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Australia

australiaInhalt:

Die britische Adlige Lady Sarah Ashley reist kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in von England ins weit entfernte Australien. Eigentlich will sie ihrem vermeintlich untreuen Ehemann nachstellen, der dort eine Viehzucht aufbauen wollte. Doch als sie vom Tod ihres Mannes erfährt, muss sie sich mit dem raubeinigen Viehtreiber Drover arrangieren. Um die Farm, das Vermächtnis ihres Mannes, zu retten, müssen sie eine Horde Vieh quer durch Australien treiben. Und diese Reise verändert beide ebenso wie das bald folgende Bombardement japanischer Streitkräfte der Stadt Darwin.

Kritik:

Australia ist ein bunter Mix aus allem, was großes Kino ausmacht: Emotionen, Gefühle, Drama, Action, Humor und atemberaubende Bilder. Baz Luhrmann versteht es, die knalligen Farben seines letzten Filmes Moulin Rouge mit den faszinierenden Landstrichen Australiens zu verknüpfen. Das Ergebnis sind teilweise Bilder, die so in einem Museum für schöne Künste stehen könnten. Die mit sechs Jahren nach Moulin Rouge lange Pause und Vorbereitungszeit macht sich also wirklich bezahlt.

Überraschend ist dann jedoch der Einstieg in den Film. Die Dialoge sind eine Mischung aus Naivität und Albernheit, alle Charaktere klar gezeichnet. Zwielichtige Figuren sucht man vergebens, hier ist sofort erkennbar wer böse und wer gut ist. Gerade Nicole Kidmans Figur wirkt zu Beginn wie aus einer Slapstick-Nummer entsprungen. Das gibt dem Film einen ganz eigenwilligen, besonderen Charme.

Ein Problem des Filmes könnte für manchen sein, dass er versucht zu viel sein zu wollen. Wir haben eine große Love Story, die Unterdrückung einer ganzen Kultur, einen grässlichen Krieg und einen kernigen Western. Da kann sich schon mal der Eindruck einschleichen, dass hier zu viel gewollt wird. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt.

Die Chemie der beiden Hauptfiguren Kidman und Jackman stimmt. Beide passen prima in ihre Rollen. Kidman als grazile Aristokratin und Jackman als ganzer Kerl, um sich spuckend in der Wildnis. Zugegeben, die ursprüngliche geplante Besetzung mit Russell Crowe hätte auch prima funktioniert. Ein dickes Lob gilt dem kleinen Brandon Walters. Seine Figur des kleinen Aborigine-Mischlings Nullah ist eine wichtige Figur und letztlich auch der Ezähler des Filmes.

Australia ist aber immer dann am stärksten, wenn die Bildgewalt durchs Kino toben darf. Stellvertretend sei hier die Stampede der Viehherde am Abgrund eines Canyons genannt, bei der man sich beinahe in die Sitzlehnen verbeißt. Absolut beeindruckend und eine der besten Action-Szenen des Kinojahres.

Australia ist ein bildgewaltiges Epos, dass sich Abenteuer-Freunde nicht entgehen lassen sollten. Dieser Film ist definitiv fürs Kino gemacht. Die brachiale Bildgewalt kann im heimischen Wohnzimmer nicht ansatzweise so gut rüberkommen.

Infos

Originaltitel: Australia
Kinostart: 25. Dezember 2008
FSK: ab 12 Jahren
Länge: 166 Minuten
Jahr: 2008
Genre: Drama
Regie: Baz Luhrmann
Buch: Baz Luhrmann, Stuart Beattie
Darsteller: Nicole Kidman, Hugh Jackman

Rating:

★★★★★★★★☆☆

Der Tag an dem die Erde stillstand

dertagInhalt:

Remake des SciFi-Klassikers aus dem Jahre 1951, dass sich relativ dicht am Original hält. Eines Tages tauchen überall auf der Erde fremdartige Sphären auf. Schnell greift Panik unter den Menschen um sich. Parallel zu den Spähren taucht Klaatu auf, ein Abgesandter einer außerirdischen Macht, die die Erde schon lange beobachtet. Die Welt, selbstlos durch die USA vertreten, stellt ein Team von Wissenschaftlern zusammen, die eine Lösung für das Problem finden sollen. Unter ihnen befindet sich die Biologin Helen, die Bekanntschaft mit Klaatu macht und seinen Plan zu verstehen lernt.

