davon. Nachdem ich mich durch viele Beschreibungen und Videos gewühlt habe, bleiben ein paar Empfehlungen hängen, die ich mir genauer ansehen werde:
V
Remake der Serie aus den 80er Jahren. Ich fand die Serie damals sehr gut. Das so ein Remake funktionieren kann, haben die Macher von Battlestar Galactica eindrucksvoll gezeigt. Natürlich fehlt jetzt die große Überraschung, denn es ist von Anfang an klar, dass die Außerirdischen alles andere als gute Absichten auf der Erde haben. Ausführender Produzent ist Scott Peters, der bereits mit der SciFi-Serie The 4400 Erfahrungen sammeln konnte.
Und noch einmal Science Fiction. Die Story basiert auf einem Roman von Robert J. Sawyer. Auf der Erde erleben alle Menschen gleichzeitig einen Blackout für den Zeitraum von 2 Minuten und 17 Sekunden. In dieser Zeit sehen viele eine Vision ihrer eigenen Zukunft. Sie sehen, was ihnen etwa sechs Monate später passieren wird. Unter den Menschen entsteht Chaos, da einige keine Visison haben. Es wird davon ausgegangen, dass diese Menschen sechs Monate später nicht mehr leben werden.
Typische Frauen-Serie, spricht mich aber trotzdem irgendwie an. Es geht um eine 40jährige Mutter, die von der äußerst attraktiven Courteney Cox Arquette gespielt wird. Nach einer länger dauernden Beziehung ist sie wieder solo und dazu bereit, sich wieder einen neuen Partner zu suchen. Produziert wird die Serie von Bill Lawrence, der die Serie Scrubs geschrieben hat. Das bürgt zumindest für sehr guten Humor.
Happy Town orientiert sich an der Erfolgsserie Twin Peaks. In Happy Town geht es um die Kleinstadt Haplin. Sieben Jahre vor der eigentlichen Handlung ereignete sich dort eine dramatische Entführungsgeschichte, die niemals aufgeklärt werden konnte. Seit dem schläft das kleine Nest vor sich hin, bis eines Tages ein Mord die Bewohner in Angst und Schrecken versetzt. Als bekannte Gesichter tauchen Sam Neill und Amy Acker auf. Die Macher haben zuvor unter anderem an Alias mitgearbeitet.
Mediziner-Drama, das viel von seiner besonderen Erzählweise aus drei verschiedenen Blickwinkeln lebt. In jeder Episode geht es um einen Patienten, der ein Organ spenden wird. Erzählt wird ebenfalls die Auswirkungen davon auf das Ärzteteam und natürlich auch des Empfängers. Das bietet Raum für sehr viele möglichen Geschichten. Auf der einen Seite Familien in der schwersten Stunde, die mit der Spende klar kommen müssen, auf der anderen Seite verzweifelte Menschen, die eine letzte Hoffnung bekommen. Von den Ärzten wird daher mehr verlangt als geschickte Finger am Skalpell.
Neue Serie von Produzent Jerry Bruckheimer, die von einem Chirurgen-Team in einer Notaufnahme in Miami erzählt. In deren Alltag herrscht ständig Hektik und immer warten vor dem Tod stehende Menschen auf Rettung.
Ok, das Video Du bist Terrorist ist zwar sehr gut gemacht, inhaltlich aber provokativ, polemisch und nicht den Fakten entsprechend. Der Beitrag vom NDR in der Sendung ZAPP zum Thema Netzsperren ist da deutlich fundierter und beruht vor allem auf Fakten. Es kommen unter anderem Franziska Heine (Initiatorin der Petition), Christian Bahls (Gründer von Mogis), Professor Thomas Hoeren und Holger Bleich (Redakteur der ct) zu Wort. Der Beitrag ist auch für alle interessant, die sich mit der Thematik bisher noch gar nicht befasst haben. (via)
Worth1000 – Immer wieder eine wunderbare Quelle für skurrile Photoshop-Ergebniss. Beim Wettbewerb USB Conquers The World dreht sich alles – oh Wunder – um das Thema USB. Inzwischen gibt es da ja vom Raketenwerfer bis zum Ventilator allen möglichen Schnick-Schnack. Die kreativen Köpfe beim Wettbewerb sind da noch auf ganz andere Ideen gekommen.
Update: Gerade über den Artikel bei Spreeblick gestolpert. Natürlich entspricht das Video nicht dem momentanen Stand in Deutschland. Ich habe es auch nicht so aufgefasst, sondern eher als drohende Zukunft. Und insofern fand ich es schon sehr treffend, denn es regt hoffentlich zum Nachdenken an. Die Frage, die sich jeder stellen sollte ist doch: Möchte ich in einem Land leben, in dem so etwas zur Realität werden kann? Ich für meinen Teil kann das mit einem sicheren “Nein” beantworten.
Seit ich meinen Kino-Konsum von zwei bis drei Mal die Woche auf ein absolutes Minimum konzentriert habe, konzentriere ich mich wieder mehr auf Perlen auf DVD- und blu-ray. Immer wieder entdecke ich dort ein paar echte Highlights, die entweder gar nicht oder erst sehr viel später ins Kino kommen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist „Nothing but the truth“ aus dem Jahre 2008. Der Film ist inzwischen in den USA auf DVD raus, für Deutschland ist wohl noch ein Kinostart für 2009 geplant, eventuell.
