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Tödliche Versprechen (Eastern Promises)

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Inhalt:

Ein Krankenhaus in London. In den Armen der Hebamme Anna stirbt eine junge russische Mutter bei der Geburt ihres Kindes. Die Identität der Mutter ist unbekannt, Anna versucht mit Hilfe des in russisch geschriebenen Tagebuches Hinweise über die Herkunft zu bekommen. Als weiteren Hinweis hat die Mutter ein Streichholzbriefchen hinterlassen von einem russischen Restaurant. Als Anna die Spur verfolgt trifft sie auf den attraktiv geheimnisvollen Nikolai. Der arbeitet für einen zwielichtigen Seymon, der Restaurant-Besitzer und Patriarch in Personalunion ist. Als Anna das Tagebuch weiter übersetzt bekommt sie Beweise, die Seymon und seinen Sohn Kirill für mehrere Jahre ins Gefängnis bringen könnten. Sie schwebt in Lebensgefahr.


Kritik:

Schon der Beginn des Films zog mich voll in das Geschehen und ließ mich bis zum Ende nicht mehr los. Ich glaube nicht, dass ich schon mal realistischer gesehen habe, wie jemanden die Kehle mit einem Rasiermesser durchgeschnitten wird. Das Ganze wirkt so echt, dass ich einen Kloß im Hals hatte und mir vergegenwärtigen musste, dass es sich wirklich nur um einen Film handelt. Und ab diesem Momente wusste ich, dass es gefährlich werden wird. Dieses Gefühl liegt auch in der Luft, als Naomi Watts das kleine Kind rette, ihre Nachforschungen anstellt und unbequeme Fragen stellt. Vielleicht der einzige fragliche Moment im Film. In der Realität hätte sie vermutlich eher geschwiegen.

Absolut glaubhaft, wie Viggo Mortensen versucht, sich in der Hierarchie vom Fahrer nach oben zu arbeiten und seinen Lebenslauf zu vervollständigen. Denn wie wir im Film lernen, fehlen ihm dazu nur noch zwei Sterne-Tatoos auf Brust und Knie. Russische Kriminelle tragen ihre Geschichte auf dem Körper. Wie schon in A History of Violence hat Mortensens Charakter im Film eine krasse Wendung. In Tödliche Versprechen stellt dies ein brutaler Kampf in einem Dampfbad dar, den er nackt absolviert hat. Mortensen ist sich dafür nicht zu schade und hat viel Mut zu Hässlichkeit mit den zahlreichen Tatoos und Narben. Neben der schon genannten Naomi Watts fallen vor allem Vincent Cassell als ständig alkoholisierter und Ärger machender Mafia-Sohn sowie Armin Müller-Stahl als charismatischer Patriarch auf.

Wie in seinen Vorgängerwerken spielt Cronenberg wieder mit Sex und Gewalt, offenbar seine Lieblingsthemen. Diese packt er in eine absolut realistische Darstellung. Es gibt keine Verfolgungsjagden oder Schusswechsel. Kämpfe werden mit Messern ausgetragen und in einer selten derart brutalen Weise dargestellt. Den Massenmarkt wird der Film nicht ansprechen, da Cronenberg nichts von einer Standard-Dramaturgie hält. Er zeigt uns in düsteren Bildern, wie das Milieu abläuft und starke Charaktere, die im Film eine echte Wandlung erleben.

Tödliche Versprechen ist eine willkommene Abwechslung von American Gangster und Departed. Es überwiegt eine realistische Amtosphäre, die zudem von Howard Shores schweren Violinen unterlegt wird. Anschauen.

Infos:

Originaltitel: Eastern Promises
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 27. Dezember 2007
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: Steven Knight
Darsteller: Viggo Mortensen, Naomi Watts, Vincent Cassel, Armin Müller-Stahl
Genre: Drama
Für Freunde von: A History of Violence, 8MM, Wonderland
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★★☆☆

3 Kommentare zu “Tödliche Versprechen (Eastern Promises)

  1. Kann ich nur zustimmen. Fast alle Freunde und Bekannte fanden den Film einfach langweilig. Kann ich gar nicht nachvollziehen. Er ist ungewöhnlich, so was hat man eben nicht schon x1000 gesehen. Der Film hat einfach Amtosphäre.
    Jetzt muss ich unbedingt noch History of Violence nachholen.

  2. Hmmm, eigentlich hatte ich an dieser Stelle etwas über 30 Days of Night erwartet… ich hab es doch vorher 3mal geklickt und lande immer wieder hier beim tödlichen Versprechen…

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