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Fluch der Karibik – Am Ende der Welt (Pirates of the Caribbean: At World‘s End)

Fluch der Karibik - Am Ende der Welt (Pirates of the Caribbean: At World‘s End)

Inhalt:

Will Turner und Elizabeth Swann haben sich mit dem einstigen Widersacher Captain Barbossa zusammen getan, um Captain Jack aus den Fängen des Todes zu retten. Parallel wütet Davy Jones mit seiner Geistergaleere Flying Dutchman unter Kontrolle der East India Trading Company auf den Weltmeeren. Gemeinsam reisen WIll und Elizabeth in das weit entfernte Singapur zum chinesischen Piraten Sao Feng. Die einzige Rettung für alle ist ein Treffen der neun Piratenlords, zu denen u.a. auch Jack Sparrow gehört. Doch auch Davy Jones weiß von diesem Treffen

Kritik:

Leider ist auch Fluch der Karibik vor dem Gesetz der Serie nicht geschützt. Nach einem grandiosem ersten Teil, der immerhin ein bereits zu Grabe getragenes Genre reanimierte, folgte ein solider zweiter Teil und danach mit dem abschließenden dritten Teil der traurige Schiffbruch, um in der richtigen Analogie zu bleiben. Wer die Matrix-Trilogie verfolgt hat, wird unweigerlich ein Deja Vu erfahren.

Natürlich ist auch Fluch der Karibik 3 glänzend ausgestattetes Hollywood-Kino mit erstklassigen Spezialeffekten. Darüber hinaus aber auch leider extrem seelenlos und ohne dem wundervollen Charme des Erstlings. Dieser war ein fluffig-lockerer Actionstreifen mit viel Humor. Fluch der Karibik 3 dagegen ist lang, zäh, wirr und erschreckend humorlos. In den quälend langen 170 Minuten kann ich mich nur an eine überzeugende Pointe erinnern. Das war in dem Moment, als Keith Richard seinen Gastauftritt als nuschelnder Vater von Jack Sparrow hatte.

Schon der Anfang deutet an, was einen erwartet. Zahlreiche Personen werden in düsterer Kulisse mit noch düsterer Atmosphäre am Galgen aufgeknüpft. Schon da wird deutlich: Hier gibt es nichts zu lachen. Die zu düstere Stimmung war schon ein Problem des zweiten Teils. Dazu kommt eine absolut wirre Story, die mir dann auch irgendwann total egal war. Jeder wechselt die Seiten und entpuppt sich als Verräter, gerne auch mehr als einmal und auch gerne mal ohne jegliche Motivation. Die einst so grandiose Figur des Captain Barbossa verkommt zum netten Onkel von nebenan.

Keira Knightley mutiert zum Piraten-Hulk und schaut die meiste Zeit extrem bräsig-entschlossen und Orlando Bloom ist eben wieder da, um Frauen zum Seufzen zu bringen. Einige Bilder mit ihm sind vom Kitschfaktor schon an der Schmerzgrenze. Und selbst Jack Sparrow ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Wenigstens wird das Niveau des Films mit seinem Auftauchen ein wenig angehoben. Ähnlich brillante Momente wie in den Vorgängerfilmen hat er leider nicht. Und damit wird recht deutlich, wie unweigerlich der Erfolg der Serie mit dieser Figur verknüpft sind. Dankbar war ich für die Figur des coolen Sao Feng, der dann aber relativ schnell wieder aus der Handlung geschrieben war.

Einfach traurig, dass sich Fluch 3 fast ausschließlich auf Seeschlachten beschränkt und dann ausgerechnet bei der finalen Schlacht wieder total enttäuscht. Wenigstens das Ende vermag ein wenig zu überraschen, wird aber vermutlich einige enttäuschen. Denn ähnlich wie bei Pornofilmen wird am Ende nicht geheiratet. Man liest es vielleicht heraus, ich bin maßlos enttäuscht von diesem Film, auf den ich so große Hoffnungen gesetzt hatte. Wo war das Karibik-Flair? Der ganze Film wirkte so, als wenn er an den hohen Erwartungen erdrückt zu werden drohte.

Insofern hoffe ich, dass es bei den drei Teilen bleibt und sich alle Beteiligte an etwas komplett Neuem versuchen. Die Geschichte der Karibik-Piraten ist erzählt und war eigentlich nach Teil 2 schon beendet.

Infos:

Titel/Originaltitel: Fluch der Karibik – Am Ende der Welt/Pirates of the Caribbean: At World‘s End
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 170 Minuten
Kinostart: 24. Mai 2007
Regie: Gore Verbinski
Drehbuch: Ted Elliott, Terry Rossio
Darsteller: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Bill Nighy, Jack Davenport
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★★☆☆☆☆☆☆

4 Kommentare zu “Fluch der Karibik – Am Ende der Welt (Pirates of the Caribbean: At World‘s End)

  1. Wat is eigentlich mit der komischen Wassergöttin da passiert? Wollte die nich all ihre Grausamkeit auf die Piraten niederlassen??? Und das war dann so nen komischer Strudel und ein wenig Regen???

  2. Mensch Olly, Du sprichst mir aus der Seele. Haben wir doch mal wieder den selben Geschmack. Dieser Film war einfach nur schlecht und mit Handlung/Wendungen/Verwirrungen überladen.

    Dass Du dem (meiner Meinung nach) schlechtesten „Blockbuster“ (traurig, aber wahr…) des bisherigen Jahres immerhin noch vier von zehn gibst, muss sich wohl auf die Special Effects beziehen. Leider zeigt dieser Film überdeutlich, dass diese eine fehlende spannende Story nicht ersetzen können.

  3. Also meiner Meinung nach ist die Kritik völlig überzogen. Sicher fehlt ein wenig der Charme des 1. Teils, doch trotzdem ist dieser durchaus vorhanden. Zur Story kann ich sagen, wenn man genau aufpasst ist sie durchaus nachvollziehbar und interessant. Hingegen den 2. Teil fand ich storytechnisch langweilig, schlechter als diesen. In meinen Augen platziert sich am Ende der Welt punktgenau zwischen FDK1&FDK2. Denn wo im 2. die witzigen Aspekte viel zu übertrieben – und dadurch lächerlich – dargestellt wurden, hatte der 3. nun wieder ein wenig Düsterniss gewonnen, was auch in Fluch der Karibik 1 ein Grund war, warum der Film so gut war. Schließlich wurde der 1.Teil auch als Grusel-Action-Film geplant, der durch einen gewissen Johnny Depp und den Regisseur dann ein wenig ins skurile gezogen wurde, woraus dieser einmalige Film entstand. Wie gesagt wurden die stärken des 1. im Zweiten übertrieben oder weggelassen und jetzt im 3. tweilweise wieder besser umgesetzt. Wobei auch mir einige Szenen missfielen, wie z.b. die Aufblasaktion Calyptos.

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