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Warum ich nur noch selten ins Kino gehe

Noch vor wenigen Jahren bin ich in einem Jahr mehr als 100 Mal im Kino gewesen. Damals habe ich teilweise mehrere Filme hintereinander gesehen, die Sneak Preview jede Woche war sowieso eine Pflichtveranstaltung für mich. Heute gehe ich so oft ins Kino, dass eine Hand reicht um die Besuche abzuzählen. Und das hat Gründe:

Kino ist mir persönlich einfach zu teuer geworden. Neben der nötigen Anfahrt und ggfs. Parktplatzgebühren kostet ein Film eben nicht nur einen relativ hohen Preis sondern auch noch Gebühren für 3D und/oder Überlänge. Als echter Genießer gibt es dann noch Getränk plus Popcorn / Nachos / Eis dazu und schon leert sich die Geldböre um fast 30 Euro, pro Person wohl gemerkt. Das kann man mal machen für einen gelungenen Abend.

Doch da kommen wir zu Punkt 2. Auch wenn immer weniger Menschen der Bevölkerung ins Kino gehen habe ich häufig das Glück auf Mitzuseher zu treffen, die mit dem Jet durch die Kinderstube gerauscht sind. Lautes Diskutieren und Fummeln am Handy (und die haben ja alle riesige Display, die wie Halogenscheinwerfer wirken) sind da offenbar völlig normal. Wenn das Publikum sich früher nicht für den Film interessiert hat, hat es in der letzten Reihe wenigstens zünftig gefummelt und den Rest des Kinos in Ruhe gelassen.

Als weiterer Punkt geht mir der ganze 3D-Hype extrem auf den Geist. Ich weiß nicht, ob es an meinen Augen liegt, aber bisher konnte mich noch kein Film mit seinen Effekten so überzeugen, dass ich den Malus (dunkleres Bild, unbequeme Brille) in Kauf nehmen möchte. Dazu kommt, dass Regisseure offenbar dazu genötigt werden, immer irgendwas in den Film einzubauen, das dem Publikum irgendwann im Film ins Gesicht fliegt. Das kann nicht gut für die künstlerische Freiheit sein.

Die Kinos, die ich im Normalfall besuche, haben über die Jahre extrem gelitten. In den 90ern oder gar 80ern gebaut sind die Lehnen heute ausgeleiert und der Teppich ist Zeuge von vielen verschütteten Cola-Bechern und umgestürzten Nacho-Behältern mit wahlweise Käse- oder Salsadip geworden.

Das Heimkino hat für mich enorm an Bedeutung gewonnen. Die früher bessere Technik im Kino ist heute bis auf den größeren Bildschirm (jaja, und 3D) nicht mehr vorhanden. Blu-ray, Dolby Digital und riesiger Flatscreen machen Filme auch zu Hause zu einem Erlebnis. Dabei kann ich mir die Startzeit aussuchen, pausieren wann ich will und bestimme auch das Rahmenprogramm. Da stört auch niemand beim Fummeln, ich kann zur Not sogar nackt schauen oder neben dem Film ein halbes Schwein auf Toast konsumieren.

Das Kino hat es leider versäumt sich weiterzuentwickeln und hängt noch in den 90er Jahren. Da darf man sich dann auch nicht wundern, wenn die Kundschaft fern bleibt.

5 Kommentare zu “Warum ich nur noch selten ins Kino gehe

  1. Kann ich genauso unterschreiben. Heute Kino nur noch 4-5 mal im Jahr den Kindern zuliebe, oder zu absoluten Must-Sees. Bester Zeitpunkt btw.: Sonntags morgens um 11 Uhr! FTW! 🙂

  2. MIr geht es genau so. Wobei ich selbst heimkino nicht mehr habe. Irgendwie fehlt auch das interesse.
    3D kann ich auch nicht ab. Tränen mir die augen wegen der brille.

    Zeiten und Dinge ändern sich

  3. Mal abgesehen davon das mir wegen meiner Kurzen die letzten Jahre die Zeit gefehlt hat groß ins Kino zu gehen, gibt es kaum noch Filme bei denen ich das Gefühl habe ich müsste sie im Kino sehen. Zuletzt war ich in „Star Trek – Into the darkness“ und „Man of Steel“, beide absoluter muss für einen Kino Besuch. Aber das war eher die Ausnahme 2 mal so kurz hintereinander zu gehen, normalerweise liegen da Monate zwischen. Und auch mir geht die ganze 3D Sache tierisch auf den Keks. Zumindest möchte ich doch die Wahl haben ob ich 3D oder 2D im Kino sehen will, aber selbst das wird oft nicht angeboten bei uns.

  4. Zuletzt habe ich auch Star Trek gesehen und davor den Hobbit. Beide haben sich absolut gelohnt, bei Star Trek ging mir 3D nur wieder auf den Nerv. Wobei es da sogar mal zwei, drei coole Effekte gab. Spätestens beim zweiten Hobbit bin ich auch wieder im Kino.

  5. Mir geht es inzwischen ähnlich wie Dir. Durch den Hausbau mussten wir kinotechnisch ein wenig kürzer treten – und vermisst habe ich es nicht wirklich. Zu häufig wird man von lauten Sitznachbarn genervt oder zumindest abgelenkt. Trotzdem gibt es dann doch noch eine Reihe Filme, die man eigentlich auf der großen Leinwand sehen muss. Der nächste Film dieser Kategorie wird für mich sicherlich „Pacific Rim“. Zum Glück haben wir dem Cinemaxx und anderen Multiplex-Kinos inzwischen so ziemlich abgeschworen und gehen nun in ein schnuckeliges inhabergeführtes Kino in Hildesheim. Zwar hat das auch acht oder neun Säle, aber es hat nicht diesen Franchise-Charme, sondern lebt davon, dass sich die Macher tatsächlich noch ein paar eigene Gedanken machen, wie sie das Erlebnis Kino besser machen können. Eine spezielle Sommerkino-Reihe und die jüngst eingeführte Sneak lassen mich als „Kino-Umgeher“ dann doch manchmal schwach werden. 😉

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