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Cloverfield

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Inhalt:

Mitten in der Nacht in Manhattan. Ein paar Freunde schmeißen eine Abschiedsparty für ihren Freund, der beruflich nach Japan umziehen muss. Als die Party in vollem Gange ist, erschüttert eine Explosion die Feiernden. Eine Schneise der Verwüstung zieht durch New York.


Kritik:

Seit Blair Witch Project ist Cloverfield die definitiv beste PR-Geschichte gewesen. Ein Trailer ohne Namen, ein paar Andeutungen, Fake-Webseiten und MySpace-Profile ließen die Internet-Gemeinde vor lauter spekulieren quasi durchdrehen. Jedes Standbild wurde exerziert, wilde Theorien gesponnen. Dabei ist Cloverfield im Grunde nichts anderes als ein banaler Monsterfilm gepaart mit dem pseudo-dokumentatorischem Look eines Blair Witch Project oder Open Water.

Ich bin normal kein Freund von Wackel-Kameras. Gerade im zweiten Teil der Bourne-Reihe oder bei 28 Weeks Later fiel mir dies sehr negativ auf. Bei Cloverfield störte es mich hingegen kaum, auch wenn dies bisher der extremste Einsatz dieses Stilmittels war. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass der „Kameramann“ gerade einen epileptischen Anfall hätte. Doch das hat zwei gute Gründe. Zum einen trögt es zu einem realistischen Look bei und zum zweiten lenkt es von den teils nicht so tollen Spezial-Effekten ab.

Das Monster ist in voller Größe erst ganz am Ende des Films zu sehen. Vorher sieht man immer nur kleine Teile. Irgendwie huscht immer mal ein Teil durch das Bild. Man bekommt einer Ahnung von der schieren Größe und Gefahr. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass sich Angst am ehesten durch die eigene Vorstellung manifestiert. Insofern sind diese spärlichen Blicke auf das Übel der Atmosphäre nur zuträglich.

Die ersten 20 Minuten plätschern relativ langweilig vor sich hin, die recht eindimensionalen Charaktere werden eingeführt. Es sind halt Leute wie du und ich, der Verzicht auf jegliche bekannte Gesichter unterstreicht dieses Gefühl und tut dem Film gut. Danach bricht das Grauen los und bis zum Ende nimmt der Film rasant an Fahrt auf. Insbesondere die Passagen im UBahn-Schacht und im schiefen Hochhaus sind dabei besonders packend.

Es gibt ohne Zweifel genug Gründe, warum man den Film nicht mögen kann. Wackelige Optik, wenig ansprechende Protagonisten, durchschnittliche Spezialeffekte und eine dünne Story. Stimmt auch alles. Es kommt jedoch wie so oft auf den Blickwinkel an. Im Gegensatz zum sehr sterilen I am Legend wirkt Cloverfield wirklich so wie es beabsichtigt ist. Wie ein gefundenes Tape, dass von Amateuren aufgenommen wurde. Dieser Look wird konsequent beibehalten und bringt eine selten gesehene Rasanz. Wie in den ersten Minuten von Soldat James Ryan hatte ich das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Quasi mittendrin statt nur dabei.

Cloverfield ist ein Film für die Generation YouTube. Nach der viralen Kampagne bin ich überrascht wie nahe dem Film dem kommt, was ich davon erwartet habe. Packende 85 Minuten. Gemessen am vergleichsweise geringen Budget haben die Macher das Maximum dabei herausgeholt.

Infos:

Originaltitel: Cloverfield
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 85 Minuten
Kinostart: 31. Januar 2007
Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Drew Goddard
Darsteller: Lizzy Caplan, Jessica Lucas, T.J. Miller
Genre: Sci-Fi Action
Für Freunde von: Godzilla, Blair Witch Project
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★★☆☆

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