Skip to main content

Motel

Motel

Inhalt:

Es gibt Tage im Leben, da geht einfach alles schief. In tiefster Nacht gibt das Auto des zerstrittenen Noch-Ehepaares David und Amy Fox mitten im Nirgendwo den Geist auf. An einen Automechaniker ist um diese Uhrzeit nicht mehr zu denken, so steigen sie beide übermüdet in einem Motel ab. Und als wenn schmierige Bettbezüge und handtellergroße Kakerlaken in der Honeymoonsuite noch nicht schlimm genug wären, finden sie im Videorekorder ihres Zimmers einen beängstigenden Film. Mehrere Männer erstechen zwei Frauen, deren hilfloses Geschrei durch Mark und Bein geht. Allem Anschein nach ist das kein Spielfilm, sondern gefilmte Realität – und der Mord spielt sich in ihrem Motel-Zimmer ab! David entdeckt im Zimmer verteilt versteckte Kameras – und schon klopft es an der Tür. Die Menschenjagd beginnt.

Kritik:

Überraschung. Nach den eher durchwachsenen Kritiken war ich angenehm von Motel überrascht. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass endlich mal ein normaler Horror-Thriller ins Kino kommt, der sich darauf konzentriert, den Zuschauer zu thrillen und nicht darauf, die Gewaltspirale ein wenig weiter zu überdrehen. Gedreht wurde Motel vom Regie-Neuling Nimrod Antal, der vor Jahren mit seinem glänzenden Erstling Kontroll in Cannes gefeiert wurde.

Es ist natürlich schade, dass er sein Talent nun in eine recht flache Produktion steckt, deren Budget vermutlich zum größten Teil in die bekannten Gesichter Kate Beckinsale und Luke Wilson geflossen ist. Er zeigt aber auch sehr schön, dass man durch eine stimmige Atmosphäre und fesselnde Inszenierung deutlich mehr Spannung aufbauen kann, als mit tumber Gewalt.

Denn davon ist in Motel erfreulich wenig zu sehen. Einzig in den von den Killern gedrehten Snuff-Filmen wird Gewalt explizit dargestellt. Ein gelungener Kniff, so das Grauen darzustellen. Kate Beckinsale und Luke Wilson machen ihre Sache als von Angst zerfressenem Paar ziemlich gut, gemessen an ihren Möglichkeiten.
Natürlich gibt es die üblichen Klischees und genretypischen Probleme und das Ende hat mich auch alles andere als überzeugt. Abseits davon ist Motel aber ein sehr gelungener Thriller, der mich seit langer Zeit mal wieder richtig gefesselt hat, inklusive angekauter Fingernägel. Eine echte Überraschung mit einer kleinen Verbeugung an den Genreklassiker Psycho.

Infos:

Originaltitel: Vacancy
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 85 Minuten
Kinostart: 19. Juli 2007
Regie: Nimród Antal
Drehbuch: Mark L. Smith
Darsteller: Kate Beckinsale, Luke Wilson, Frank Whaley
Genre: Thriller
Für Freunde von: The Hills Have Eyes, Psycho
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★★★★☆☆☆

Kommentar verfassen