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Revolution der Spiele-Branche?

onlive.jpgEs klingt fast wie ein abenteuerliches Märchen. Da sitzt eine Firma sieben Jahre lang hinter verschlossenen Türen und entwickelt eine Idee, die die Spiele-Branche komplett revolutionieren und die Hardware-Spirale stoppen soll. Die Rede ist von OnLive. Ich fand die Präsentation auf der Game Developer Conference in San Francisco ziemlich beeindruckend. Das Video gibt es hier zu sehen.

Das Prinzip ist relativ einfach und ähnelt dem WebTV. Spiele laufen nicht auf heimischer Hardware sondern auf einer Server-Farm des Anbieters OnLive. Die Daten werden komprimiert durchs Web in die Wohnzimmer übertragen. Der große Vorteil ist, dass selbst schwache Rechner problemlos Highend-Spiele wie Crysis flüssig abspielen können. Für angekündigte 200 Euro soll es die kleine MicroConsole fürs Wohnzimmer geben. Für Windows und Mac OS X sind entsprechende Plugins angekündigt. Damit wird auch erstmals dem Mac die große Spielewelt geöffnet.

Durch eine neuartige, umfangreiche Kompression soll schon eine 2000er DSL-Leitung für ein flüssiges Spielerlebnis ausreichen. Bei der maximalen Auflösung von 720p mit 60 Frames in der Sekunde werden lt. OnLive 5 MBit benötigt. Dazu kommen umfangreiche Community-Features wie Freundeslisten, Turniere und ein Arena-Modus bei dem man seine Freunde beim Spielen beobachten kann.

Für die Hersteller bietet das Verfahren viele Vorteile. Die Margen werden größer, da der komplette Handel ausgeschlossen wird. Für Raubkopierer sieht es auch schlecht aus. Daher wird OnLive auch schon von zahlreichen Herstellern unterstützt, darunter Electronic Arts, Take 2, Ubisoft, THQ, Eidos, Atari, Codemasters, Epic und einige mehr.

Schlecht sieht es natürlich für die Konsolenhersteller und die Hardware-Branche aus. Gerade Spiele waren eine enorme Triebfeder für immer schnellere Grafikkarten. Konsolen wie Xbox360 und PlayStation 3 wären überflüssig. Für Spieler wäre es sehr ärgerlich, dass der Gebrauchtspielemarkt wegfallen würde. Und natürlich ist völlig unklar, wie viel das Ganze kosten wird und ob es wirklich flüssig laufen wird, insbesondere wenn eine große User-Basis darauf zugreifen will.

Auf jeden Fall hat OnLive da ein sehr interessantes Produkt in der Mache, dem die Zukunft gehören könnte. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die weitere Entwicklung.

8 Kommentare zu “Revolution der Spiele-Branche?

  1. Hm… Klingt interessant, frage mich aber trotzdem, wie das mit dem geringen Hardwarebedarf funktionieren soll. Sie komprimieren einfach die Daten, die dann durch die Internetröhre geschickt werden. Aber dargestellt werden muss das Ganze ja immer noch.

    Soweit ich das verstehe wird damit nur das Installieren des Speils auf der Festplatte überflüssig. Was ja schon nicht schlecht ist. Aber was tun, wenn das Internet mal hängt…?

  2. Nein, das wurde ja mit einem Dell Studio 15 gezeigt, auf dem Crysis ja normal nicht so super laufen würde. Das Spiel wird komprimiert übertragen und der Client muss die Daten nur wieder dekomprimieren.

  3. Hmmm geniale Idee eigentlich.
    Ich habe aber immer ein Problem wenn ich Geld für rein virtuelle Dinge ausgebe, Ist genau wie mit dem Filmstreaming. Mir ist es irgendwie lieber ein echtes Produkt in den Händen zu halten. Eine richtige DVD mit Booklet und so die man sich ins Regal stellen kann oder eben auch verleihen.
    Trotzdem ein sehr cleveres Konzept, mal sehen wie es angenommen wird.

  4. Ah… Jetzt versteh ichs. Man sieht eigentlich fertig gerenderte BIlder, einfach 60 Mal pro Sekunde. Und die Mausbewegungen etc. werden an den Server geschickt und dort verrechnet. Passt.

  5. Hey, Olly! Haste deinen Humor im WC runtergespült? Sollte ein Scherz sein, sorry. Aber deine Antwort, also… so was sollte man nicht miteinander Vermischen, okay? Ist ne ganz andere Baustelle. Aber so ist das halt im iNet. Einfach mal die volle Ladung. Ist ja egal wen es trift. Immer druff und zwar so fest es geht. Tolle Leistung. Geh mal an die frische Luft! Ab Montag ist Frühling…

  6. Nein, gar nicht. Nur etwas empfindlich nach dem „Spam“ der letzten Zeit, u.a. im Hooligans-Beitrag. Ist halt immer ärgerlich, wenn man versucht ein Thema sachlich aufzugreifen, welches wirklich interessant ist und dann so ein Kommentar drunter steht. Nichts für ungut.

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