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Debitel lockt iPhone-Interessenten

Bei Spiegel Online gab es auch schon bessere Artikel als den unreflektierten iPhone-Artikel von gestern:

Es geht auch günstiger: Wer sein entsperrtes Apple-Handy beim Mobilfunk-Reseller anmeldet, wird mit einer fetten Gutschrift belohnt. Einschränkungen soll es kaum geben.

Klar, 600 Euro Gutschrift sind eine feine Sache. Die bekommt man nämlich, wenn man bei Debitel einen iPhone-Vertrag abschließt. Gerüchten zu Folge kostet der kleinste iPhone-Vertrag ca. 40 Euro und bietet dafür 100 Inklusivminuten sowie 100 Frei-SMS im Monat. Das Ganze in den Netzen von O2, Vodafone oder E-Plus. Ein cooler Deal also?

Mitnichten. Das Gerät muss ja irgendwo herkommen. Ein entsperrtes iPhone bekommt man derzeit bei T-Mobile für 999 Euro. Durch die 600 Euro Gutschrift bekommt man das iPhone bei Debitel nun also zum gleichen Preis von 399 wie bei Vertragsabschluss bei T-Mobile. Bei Debitel läuft das über die Netze von O2, Vodafone oder E-Plus. Und zum 10 Euro günstigeren gegenüber T-Mobile kommen eben doch ein paar wichtige Einschränkungen. Über ein Edge-Netz verfügen alle drei Netzanbieter ebenso wenig wie über eine vernünftige Hotspot-Abdeckung wie T-Mobile, die dort im Tarif enthalten ist. Visual Voicemail funktioniert ebenfalls nicht. So bleibt dann zwar das gute Gefühl, sich seinen Provider ausgesucht zu haben aber der große Nachteil mit GRPS quasi Highspeed durchs Netz zu fegen. Sehr sinnig bei einem Gerät, dass auf das Konzept „always online“ setzt.

Und je nach Einigung vor Gericht am morgigen Donnerstag ist die Geschichte mit den entsperrten iPhones bei T-Mobile dann auch wieder Geschichte.

6 Kommentare zu “Debitel lockt iPhone-Interessenten

  1. War es denn nicht klar, dass auch andere Anbieter versuchen werden vom iPhone-Hype zu profitieren? Und war es nicht ebenso klar, dass sich die Presse-Landschaft voller Eifer auf jede Schlagzeile der Machart „XY umgeht iPhone-Knebelvertrag“ stürzt? Man mag den Artikel gerne unreflektiert nennen, wenn er nicht auf jedes Detail – und jeden Nachteil – des Debitel-Angebotes hinweist. Der Nachrichtenwert versteckt sich aber meiner Meinung nach nicht in den vorhandenen und nicht vorhandenen Features des Debitel-Angebotes, sondern vielmehr in der Tatsache, dass da auf Biegen und Brechen versucht wird, dem Quasi-Monopol an die Karre zu fahren. Und von daher hat selbst diese Nachricht eine gewisse Relevanz.

  2. Auch wenn ich mir fest vorgenommen hatte, mich nicht mehr für meine Beiträge zu „rechtfertigen“:

    Ich spreche dem Artikel ja gar nicht die Relevanz ab, sondern dass der Artikel irreführend ist. Wenn sich jemand aufgrund solcher Meldungen so ein Gerät kauft und am Ende der Dumme ist, dann ist das einfach schlechter Stil. Am Ende jammern solche Kunden nachher rum. Muss nicht sein.

    Natürlich ist es völlig OK, wenn dieses Monopol durchbrochen ist, nur hat eben außer T-Mobile kein Anbieter eine entsprechende Infrastruktur. Und dann sind Aussagen wie „keine Einschränkungen“ schlicht unwahr und solche wie „es geh auch günstiger“ zumindest zweifelhaft, da mit dem „günstiger“ auch eine IMHO nicht akzeptable Featureeinschränkung einher geht.

  3. Wenn ich dem Zitat des Beitrags Glauben schenkan darf, ist da durchaus von „kleinen Einschränkungen“ die Rede, nicht wie Du schreibst von „keinen Einschränkungen“.

    Wir sind uns einig darüber, dass gerade das iPhone mit einer lahmen GPRS-Verbinfung und ohne HotSpot-Nutzung nicht gerade optimal genutzt werden kann, aber: MPr-Player geht, Kamera geht, Video-Player geht, SMS- und Mail-Schreiben geht und – man glaubt es kaum – auch Telefonieren geht. Für manchen Menschen ohne Hang zur häufigen Nutzung des Internets kann das Angebot dann vielleicht doch ganz interessant sein.

  4. Was alles nichts an meinen Ausführungen ändert:

    1) Es gibt deutliche Feature-Einschränkungen, von „kaum“ kann keine Rede sein.

    2) Ist das Angebot nicht wirklich günstiger.

    3) Für ein Gerät mit dem Feature „always online“ ist diese Lösung einfach Mist. Da wird am völlig falschen Ende „gespart“.

    4) Für Fans von MP3- und Videoplayer gibt’s alternativ den iPod Touch. Das würde mehr Sinn machen. Zusammen mit einem billigen Telefon ist das die deutlich bessere und zudem noch günstigere Lösung.

    Zudem sind „Menschen ohne Hang zur häufigen Nutzung des Internets“ kaum die Zielgruppe dieses Gerätes.

    Mal ganz davon ab: Wenn man denn unbedingt einen anderen Netzanbieter nutzen möchte, sollte man sich besser ein US-Gerät importieren und dieses „jailbreaken“. Dann kann man sich zumindest den Tarif nach Wunsch anpassen.

  5. Zu den Punkten 1 – 3H volle Zustimmung. Debitel versucht einfach auf den „Erfolgs-Zug iPhone“ aufzuspringen und so manch Kunde von denen wird sicherlich nach kurzer Zeit sein Gerät frustriert in die Ecke schmeißen, denn iPhone ohne Internet-Speed funzt nicht. Zu Punkt 4: da hättest Du dann aber wieder den Nachteil, dass Du mehr als ein Gerät mit dir herumtagen musst.

    Abgesehen davon: ich glaube gar nicht mal, dass Apple und T-Mobile mit dem iPhone nur die echten „Internet-Cracks“ bedienen will, sondern auch Leute, deren Bezug zum Internet vielleicht gar nicht mal so stark ist, die aber gerne ein stylishes Handy haben. Und inwieweit man denen nahelegen kann sich ein Gerät aus US zu importieren und es zu jailbreaken, ist die Frage.

    Bleibt festzuhalten: das Debitel-Angebot ist ziemlcihe Augenwischerei, die nur auf die Bedürfnisse weniger Kunden abzielt. Da hilft auch ein Artikel bei SpOn nicht viel.

  6. Das Jailbreaken ist ziemlich angesagt, Apple hatte dazu ja mal Zahlen angebenen. Scheint inzwischen fast zum „Volkssport“ geworden zu sein. Bringt neben der Providerfreiheit ja auch diverse Zusatzfunktionieren, die es offiziell gar nicht gibt.

    Bezüglich Internet: Das steht ja schon im Fokus der Werbung. Anders könnte T-Mobile diese Tarife auch gar nicht rechtfertigen. Wobei ich die wörtliche Übersetzung „Internet in die Tasche“ schon etwas peinlich finde.

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