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Was ist nun mit dem Wolverine-Desaster?

Jetzt, nachdem X-Men Origins: Wolverine eine zeitlang im Kino ist, sollte man doch mal Bilanz ziehen. Weit vor dem US-Kinostart tauchte eine Workprint-Version des Filmes in den Internet-Tauschbörsen auf. Bis auf fehlende Spezialeffekte kann die Qualität durchaus als sehr hochwertig bezeichnet werden. Der Verleih 20th Century Fox sagte gegenüber dem Magazin Hollywood Reporter, dass diese Version mehr als vier Millionen Mal runtergeladen wurde.

Schnell wurde hochgerechnet, dass dies einem Schaden von 29 Millionen US-Dollar entspricht. Das jedoch vor dem Kinostart. Der Film legte dann, trotz teils sehr durchwachsener Kritiken über 85 Millionen US-Dollar am Startwochenende ein. Das ist ungefähr auf dem Niveau von X-Men 2 und ein ganzes Stück weit hinter X-Men 3. Bei 20th Century Fox zeigt man sich uneinsichtig und meint trotzig, dass Wolverine die 100-Millionen-Grenze hätte durchbrechen können, wären da nicht diese bösen Raubkopien.

Jetzt mal ernsthaft, das ist doch einfach nur völliger Blödsinn. Ich behaupte einfach mal, dass der immens große Anteil der über vier Millionen Downloader (so die Zahl überhaupt stimmt), den Film ohnehin niemals im Kino gesehen hätte. Diese Leute ziehen sich die Filme, die gerade da sind. Im Normalfall wäre das bei Wolverine das Startwochenende gewesen (dann eben als miese Cam-Version).

Hier war es eben ein paar Wochen eher der Fall. Aber hat das wirklich erhebliche Auswirkungen auf die Ticketverkäufe? Sicher nicht. Sicher wird es auch eine Gruppe Leute geben, die aufgrund dieser Version nicht ins Kino gelaufen sind. Dem stehen dann aber wieder Mehrverkäufe durch frühe Mund-zu-Mund-Propaganda und den PR-Effekt durch den frühen Leak.

Natürlich habe ich dafür keine empirischen Daten, Fakten oder Statistiken. Aber außer dem Studio selbst glaubt doch nicht wirlklich jemand, dass Fox durch diesen Leak 29 Millionen US-Dollar verloren hat, oder?

2 Kommentare zu “Was ist nun mit dem Wolverine-Desaster?

  1. Die Frage ist wirklich berechtigt. Ich denke, dass viele, die diesen Film früher gesehen haben, ihn dennoch im Kino gesehen haben werden, wenn sie die Version, die sie gesehen haben, gut fanden. Man geht ja auch aufgrund der Atmosphäre ins Kino. Ich wollte in den Film auch noch rein, aber momentan hat „Illuminati“ den Vortritt. Und wahrscheinlich wird somit der liebe Wolverine erst auf DVD zu mir kommen. Aber jetzt schweife ich ab.

    Ich bin auch der Meinung, dass man das nicht so, wie es das Studio tut, aufrechnen kann. Positive und negative Effekte werden sich da wenn überhaupt die Waage halten. Wahrscheinlich.

    Du hast einen Sympathisanten. Wobei die Version ja auch irgendwie ins Internet gelangt sein muss. Da sollte das Unternehmen vielleicht mal ansetzen. Kann ja nur aus den eigenen Kreisen kommen. Oder so.

  2. Zustimmung. Wobei ich gerne noch eine These aufstellen möchte. Ich bin der Meinung, dass sicherlich nicht mal die Hälfte der heruntergeladenen Filme komplett geguckt wird. Manche erliegen dem Sammeltrieb oder wollen sich nur vor ihren Freunden profilieren mit einem „Ich hatte ihn als erstes“. Andere werden sich solche Filme runterladen und angesichts der häufig miserablen Qualität keine Lust haben auf Ruckelbild und Rauscheton. Und gerade bei „Wolverine“… Wenn das Ding als Workprint ins Netz kommt, in dem viele Effekte fehlen. Also mal ehrlich: „Wolverine“ ohne Effekte? Dann gibt es ja gar keinen Grund sich einen Film mit so platter Story noch anzusehen.

    P.S.: Dass der Wortvogel am Beispiel „Wolverine“ auch mal eine Rechnung aufgemacht hat, hast Du sicher gesehen?! (http://is.gd/z4b2)

    P.P.S.: Schön, dass Du wieder bloggst, da haben wir ja fast zeitgleich wieder angefangen.

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