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American Gangster

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Inhalt:

New York, Anfang der 70er Jahre. Der Afroamerikaner Frank Lucas arbeitet sich zum Unterweltboss hoch dank sehr guter Verbindungen zu vietnamesischen Drogenlieferanten. Mit seiner Heroinmarke „Blue Magic“ übertrifft er sogar die New Yorker Mafia. Neben seiner brutalen Gangsterkarriere ist er treuer Familienmensch. Gejagt wird er von Cop Richie Roberts, der von seinen Kollegen aufgrund seiner Ubestechlichkeit geachtet wird.


Kritik:

American Gangster erzählt die beispielhafte Geschichte des Geschäftsmannes Frank Lucas, dessen einziger Makel ist, dass er auf der falschen Seite des Gesetzes operiert. Wenn dies nicht so wäre, könnte seine Geschichte ein Lehrbuch darstellen. Er behandelt die Leute um sich rum anständig und bleibt trotz aller finanziellen Erfolge auf dem Teppich, um nicht unnötig aufzufallen. Er lebt den amerikanischen Traum, erkennt frühzeitig die kapitalistischen Grundregeln und baut sich sein Imperium auf. Daneben ist er treusorgender Familienmensch. Wenn er nicht daneben auf der falschen Seite des Gesetzes wäre und extrem skrupellos – er wäre fast ein Vorbild.

Sein legitimer Gegenspieler ist der Cop Richie Roberts. Von seinen Kollegen wird er geachtet, da er bei einem großen Drogendeal 1 Million US-Dollar findet und dieses Geld korrekt als Beweismittel abgibt, statt es mit seinen korrupten Kollegen zu verteilen. Zusammen mit seiner Spezialeinheit will er Lucas zur Strecke bringen und bekommt dabei aus den eigenen Reihen den stärksten Gegenwind. Bei all seinem Einsatz scheitert seine Ehe. Eine der wenigen Plot-Details, die ein wenig nerven.

Bei der Story drängen sich sofort Vergleiche zu großen Gangsterfilmen wie Der Pate oder Goodfellas auf. Ridley Scott macht dabei einen ausgezeichneten Job, kann aber nicht ganz an die beiden großen Vorbilder ranreichen. Im Gegensatz zu den den beiden genannten Filmen erzählt American Gangster zwei parallel verlaufende Geschichten, die sich erst zum Ende überschneiden. Sicherlich auch ein Zugeständnis an zwei exzellente Darsteller, die beide genug Leinwandzeit für sich beansprucht haben. Dabei erinnert American Gangster am ehesten an den Thriller Heat.

Der Film ist extrem auf die Oscars ausgelegt. Opulente Ausstattung, die wunderschön den Flair der 70er Jahre einfängt und dazu ein passender Soundtrack mit Bobby Womack, Hank Shockiee und John Lee Hooker. Der Flow und Style der 70er kommt dabei sehr gut rüber. Das Drehbuch von Steven Zaillian ist besonders zum Schluss extrem gelungen. Statt mit einem großen Showdown den Film zu beenden, sitzen die beiden Hauptpersonen zusammen und haben eine ziemlich intelligente Unterhaltung. Beide liefern nicht die beste Leistung ihrer Karriere ab, glänzen dabei dennoch. Denzel Washington hat ein paar sehr starke Szenen, z.B. in den wenigen Momenten, wo er extrem emotional reagiert.

Dabei kann man froh sein, dass dieser Film es doch noch auf die Leinwand geschafft hat. Zunächst wollte Antoine Fuqua den Film mit Denzel Washington und Benicio Del Toro drehen. Als Drehbuchschreiber fungierte zunächst Terry George. Gut so, denn sonst wäre mir ein wirklich sehr guter Film entgangen.

Infos:

Originaltitel: American Gangster
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 157 Minuten
Kinostart: 15. November 2007
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Steven Zaillian
Darsteller: Denzel Washington, Russel Crowe, Josh Brolin
Genre: Drama
Fürr Freunde von: Der Pate, Scarface, Goodfellas, Traffic
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★★☆☆

2 Kommentare zu “American Gangster

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