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Eurovision Song Contest 2009

Am vergangenen Samstag fand in Moskau der Eurovision Song Contest 2009 statt. Als Kind habe ich das immer gucken müssen, so habe ich zumindest den letzten großen deutschen Erfolg (1982, Nicole – Ein bisschen Frieden) live mitverfolgt und ja, vielleicht war ich damals auch ein klein wenig verschossen. Seit Jahren drücke ich mich erfolgreich vor dieser Veranstaltung. Irgendwie ist es mit dem Song Contest so wie mit der Bild. Alle mosern irgendwie darüber aber gucken tun es offenbar doch eine Menge.

Nachdem im letzten Jahr Deutschlands große Hoffnung, die No Angels, eine internationale Pleite der Extraklasse erlebt haben, sollte es dieses Jahr U96-Kapitän Alex Christensen mit seiner Nummer „Alex swings, Oscar sings!“ schaffen: Eine banale Swing-Nummer mit einem Minimal-Text aus dem nächstbesten Songtext-Generator. Und wenn man eben kein großes Vertrauen in seine Nummer hat, dann müssen eben Titten her. Sex sells, weiß ja jeder. Und da nimmt man natürlich das Beste, was Deutschland in dieser Hinsicht zu bieten hat: Dita von Teese. Was? Die kommt gar nicht aus Deutschland? Naja, genau das habe ich mich auch gefragt.

Ich habe mich auch gefragt, warum man an dieser Veranstaltung überhaupt noch teilnimmt. Andere Länder wie Italien und Österreich haben sich doch schon erfolgreich abgetrennt. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Euro der TV-Gebühren da wieder in den Sand gesetzt wurden. Insgesamt hat die Veranstaltung 42 Millionen Euro gekostet. Als gesetztes Land muss auch Deutschland einen Teil davon zahlen. Das alles wäre ja nicht so schlimm, wenn die Musik wenigstens gut wäre. Aber das pendelt alles irgendwo zwischen Fremdschämen und Trommelfellinfarkt. Ich hätte nichts dagegen, wenn Deutschland diesem Event in Zukunft die kalte Schulter zeigen würde. Auch wenn das wohl ein Wunschtraum bleiben wird.

6 Kommentare zu “Eurovision Song Contest 2009

  1. Nun, ich verwehre mich dagegen, dass ich über den Song Contest mosere. Ich bilde ab, wofür der Song Contest steht. Er ist eben eine Schlagerveranstaltung, die es eben nicht mal mehr schafft, nette Unterhaltung ohne künstlerischen Anspruch zu fabrizieren. Im Endeffekt genügt der Song Contest nicht mal den eigenen Ansprüchen, weil die jeweiligen Teilnehmer meist schnell ohne jedweden Erfolg in der Versenkung verschwinden. Wenngleich die Idee eines Sangeswettstreits über Landesgrenzen hinweg sehr gut ist, stellt sich doch die Frage, warum er als gigantomanisch aufgeblähter Bewerb ohne Sinn endet.

    SomeVapourTrail

    1. OK, „mosern“ war wirklich nicht ganz treffend formuliert. Ich meinte damit „tendenziell negative Begutachtung“. Das trifft es wohl besser, klingt nur etwas hölzerner.

  2. Die Wahrheit über diese Veranstaltung zu sagen hat nichts mit „mosere“ zu tun. Es war ein 42 Millionen-Debakel. Die „Songs“ zum größten Teil eine Zumutung für das Gehör.

    Deutschland sollte dieser Veranstaltung künftig wirklich fern bleiben und das viele Geld in anspruchsvollere Sendungen investieren.

    Der Song Contest folgt dem allgemeinen Trend des niveaulosen Fernsehens – wie Dschungelcamp – nur ein Beispiel.

    Vielleicht sollte man die Teilnehmer „Eurovision“ auch nach diesen Gesichtspunkten auswählen oder den Namen der Veranstaltung ändern.

    Ob ein Herr Raab hier künftig „Anspruch“ realisieren kann, mag ich zu bezweifeln. Aber nach dieser Veranstaltung ist Anspruch offensichtlich auch nicht gefragt.

    1. Häng dich nicht so an dem Wort „mosern“ auf, im Prinzip liegen wir ja inhaltlich auf der gleichen Wellenlänge bei der Betrachtung der Veranstaltung 🙂

  3. Also ich habe mir den Songcontest auch angesehen. Ich finde im Gegensatz zu den Jahren zuvor, waren die Lieder wieder erträglich. Wenn man von dem Griechen absieht (eine schwule Ausgabe von Robbei Williams). Und der Norweger hat auch zurecht gewonnen. Das die Leute nicht mehr groß rauskommen, liegt aber auch daran, dass es soviel Schwachsinssendungen wie DSDS oder Pospstars gibt. Wer kann sich denn heutzutage schon groß etablieren. Wenn ich mir die Charts so ansehe, sind das fast alles nur Eintagsfliegen.

    Deutschland sollte allerdings bei diesem Wettbewerb nicht auf so jemanden wie Dita van Teese zurück greifen müssen. Ich denke schon, man sollte durch seine Stimme und den entsprechenden Auftritt überzeugen und nicht durch so etwas. Mal schauen, ob wir nächstes Jahr mal einen besseren Auftritt hinlegen. Es sollte doch möglich sein, einen deutschen Sänger oder Sängerin zu finden, die durch die Stimme und das entsprechende Lied überzeugt.

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