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Shoot’Em Up

Shoot’Em Up

Inhalt:

Mr. Smith ist eine coole Sau. Während einer Schießerei spielt er Geburtshelfer und bemerkt schnell, dass die Gangster dem Baby das Leben nehmen wollen. Fortan beschützt Mr. Smith das Baby. Angeführt wird der namenlose Killerhaufen von Hertz. Hilfe kann Smith nur von der Prostituierten DQ erwarten.

Kritik:

Shoot‘Em Up kann seine Wurzeln nicht wirklich verleugnen. Durch den ganzen Film zieht sich eine Videospielästhetik, wie sie z.B. ein Max Payne oder Gun versprüht. Insbesondere in diesen Momenten ist Shoot‘Em Up ein echtes Vergnügen. Die Shootouts gehören zum absolut besten, was das Genre zu bieten hat. John Woo hätte seine Freude daran. Es gibt kaum Szenen, wo Clive Owen nicht durch die Luft fliegt und möglichst effektvoll sämtliche Gegner um die Ecke bringt und das dazu noch sehr kreativ. Wann gab es zuletzt eine Karotte als Mordinstrument und dann auch noch mehrfach? An diesen Szenen kann man sich eigentlich kaum satt sehen, die echte Stärke des Films.

Abseits dieser Nonstop-Action bietet der Film leider aber irgendwie so gar nichts, was fasziniert. Die ruhigen Szenen im Film dienen leider nur dazu, einen Übergang zwischen den jeweils neuen Actionszenarien zu liefern. Entsprechend lau ist die Story und das spiegelt sich auch sehr in den lahmen Dialogen wieder. Dabei hätte die Konstellation Clive Owen vs. Paul Giamatti so viel Potenzial gehabt. Aber keiner, wirklich keiner der coolen Sprüche kommt an Genre-Klassiker wie Bruce Willis „Yippi ka yeah, Schweinebacke“ in Stirb Langsam oder Clint Eastwoods „Maky my day“ in Dirty Harry. Das ständige „Weißt du was ich wirklich hasse“ von Clive Owen klang eher furchtbar peinlich als cool.

Ebenfalls unschön waren die vielen Ideen, die man sich anderen Filmen entliehen hat. Das fing bei der „signierten“ Waffe an und endet beim Fall in den Helikopter. Da kam oft ein Gefühl von „kenn ich schon“ auf. Und so schön die Action anzusehen ist, irgendwann ist es dann etwas ermüdend, die immer gleichen anonynmen Knallchargen dumm anrennen zu sehen. Letztlich fehlt allen Gegnern ein Profil, auch hier also wieder eine Parallele zu Videospielen. Und wenn es dann mal etwas Profil gibt, handelt es sich dabei auch wieder um recht eindimensionale Charaktere. Monica Belucci als gutherzige Prostituierte, die sich darauf beschränkt, famos auszusehen, Paul Giamatti als brutaler Killer, der aber doch irgendwie ein lieber Familienvater ist und selbst mit der Hauptfigur Clive Owen fiebert man nur mit, weil er eben offensichtlich auf der Seite der Guten steht und ein hilfloses Baby beschützt.

Nicht falsch verstehen. Als Actionfilm ohne jeglichen Anspruch funktioniert Shoot‘Em Up aufgrund seiner prima inszenierten Actionszenen. Über alle Szenen dazwischen decken wir aber lieber den Mantel des Schweigens. Crank hat da vorgemacht, wie man solche Szenenwechsel witzig-unterhaltsam gestalten kann. Nach dem ganzen Hype eine Enttäuschung und daher als DVD-Release empfehlenswert, denn da kann man sich ja prima auf die Actionszenen konzentrieren oder sich Monica Belucci im Standbild anschauen (die Frauen alternativ Clive Owen).

Infos:

Originaltitel: Shoot’Em Up
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 86 Minuten
Kinostart: 20. September 2007
Regie: Michael Davis
Drehbuch: Michael Davis
Darsteller: Clive Owen, Paul Giamatti, Monica Bellucci
Genre: Action
Für Freunde von: Crank, Stirb Langsam 4.0
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

4 Kommentare zu “Shoot’Em Up

  1. Nachdem ich in der jüngeren Vergangenheit it Freude gemerkt habe, dass unsere Urteile zu diversen Filmen zumindest tendenziell ähnlich sind, muss ich hier doch mal widersprechen.

    Ich fand den Film Klasse. Mit seinem „Esst mehr Gemüse“ hat Owen zumindest einen wirklich kultigen Spruch geschaffen. Das Willis-Pendant hatte immerhin vier Filme um zum Kultstatus zu reifen.

    Ich war im Gegensatz zu Dir eher darüber erstaunt, dass der Film neben den vielen Schießereien tatsächlich noch eine Handlung hat, beansprucht der Film doch für sich eigentlich nur, der beste Action-Film mit möglichst wenig Leerlauf zwischen den Ballereien zu sein. Klar, mit anderen Filmen wie „Heat“ oder „The Departed“ kann man ihn nicht vergleichen, aber als Effekt-Feuerwerk ist er schon ganz klasse. Kommt eben immer ein wenig auf die Erwartungen an. Da könnte man jetzt wieder eine ellenlange Diskussion zu „300“ lostreten…;-)

  2. Das Willis-Pendant war bereits nach dem ersten Teil „Kult“, wurde aber natürlich auch in den Folgefilmen genutzt.

    Du fandest die Handlung echt interessant? Mich hat das echt genervt und mir hätten die Actionszenen gereicht. Da fand ich Crank deutlich unterhaltsamer.

  3. Also ich fand Shoot’Em Up richtig gut.Der definitiv coolste Actionfilm 2007.
    Aber Crank steht bei mir immer noch auf Platz 1 der abgedrehten Actionfilme. Es war einfach noch einen ticken verrückter, allein wegen der Sexszene auf dem Chinamarkt. Es soll ja tatsächlich Crank 2 gemacht werden und wieder mit Statham. Mal sehen!

  4. @Olly:
    Die Sache mit der Handlung hat sicherlich auch mit meinen Erwartungen zu tun. Ich dachte, dass der Film eigentlich keine wirkliche Handlung hat. Zugegeben: in großen Teilen hielt sich das mit der Handlung auch in Grenzen, aber ich fand es dennoch ganz gelungen diese ganzen Schießereien in einer einigermaßen nachvollziehbare (wenn auch nicht realistische) Geschichte zu verknüpfen.

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