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Durchgespielt: Mirror’s Edge

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Nachdem ich World of WarCraft den Rück gekehrt hatte, fielen mir dann wieder die ganzen anderen Spieleperlen ein, die hier noch unangespielt rumlagen. Darunter Mirror’s Edge. Das Spiel wurde vom EA-Studio Dice entwickelt, die sich vorher einen Namen mit der Battlefield-Reihe gemacht hatten und daraufhin von Electronic Arts aufgekauft wurden.

In einem Interview las ich kürzlich, dass die Idee zu Mirror’s Edge aufkam, als sie über eine neue Spielidee nachdachten. Erst sollte es was mit Autos in einer Stadt sein. Da kam dann der Einwand, dass wenn man mit einem Auto durch eine große Stadt fährt, sicher auch aussteigen und diese erkunden will. Und dann kamen die Macher irgendwann darauf, dass man eben durch die Stadt rennen muss.

Diese Grundidee wurde dann mit dem Trendsport Parkour verknüpft. Kennt ihr sicher alle, gut zu sehen im Bond Casino Royale, wo Daniel Craig sich durch den Neubau hangelt, rennt, springt und kraxelt. Handlungsort des Spiels ist eine fiktive Großstadt, in der Kommunikationen und Informationen durch ein totalitäres Regime kontrolliert werden. Will man Informationen abseits dieser Kontrolle transportieren, bedient man sich so genannter Runner. Wir schlüpfen in die Rolle des weiblichen Runners Faith.

Die Story ist relativ spannend. Faith und ihre Schwester Kate werden beschuldigt, einen Mord verübt zu haben. Kate wird festgenommen, Faith gelingt die Flucht. Natürlich steckt dahinter ein großes Komplott, das im weiteren Spielverlauf sowohl durch Zwischensequenzen in Spielgrafik und im Anime-Stil aufgeklärt wird.

Das Spiel wird aus der Ego-Perspektive gespielt, wahlweise mit Tastatur und Maus oder Gamepad. Was mir am meisten Spaß gemacht hat, war die schnelle Fortbewegung ohne Stop durch die Level. Auf dem unten verlinkten YouTube-Video kann man das sehr schön sehen. Teilweise ist es mäglich, teilweise Minutenlang durch gut getimte Sprungfolgen ohne Stop durch die Level zu eilen. Es ist ein Heidenspaß im Rennen über einen Zaun zu springen, unter einem Vorsprung durchzurutschen, danach an einer Wand lang zu laufen, dann über einem Abgrund abzuspringen und sich am rettenden Abflussrohr festzuhalten.

Als Orientierungshilfe werden wichtige Schlüsselelemente rot markiert. So sieht man sofort, wo es als nächstes lang geht. Die Atmosphäre ist beeindruckend. Keinerlei Display-Elemente stören die Sicht. Die gesamte Spielwelt ist sehr kühl gestaltet. Jeder einzelne Abschnitt hat eine dominierende Farbe, z.B. knallgrün. Abseits davon ist alles in tristes weiß mit leichten grauen und blauen Abstufungen gehalten.

Natürlich hat Mirror’s Edge auch ein paar sehr nervige Stellen. Die wenigen Kämpfe empfand ich eher als Last, die noch weniger vorhandenen Schießereien, sofern man sie denn austragen will, machen auch nicht wirklich Freude. Viel schwerer wiegt aber, dass es doch ein paar Stellen gab, wo mir nicht klar war, wie es weiterging. In solchen Momenten halfen dann Video-Walkthroughs. Dazu kommen ein paar nervige Sprungpassagen, wo es extrem auf Timing ankommt und ihr euch schon mal an den dumpfen Aufschlag auf dem harten Boden gewöhnen könnt.

Es muss teilweise extrem lustig ausgesehen habe, mir beim Spielen zuzusehen. Aufgrund der doch recht hohen Geschwindigkeit, bin ich ziemlich dicht ans Display ran gerutscht und habe zeitweise vermutlich einen Tunnelblick drauf gehabt. Wenn Faith dann mal wieder eine Häuserschlucht runter klatscht, habe ich mich sicherlich das eine oder andere Mal ziemlich erschrocken.

Alles in allem ist Mirror’s Edge trotz aller vorhandener Schwöchen ein innovatives Spiel, das mich aufgrund seiner Spielmechanik und sehr sterilen Atmosphäre an den PC gefesselt hat. Für mich sieht so die Zukunft des Jump’n’Run-Genres aus. Ich hoffe, dass der ausbleibende kommerzielle Erfolg nicht das Aus für Spiele dieser Art besiegelt.

DirektFaith

Ein Kommentar zu “Durchgespielt: Mirror’s Edge

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