Skip to main content

Kloß im Hals

Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass mich nicht mehr viel schocken kann, doch vorhin wurde ich aufmerksam gemacht auf dieses Weblog. Dort schreibt Andrea über ihren Mann Michael. Michael ist ein an Krebs erkrankter Familienvater und gilt als „austherapiert“. Allein das Wort ist schon so unsagbar furchtbar. Hoffnung hatten die beiden in eine spezielle Therapie, die jedoch mit etwa 18.000 Euro zu Buche schlagen sollte. Nach Veröffentlichung ihrer Geschichte kam das Geld durch Spenden tatsächlich zusammen. Im Weblog berichtet Andrea seit dem über die Fortschritte und Rückschläge.

Ich kenne die beiden nicht wirklich, befand mich aber selbst mal in einer sehr bedrohlichen Situation. Und als ich da jetzt so einige Beiträge gelesen habe, steckte mir ein mächtig großer Kloß im Hals und die Tränen stiegen in die Augen. Ich bewundere diese Frau, die insbesondere in so einer schweren Zeit zu ihren Mann steht. Eine Eigenschaft, die leider nicht mehr weit verbreitet ist.

539 Tage ging der Kampf, bis zu dem Tag, als klar war, dass es nichts mehr zu kämpfen gibt. Ist das nicht verrückt? Was für eine lange Zeit, und was in der Zeit alles passiert ist. Ich wundere mich selber immer wieder, wie wir das eigentlich alles aushalten konnten. Aber wir sind reingewachsen, so wie man z.B. auch in alles reinwächst, wenn man das erste Kind bekommt. Oder so. Irgendwie.

Michael geht es verhältnismäßig gut, wenn man noch von ‘gut’ reden kann. Wir hatten einen so schönen Nachmittag gestern, ohne Tränen und mit vielen blöden Witzen. Wir haben uns geschworen, in all dem Mist nicht auch noch den Humor zu verlieren. Manchmal muss man sich eben gegenseitig daran erinnern.

Was muss das für eine Situation sein? Wo man den eigenen Kindern erklären muss, dass der Papa bald nicht mehr da sein wird. Ich mag da nicht wirklich drüber nachdenken, es tut nur weh. Und wenn ich vor etwas wirklich Angst habe, dann vor dem Sterben.

Kommentar verfassen