Der Film wurde inspiriert vom Fall der für die New York Times arbeitenden Journalistin Judith Miller, die 85 Tage in Beugehaft gesessen hat, weil sie ihre Quelle im Rahmen der Plame-Affäre nicht öffentlich machen wollte. In dieser Affäre wurde die Geheimdiensttätigkeit einer amerikanischen Diplomatenfrau im Umfeld des Irak-Krieges öffentlich gemacht. In den USA stellt der Verrat einer solchen Geheimdienst-Tätigkeit ein schweres Verbrechen dar, das nach Ansicht der Politik über der Pressefreiheit zu stehen hat.
Wer jetzt jedoch ein politisches Katz-und-Maus-Spiel erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Die ganze Rahmenhandlung um eine Journalistin, die ihren Informanten schützen will, ist die Grundlage für ein emotionales Drama über die beteiligten Personen. In der Hauptrolle sehen wir Kate Beckinsale als Reporterin Rachel Armstrong. Es handelt sich dabei um die gleiche Kate Beckinsale, die sich in hautengen Hosen sexy durch die Underworld-Kulissen bewegt oder mit schmachtendem Blick in Pearl Harbor hinter Ben Affleck her schaut.
Im Film deckt sie (und hier haben wir die Parallele zur Plame-Affäre) die Identität einer geheimen CIA-Agentin auf. Der ehrgeizige Staatsanwaltschaft DuBois (Matt Dillon) wird eingesetzt um herauszufinden, wer diese geheimen Informationen illegaler Weise weitergegeben hat. Rachel Armstrong verweigert die Herausgabe dieser Information, um ihre Quelle und allgemein journalistische Prinzipien zu schützen. Um Druck auszuüben landet Rachel in Beugehaft.
Danach geht es um die Fragen, ob sie die Quelle preisgeben wird, ob sie von anderen (u.a. ihrem Arbeitgeber) unterstützt wird und wie lange sie dies alles aushalten kann, da sie sowohl von Ehemann als auch Kleinkind getrennt ist. Ich fand es extrem ergreifend, wie diese Frau im Film alles opfert, nur um ihren Prinzipien treu zu bleiben und sich für das einzusetzen, an was sie glaubt. Dass später noch ein weiterer Grund für ihr Handeln offenbart wird, macht das Ganze dann noch plausibler.
Ihr Engagement mag zunächst verständlich und normal erscheinen, spätestens jedoch als die Ehe und die Beziehung zum Sohn auf dem Spiel stehen, tut es richtig weh, dem Treiben noch weiter zuzusehen. Rachel steht dann vermeintlich als Karrierefrau da, die ihren Job über ihre Familie stellt. Ihr gegenüber steht ein Staatsanwalt, den man nur zu leicht als Feind ausmacht. Objektiv gesehen, macht er jedoch nur seinen Job.
Im weiteren Verlauf möchte man am liebsten laut „Halt!“ schreien, so eindringlich spielt Beckinsale eine am Ende fast zerbrochene Frau. Die Begegnungen mit ihrem Mann, die am Anfang noch voller Liebe und Vertrauen stecken, sind am Ende nur noch distanzierte Pflicht. Die Treffen mit dem inzwischen völlig verfremdeten Sohn gehen extrem unter die Haut. Beckinsales Performance ist absolut überzeugend, etwas, dass ich ihr so gar nicht zugetraut hätte. Sie wirkt auf der einen Seite überzeugt und zielstrebig auf der anderen Seite jedoch auch zweifelnd und verletzlich. In den Nebenrollen überzeugen Matt Dillon als Staatsanwalt, Angela Bassett als Herausgeberin, David „Friends“ Schwimmer als Ehemann, Vera Farmiga als aufgeflogene CIA-Agentin Erica Van Doren und ganz besonders Alan Alda als Washingtoner Star-Anwalt. Gerade letzterer macht eine gute Entwicklung im Film durch vom arroganten Wichtigtuer zum verständnisvollen Vertrauensmann.
Das Script zu Nothing but the truth stammt aus der Feder von Rod Lurie, der unter anderem die leider zu unrecht gefloppte TV-Serie Command in Chief zu verantworten hat. Ihm ist es gelungen eine mitreißende Geschichte zu erzählen. Dazu kommt ein tolles Ende, das sicherlich nicht jeden Geschmack treffen wird, meiner Meinung nach aber wirklich optimal für diesen Film ist. Mir ist völlig unverständlich, warum dieser Film nicht erfolgreich im Kino lief, denn ein Dasein als „Direct to DVD“-Vermarktung hat er wirklich nicht verdient.
Ich habe das kostenlose Coldplay-Live-Album bereits Ende letzter Woche runtergeladen, wollte aber erst reinhören, bevor ich das Album hier weiter empfehle. Und jetzt kann ich es ja sagen, das Ding ist nicht nur umsonst, sondern auch noch richtig gut. Gegen Angabe einer Email-Adresse (kann, muss aber nicht die echte sein), fließen die Bytes durch die Leitung. Un im Gegensatz zur letzten Woche geht das heute auch in einer erträglichen Geschwindigkeit. (via)