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Flags of our Fathers

Flags of our Fathers

Inhalt:

Der Film erzählt die Geschichte hinter dem berühmtesten Kriegsfoto aller Zeiten. Fünf Marines und ein Sanitäter hissen die US-Fahne auf Mount Suribachi, nachdem eine Tage anhaltende Schlacht gegen eine japanische Garnison auf der Pazifikinsel Iwo Jima geschlagen wurde. Das Foto wird instrumentalisiert, um die Kriegsmaschinerie anzutreiben und neue Motivation zu schaffen. Die amerikanische Öffentlichkeit ist fasziniert und findet Hoffnung. Die noch lebenden Fahnenhisser werden von der Front abgezogen und in den Propagandafeldzug der US-Regierung eingespannt. Dies stellt sich als weitaus schwieriger zu meisternde Situation heraus.

Kritik:

Die Schlacht um die kleine Pazifikinsel Iwo Jima gehört zu den brutalsten und verlustreichsten des gesamten zweiten Weltkrieges. Regisseur Clint Eastwood nimmt diesen historischen Hintergrund jedoch nicht zum Anlass, ein fesselndes Schlachtenepos zu inszenieren. Vielmehr ist Flags of our Fathers ein kritisches Mahnmal. Geschickt wird das eines der bekanntesten Fotos überhaupt in die Handlung eingebaut und die Geschichte darum erzählt.

Flags basiert auf dem gleichnamigen Buch von James Bradley. James Vater war einer der Soldaten, die die amerikanische Flagge auf der Insel gehisst hatten. Zunächst erinnert Flags sehr stark an der Soldat James Ryan. Beklemmende Bilder zeigen eine brutale Landungszene am Ufer von Iwo Jima. Die unterlegenen japanischen Truppen haben sich gut vorbereitet und wehren sich aufopferungsvoll. Das brutale Gemetzel wird durch eine fast schon kühle Optik ziemlich realistisch eingefangen, ohne jedoch die Intensität eines Soldat James Ryan zu erreichen.

Nach der Eingangsequenz gibt es einen kleinen Bruch im Erzählstil und die Verlagerung zum Drama hin. Die Soldaten, die die Flagge gehisst hatten, werden in die Heimat zurück geholt, um der Propaganda-Maschine der Regierung zu dienen. Zu Hause ist man des Krieges überdrüssig und wünscht sich ein Ende des Krieges lieber gestern als heute. Die Heldentaten von Iwo Jima sollen neuen Mut geben und Geld in die arg gebeutelte Kriegskasse spülen. Und hier zeigt sich wieder die ganze Klasse des großen Clint Eastwood.

Behutsam zeichnet er die unterschiedlichen Charakete der vermeintlichen Helden, die alle sehr unterschiedlich mit ihren neuen Aufgaben umgehen und zum Teil sogar daran zerbrechen. Niemand kann besser Charakteren Raum geben, als der große Meister. Womit er sich hingegen etwas schwer tut, ist seine Kritik an der US-Regierung. So gut es zunächst aussieht, desto merkwürdiger wirkt es dann, als er dann doch wieder Pathos und Heldenverehrung auspackt.

Insgesamt jedoch ist Flags of our Fathers ein erzählerisch tadelloses Stück Zeitgeschichte, das behutsam eine Geschichte abseits der Geschichtsbücher erzählt.

Infos:

Originaltitel: Flags of our Fathers
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 132 Minuten
Kinostart: 18. Januar 2007
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: William Broyles Jr., Paul Haggis
Darsteller: Ryan Phillippe, Jesse Bradford, Adam Beach, Paul Walker
Genre: Drama
Für Freunde von: Soldat James Ryan, Tora Tora Tora, The Last Samurai
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★☆☆☆

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