Kritik:

Schade. Das Gegenteil von gut gemacht ist immer noch gut gemeint. Im Prinzip ist es eine überaus gute Idee, einen Klassiker des Genres neu aufzulegen. Überaus clever ist es dabei, die damalige Angst vor einem Atomkrieg der heutigen Zeit anzupassen. Der Kalte Krieg ist passé, die Angst vor einer ökologischen Katastrophe inzwischen deutlich größer als die Furcht vor dem atomaren Exodus.

Dennoch wurde ich mit dem Film nie richtig warm. Dabei sind die Spezial-Effekte, insbesondere zum Ende, äußerst beeindruckend und auch die Besetzung lässt kaum Raum für Kritik. Wer sonst könnte bessere einen emotionslosen Außerirdischen spielen als Keanue Reeves? Was letztlich wirklich stört sind ein paar ärgerliche Macken am Film. Natürlich sind die USA die einzigen, die die Lage a) richtig einzuschätzen und b) richtig zu nehmen wissen. Das mag zwar dicht an der Realität sein, hat im Film dann aber einen „mit der Hand vor den Kopf schlag“-Faktor.

Einen Sonderpreis gibt es für die nervigste Kinderrolle seit Star Wars Episode 1. Ausgerechnet das Kind, dass die ganze Zeit entweder nervt oder genau das macht, was es nicht soll, gibt den entscheidenden Impuls zur Rettung der Menschheit. Als Zuschauer ist man in dem Moment selbst geneigt, der Erde den Todesstoß geben zu wollen. Und das ist überaus schade, denn abseits davon ist der Film solide SciFi-Kost.

Insofern sei hier auf den gerade frischen blu-ray-Releas des Originals verwiesen. Das scheint mir nach Sicht des Remakes die bessere Alternative zu sein.

Infos

Originaltitel: The Day the Earth Stood Still
Kinostart: 11. Dezember 2008
FSK: ab 12 Jahren
Länge: 103 Minuten
Jahr: 2008
Genre: SciFi-Thriller
Regie: Scott Derrickson
Buch: David Scarpa, Edmund H. North
Darsteller: Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Kathy Bates, Jaden Smith, John Cleese

Rating:

★★★★★☆☆☆☆☆

Besinnliche Weihnachten

kerze

Auf diesem Wege – da es dieses Jahr keine Emails oder so von mir gibt – wünsche ich allen ein besinnliches Weihnachtsfest. Ich selbst war davon ausgegangen, dass dieses Jahr das Fest komplett ausfällt. Sollte ich jetzt ein Musikstück für die letzte Zeit auswählen, dann wohl am ehesten Bitte sweet Symphony von The Verve.

Ich bin sehr froh, dass es doch anders gekommen ist als erwartet und so ist dieses Bild auch etwas symbolisch zu sehen. Ich hoffe, dass diese symbolische kleine Flamme der Hoffnung nicht ausgehen wird. Jetzt freue ich mich selbst auf drei ruhige Tage, die bitter nötig sind. Ich hoffe, ihr habt ebenso eine schöne Zeit und dass eure Wünsche in Erfüllung gehen, so lange sie natürlich nicht im Gegensatz zu meinen stehen 🙂

Adventskalender 2008: 24. Türchen

Und wie sollte es auch anders sein. Heute gibt es a) gleich zwei Videos und b) kommen sie natürlich aus meinem Alltive-Favourite: Jerry Maguire. Ich kann den Film beinahe mitsingen. Und man sollte ihn einfach gesehen haben, denn man kann so unheimlich viel lernen. Auch heute wieder mal ein Kniefall vor Cameron Crowe.