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John Rambo

John Rambo

Inhalt:

John Rambo lebt zurückgezogen in einem kleinen Dorf in Bangkok. Er verdient sich sein Geld als Schlangenfänger. Ein paar Missionare wollen Rambo samt Boot buchen, um in Burma Hilfe zu leisten. Rambo verweigert die Hilfe, ändert seine Meinung jedoch, als die Missionare verloren gehen. Er macht sich auf den Weg, um die Missionare zu retten und gleichzeitig erinnert er sich wieder an einen fast vergessenen Krieg.

Kritik:

John Rambo wird sich vorwerfen lassen müssen, die Gewaltspirale im Kino wieder ein ganzes Stück weiter gedreht zu haben. Ich kann mich nicht an einen Actionfilm erinnern, der Gewalt derartig explizit zelebriert hat. Abgeschossene Gliedmaßen, rausgerissene Kehlen und aufgeschlitzte Bäuche aus denen die Gedärme rausfallen sind nach dem ersten Drittel keine Seltenheit, der Body Count nimmt ähnliche Ausmaße an wie „Fucks“ in Pulp Fiction. Aber – und das ist das seltsame – irgendwie macht das doch Spaß. Vielleicht weil Rambo ein ganzes Stück weit die 80er Jahre Action wieder zurück bringt. Kein Vergleich zu den Hochglanzproduktionen mit Wackelkamera-Ästethik. Rambo ist hart, brutal und trashig. Ebenso, wie er in Erinnerung geblieben ist. Und einige Actionszenen sind einfach unglaublich gut gemacht.

Dabei ist insbesondere der Einstieg noch sehr eindringlich. Rambo als knurriger alter Mann, der jede Hoffnung verloren hat. Den Missionaren gibt er mit auf den Weg, dass sie ohne Waffen sowieso nichts ändern können. Parallel zeigen schockierende Bilder, die so auf CNN laufen könnten, was er damit meint. Burma ist eine brutale Kriegszone, in der Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Hier erinnert man sich unweigerlich an den richtig guten ersten Teil zurück. Schade, dass es danach eher in Richtung der Teile 2 und 3 geht. Klare Abgrenzung von Gut und Böse. Die Bösen sind so böse, dass es schlimmer kaum geht. Tagsüber werden hilflose Menschen getötet, in der Nacht Frauen brutal vergewaltigt. Gut, dass es da jemanden wie Rambo gibt. Einer der Hauptpunkte an denen man sich richtig stören kann. Ein eigentlich wichtiges Thema geht so vollkommen unter im weiteren Filmverlauf.

Sehr schön, dass Stallone am Ende dann die Kurve kriegt und den Kreis schließen lässt. Das Ende legt zudem nahe, dass nun wirklich Schluss ist mit Rambo. Denn er ist da angekommen, wo er in Teil 1 eigentlich hin wollte. Wie schon Rocky Balboa ist Rambo ein schöner Abschluss für eine Filmserie, die sehr schön den Sprung hin zu einer neuen Kinogeneration geschafft hat. Der unheimlich hohe Gewaltgrad ist sicher ein Tribut an heutige Gewaltorgien wie Hostel und Saw. Der Film kommt in Deutschland nur geschnitten ins Kino, was insbesondere gegen Ende sehr stark auffällt. Insgesamt eine schöne Zeitreise für mich in die eigene Jugend, in denen Typen wie Chuck Norris, Sylvester Stallone und Steven Seagal angesagt waren. Heute sind das eher Shia LaBeouf, Justin Timberlake und Will Smith. Wie sich die Zeiten doch ändern.

Infos:

Originaltitel: Rambo
Herkunftsland/Jahr: USA, 2008
Länge: 85 Minuten
Kinostart: 14. Februar 2008
Regie: Sylvester Stallone
Drehbuch: Art Monterastelli, Sylvester Stallone
Darsteller: Sylvester Stallone, Julie Benz, Paul Schulze
Genre: Action
Für Freunde von: Rambo
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★☆☆☆

6 Kommentare zu “John Rambo

  1. Wenn Dir Rambo so brutal vorkommt, hast Du noch nicht viel Asienkino gesehen, kann das sein?
    Ich kann mich immer noch nicht darüber beruhigen, daß der dritte Teil damals als „pädagogisch wertvoll“ geadelt wurde.
    Und der vierte Teil hält auch nicht solche perligen Sprüche wie „Das ist blaues Licht“ bereit, das hat mich bei all dem Gemetzel eigentlich am meisten gestört – der trockene Humor ist völlig auf der Strecke geblieben.

  2. Du hast vollkommen Recht, mit dem Asia-Kino bin ich nicht sonderlich vertraut. Habe lediglich einige Horrorsachen gesehen, also quasi die Originale von Ring & Co. In einer Sneak hatte ich mal Takeshi Kitanos Brother serviert bekommen, bin damit aber nicht warm geworden. Was würdest du denn vorschlagen als Einstieg?

  3. Oh je, da hab‘ ich ja was aufgemacht… also in der Hardcore-Horror-Blutspritz-Folterecke von Kitano & Co. kenne ich mich auch nicht aus, das ist definitiv zu abartig für mich. Aber die Hong Kong Klassiker von John Woo (A Better Tomorrow Trilogy, Hard Boiled, The Killer) sind schon sehenswert. Einer meiner Lieblingsfilme überhaupt (unabhängig vom Asia-Kino) ist nicht sehr brutal aber extrem spannend: Infernal Affairs, die Vorlage zu Scorseses ‚Departed‘. Sehr schön ist auch die Koreanische Monumental-Schlachtplatte „Musa“. Ach je, da gibt’s soviel mehr… aber das würde hier wohl den Rahmen sprengen. Asienkino lohnt sich jedenfalls sehr zu entdecken.

  4. Leicht wird es der Film sicher nicht haben. ich hörte schon einige Unkerufe wie:
    „in der ersten halben Stunde sagt Stallone vielleicht 3 Sätze“

    Ich möchte mal die Gesichter sehen wenn in Rambo 4 nur geredet werden würde und ganz wenig Action vorkommen würde.

    Ich freu mich riesig drauf, man fühlt sich wieder wie 12!

  5. Ich finde, dass die „Rambo-Zeiten“ vorbei sind. Es langt, dass Rambo ein Synonym für diejenigen ist, die mit Rasierklingen unter den Achseln und Solarium gebrannt, mit gebrochenem deutsch durch die Gegend laufen. Alle Rambo geschädigt! Aber das, wo ich mich am aller Meisten weggeschmissen habe, war, wo Rambo am Ende die lange und endlose Straße in Richtung Heimat läuft…..oberpeinlich!
    Gez.:von einem Ausländer;-)

  6. Also warum Rambo für Leute mit gebrochenem deutsch stehen soll ist mir unklar.
    Insider wissen: Rambo hat eine deutsch/indianische Abstammung.
    Habe den Film jetzt endlich gesehen udn bin begeistert. Wie in den 80ern! Endlich wieder Söldnerfilme!:-)
    Hat gehalten was versprochen wurde.

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