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The Kite Runner (Drachenläufer)

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Inhalt:

Kabul in den frühen 70er Jahren. Die beiden Freunde Amir und Hassan sind berühmt für ihre Künste im Lenken der Drachen und unzertrennlich. Doch dann lässt Amir seinen Freund in einer misslichen Lage hängen, was das Ende für die Freundschaft bedeutet. Als die russische Armee in Afghanistan einmarschiert, trennen sich die Wege der beiden endgültig. Amir wächst mit seinem Vater in Amerika auf. Hassan lebt in einem Land, das von Bürgerkriegen gezeichnet ist und unter der Herrschaft der Taliban leidet. 20 Jahre später kommt Amir zurück in seine Heimat und erkennt diese nicht mehr wieder. Er muss Hassans Sohn aus den Fängen der Taliban retten.


Kritik:

Auf Drachenläufer wurde ich aufmerksam, als ich bei den Recherchen zur Kino-Vorschau 2008 in diesem Blog darüber gestolpert bin, dass niemand anderes als Marc Forster Regie führte. Forsters vergangene Werke haben mich immer irgendwie fasziniert und so wurde ich neugierig. Bei Drachenläufer handelt es sich um die Adaption eins internationalen Roman-Bestsellers.

Als großes Plus schickt Drachenläufe ein hohes Maß an Authentizität ins Rennen. Wer sich nur ein ganz klein wenig für die Geschichte Afghanistans interessiert, bekommt hier einen sehr guten Eindruck davon. Anders als z.B. Der Krieg des Charlie Wilson wirkt Drachenläufer einfach deutlich ernster und realistischer, teilweise sogar schwermütig, irgendwie dem Thema entsprechend. Für mich war es sehr schockierend zu sehen, wie sehr sich ein Land in wenigen Jahren so stark verändern kann.

Dazu kommt eine ungemein faszinierende Geschichte über zwei junge Menschen, die aus zwei völlig verschiedenen ethnischen Gruppen kommen aber dennoch enge Freunde sind. Durch einen Umstand kommt es zum Zerwürfnis, dass von Forster sehr emotional eingefangen wurde. Hier sind die Charaktere ebenso gut gezeichnet, wie in seinem größten Erfolg Monster’s Ball. Am Ende schließt sich der Kreis dann sauber ab, ohne viel Kitsch zu verbreiten. Einfach unglaublich passend.

Vieles in Drachenläufer hat mich sehr berührt und bewegt. Einiges sogar extrem schockiert, wie die Szenen im Stadion ziemlich am Ende des Filmes. Dabei trägt der Film keine deprimierende Stimmung in sich, sondern zeigt auch immer wieder die schönen Facetten dieses stark gebeutelten Landes. Aber das ist eben das, was wirklich gute Filme auszeichnet. Sie lösen Emotionen aus. Und im Falle von Drachenläufer ist es einmal nicht die Wut darüber, zu viel Geld für einen belanglosen Film an der Kasse gelassen zu haben.

Infos:

Originaltitel: The Kite Runner
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 122 Minuten
Kinostart: 17. Januar 2008
Regie: Marc Forster
Drehbuch: David Benioff, Khaled Hosseini
Darsteller: Khalid Abdalla, Atossa Leoni, Shaun Toub
Genre: Drama
Für Freunde von: White Oleander, A Mighty Heart
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★★☆☆

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