Skip to main content

Operation: Kingdom (The Kingdom)

kingdom.jpg

Inhalt:

In Riad sind bei einem Bombenanschlag auf eine amerikanische Siedlung mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Ein Team bestehend aus einem FBI-Agenten, einem Sprengstoffexperten, einer Forensik-Spezialistin und einem Analytiker soll ermitteln, was und wer hinter dem Anschlag steckt.

Mit ihren Ermittlungen stoßen sie in ein kulturelles Wespennest voller Korruption und skrupellosen Machenschaften. Hilfe bekommt das Team nur von einem saudischen Polizisten, der ebenfalls die Wahrheit ans Licht bringen will.

Kritik:

The Kingdom ist der erste der Film, der sich die post 9/11 Stimmung für einen beklemmenden Action-Thriller zu Eigen macht. Das Intro des Films zeigt kurz, wie es um das Verhältnis zwischen den USA und Saudi Arabien bestellt ist. Die katastrophale Ausgangslage des Filmes ist eine Parallele zum Bombenschlag in Riad aus dem Jahre 2003. Inszenatorisch sieht der Film in jeder Sekunden wie ein Werk von Regie-Ass Michael Mann aus, der jedoch lediglich als Produzent fungierte. Auf dem Regiestuhl befand sich Peter Berg, der bisher eher durch wenig intelligente Actionkost a la Welcome to the Jungle aufgefallen war.

Die Besetzung ist absolut Topklasse. Jamie Foxx, Chris Cooper und Jason Bateman überzeugen wie eigentlich immer. Jennifer Garner tritt mal wieder als leckerer Blickfang auf, was sie ohnehin besser kann als schauspielern. Alle an die Wand spielt jedoch Ashraf Barhorn als saudi-arabischer Verbindungsoffizier.

Insgesamt hat mich Operation: Kingdom sehr überrascht, erwartete ich zunächst den typischen „Gute Amerikaner retten ein armes Land“-Pathos, aber insbesondere durch das absolut gelungene Ende, wird der Film unerwartet politisch und nimmt eine Wendung, die dem amerikanischen Publikum alles andere als gefallen dürfte. Natürlich ist der Film kein zweiter Syriana, aber deutlich intelligenter und politischer als z.B. Black Hawk Down.

Überhaupt bietet der Film einen packenden Genre-Mix. Geht es zunächst doch eher um die diplomatischen Wirrungen, einen solchen Einsatz in einem fremden Land überhaupt erst zu ermöglichen, driftet es dann in Richtung CSI ab um zum Ende ein Actionfeuerwerk abzubrennen. Die Inszenierung ist dagegen wie eingangs erwähnt in bester Michael-Mann-Manier absolut fesselnd. Hektische Handkameras und schnelle Schnitte vermitteln das Gefühl quasi live dabei zu sein. Unterstützt wird das natürlich durch das extrem aktuelle Szenario, dass man aus den täglichen Nachrichten kennt.

Zu Meckern gibt es lediglich aufgrund ein paar kleiner Logikmacken. Warum z.B. ausgerechnet eine nahestehende Person eines der Opfer bei einer derartigen Operation mitmachen kann oder niemand arabisch kann, wird kaum zu erklären sein. Abseits davon ist Operation: Kingdom einer der fesselndsten Action-Thriller des Kinojahres. Nicht so gut wie das Bourne Ultimatum, aber eine Ecke besser als Blood Diamond. Unbedingt ansehen.

Infos:

Originaltitel: The Kingdom
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 110 Minuten
Kinostart: 11. Oktober 2007
Regie: Peter Berg
Drehbuch: Matthew Michael Carnahan
Darsteller: Jamie Foxx, Jennifer Garner, Chris Cooper
Genre: Action-Thriller
Für Freunde von: Miami Vice, Heat, Shooter
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★★☆☆

Kommentar verfassen