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Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

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Inhalt:

Amerika zur Zeit des Kalten Krieges. Indiana Jones wird zusammen mit seinem Kumpel Mac von russischen KGB-Agenten entführt. Indy wird gezwungen auf militärischem Sperrgebiet eine merkwürdige Kiste mit noch merkwürdigerem Inhalt zu identifizieren. Vom FBI verfolgt will Indy nach Europa flüchten, wird dann jedoch vom jungen Mutt Williams aufgehalten. Ein Indy bekannter Professor ist in Peru verschwunden. Beide begeben sich auf die gefährliche Suche, bei der sie u.a. auch eine alte Bekannter wieder treffen.

Kritik:

19 Jahre musste ich tatsächlich auf die Fortsetzung der Serie warten. 19 lange Jahre, in denen es immer wieder Gerüchte über einen möglichen vierten Teil gab. In jedem Interview mit Lucas, Spielberg oder Ford kam die unweigerliche Frage nach einem Sequel, doch irgendwie wurde lange Zeit nichts daraus. So wurde sogar ein Drehbuch-Entwurf von Frank Darabont abgelehnt, der einen Bruder von Indiana Jones einbauen wollte, was Lucas jedoch nicht gefiel. Dazu kam noch, dass die drei Hauptpersonen immer wieder von anderen Projekten zeitlich gebunden waren. Dabei drängte die Zeit, da Hauptdarsteller Harrison Ford inzwischen alles andere als ein Jungspund ist.

Aber das lange Warten hat sich gelohnt, der Film mit dem nur schwer über die Zunge rutschenden Namen knüpft nahtlos an die alten Filme an. Etwas, was ich bei einer Teilnahme von George Lucas nicht erwartet hatte. Natürlich ist die Story selbst für einen Indy-Film viel zu abgehoben. Aber dickes Lob dafür, dass mich dies erst zum Ende des Filmes richtig Kopfschütteln ließ. Denn mit Verlaub: Das Ende geht gar nicht.

Beim Einstieg des Films war mir zunächst etwas mulmig im Magen. Tolle Einführung von Indy, erst nur die Silhouette, dann der Hut und dann das Profil. Unterlegt mit der einprägsamen Musik fühlte ich mich fast heimisch. Wäre da nicht dieses komische Gefühl, dass alles etwas künstlich wirkt. Die Klamotten sehen unweigerlich wirklich wie Kostüme aus, der Set irgendwie klinisch rein, wie ein Set eben. Zugegeben, nur ein kleines Detail, störte mich zunächst aber schon. Spätestens jedoch wenn die Action losbricht ist Indy wieder voll da wo er hingehört. Und hier waren dann auch alle Bedenken Harrison Ford wäre vielleicht zu alt ausgeräumt.

Bis auf die merkwürdige Eingangsstimmung sieht der Film glänzend aus und passt nahtlos zu den alten drei Filmen, die ich mir kurz vorher extra nochmal angeschaut hatte. Spielberg entschied sich ja bewusst gegen Digitalkameras und drehte mit dem gleichen Equipment wie damals, übrigens gegen den ausdrücklichen Wunsch von George Lucas. Das vorliegende Ergebnis gibt Spielberg Recht. Die CGI-Szenen halten sich für einen Film aus dem Jahre 2008 erfreulich zurück.

Später konnten weitere Bedenken ausgeräumt werden. Shia LaBeouf nervt nicht, ganz im Gegenteil. Sein Charakter passt glänzend an Indys Seite und sorgt für ein paar gute Lacher. Natürlich freute ich mich über das Comeback von Karen Allen. Im Film selbst ist ihr Erscheinen zwar etwas merkwürdig und unkompliziert, aber das ist ja ein Abenteuerfilm und kein Beziehungsdrama. Mein Problem hatte ich jedoch mit Cate Blanchett, die eigentlich genug Charisma hat, eine fiese Schurkin zu spielen, hier jedoch erstaunlich blass bleibt. Da sind die Nazis in den Vorgängerfilmen eben doch ein ganz anderes Kaliber.

Ein paar Szenen werden mir lange in Erinnerung bleiben. Die imposante Eingangssequenz oder die nicht enden wollende Dschungelverfolgung ohne jegliche Verschnaufpause sind einfach Szenen, die einen immens guten Abenteuerfilm ausmachen. Davon kann ich einfach nicht genug bekommen und das macht neben dem trockenen Humor der Hauptfigur den Charme der Reihe aus. Und auch diese trockenen Oneliner sind wieder dabei. Witze über das Alter der Figur blieben zu meiner Freude weitestgehend aus.

Bleibt also das Geheimnis des Kristallschädels. Wir hatten in den alten Filmen wirklich Abgehobene Stories mit Geistern aus der Bundeslade, Voodoozauber oder einen ewig Leben spendenden heiligen Gral, aber die Sache mit den Kristallschädeln war mir insbesondere am Ende des Films eine Spur zu abgehoben. Die Serie bedient sich gerne irgendwelcher mystischen Geschichten, das Problem hier ist, dass der Gral einfach bekannter ist als die Sache mit den Schädeln, die im Film lang und breit erklärt wird und für den einzig kleinen Hänger mitten im Film sorgt. Schade drum, nach 19 Jahren Drehbuchschreiben hatte ich mir etwas mehr davon versprochen.

Alles in allem ist der neue Indy eine sehr, sehr gute Fortsetzung, die nur sehr wenig falsch macht. Meine hohen Erwartungen wurden vollends erfüllt mit Ausnahme vielleicht der Story. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass Indiana Jones auch heute noch funktioniert. Das Kino war voll, die Zuschauer folgten gespannt Indys Abenteuer, lachten über seine Sprüche und staunten über fremde Orte. Und dann ertönt wieder die nur allzu bekannte Fanfare. Indy ist wieder da. Ein Kreis schließt sich.

Infos:

Originaltitel: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
Herkunftsland/Jahr: USA, 2008
Länge: 124 Minuten
Kinostart: 22. Mai 2008
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: David Koepp, George Lucas
Darsteller: Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, John Hurt
Genre: Abenteuer
Für Freunde von: Indiana Jones, Die Mumie, Das Geheimnis der Tempelritter
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★★★☆

Die Wertungen der anderen drei Filme zum Vergleich:

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes
Rating:

★★★★★★★★★☆

Indiana Jones und der Tempel des Todes
Rating:

★★★★★★★★☆☆

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
Rating:

★★★★★★★★★★

2 Kommentare zu “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

  1. mochte die ersten 3 filme ganz gerne. hab mir auch gar keine großartige neuerung erwartet (ok, die aliens sind so ne sache, aber heilge grale und andere pseudo-mystische kräfte und laden sind auch nicht besser gewesen). popcorn kino halt – und das ist indy ganz bestimmt wieder.

    trotzdem freu ich mich (nach durchgezocktem – auf DS und Wii – starwars-leogo) auf indianajones-lego um ein vielfaches mehr als auf den film ! 😉

  2. Bis zur Stelle wo Indy und Mutt mit dem Motorrad in der Unibib landet kann man den Atem von Spielberg spüren. Indiana Jones pur…
    Anschließend lässt der Film leider etwas nach. Stellenweise ist er gar langatmig. Aber ich denke in ein paar Jahren werden alle den Film viel wohlwollender betrachten 🙂

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