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Der technische Fortschritt

Der Fortschritt ist wirklich beachtlich, so allgemein gesprochen. Eben fragte mich eine Nachbarin, ob wir nicht ihre Harry-Potter-Kassetten für Junior haben wollen. Zum Wegwerfen wären die ja zu schade. Stimmt sicherlich und ich wollte zunächst zusagen. Aber dann fiel mir ein, dass Junior gar keinen Kassettenrecorder mehr hat. CDs kann er abspielen, MP3s auch. Aber Kassetten? Fehlanzeige. In solchen Momenten merke ich erst, wie alt ich bin.

Als ich klein war, waren Kassetten der Fortschritt, Langspielplatten aus Vinyl (allein die Tatsache, dass man das erklären muss ist kurios) noch an der Tagesordnung. Mein Vater hatte damals sogar noch ein Tonbandgerät im Schrank. Von der Größe war das vergleichbar mit einem Kinoprojektor, ohne aber eine vergleichbare Qualität bieten zu können. Ich habe heute in der Zeitung gelesen, dass inzwischen mehr als 60% der deutschen Bevölkerung bereits online unterwegs ist. Auf die Frage nach der Befindlichkeit hört man im Bekanntenkreis immer öfter die kritische Frage, ob man das zur Person gehörende Weblog gar nicht richtig lesen würde. Da steht doch alles fein säuberlich in epischer Breite.

An mir selbst merke ich das ja auch. Es ist mir heute lieber, wenn mir jemand einen Skypenamen sagt, statt einer Telefonnummer. Ich schaue kein TV mehr, weder private noch öffentlichtlich rechtliche Sender. Meine Infos kommen aus dem Internet. Einzig von Zeitungen und Zeitschriften mag ich mich nicht trennen. Die Verlockung diese mit ins Bad nehmen zu können, ist einfach zu groß. Aber spätestens mit einem Tablet-Rechner mit Internet, Touchscreen usw. hat das dann vermutlich auch ein Ende.

2 Kommentare zu “Der technische Fortschritt

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