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Hannibal Rising

Hannibal Rising

Inhalt:

Der junge Hannibal Lecter hat eine schwere Kindheit hinter sich. Im Zweiten Weltkrieg muss er nicht nur mit ansehen, wie seine Eltern bei einem Fliegerangriff ums Leben kommen sondern auch wie seine Schwester von SS-Sympathisanten zunächst gefangen und aus Angst vor dem Hungertod verspeist wird, da sie ohnehin schwer krank ist. Dem ebenfalls gefangen genommenen Lecter gelingt Jahre später die Flucht nach Frankreich, wo er von seiner Tante aufgenommen wird. Als diese aufgrund ihrer Herkunft beleidigt wird, hat Lecter sein erstes Opfer gefunden.Neben seinem Medizinstudium beginnt Lecter mit einer umbarmherzigen Rachetour quer durch Europa um die Mörder seiner Schwester zu richten.

Kritik:

Was für eine herbe Enttäuschung sind die Jugendjahre eines Massenmörders geworden. Das Schweigen der Lämmer lebte einst nicht einer genialen Geschichte, sondern von einem charismatischen Monster, dargestellt von Anthony Hopkins, und einem begnadeten Regisseur. Hannibal Rising wurde zwar vom gleichen Autor geschrieben wie Das Schweigen der Lämmer, aber weder Hauptdarsteller Ulliel noch Regisseur Webber kommen auch nur ansatzweise an den Erstling der Serie heran.

Hannibal Rising ist ein plattes Rache-Epos, das ein Stück weit den Mythos Hannibal Lector zerstört. Jegliche Faszination an der todbringenden Figur geht verloren. Irgendwie ist es mir auch deutlich zu einfach, all das mit einer schweren Kindheit zu erklären. Seit Star Wars Episode 3 habe ich keine so banal erzählte Charakterwendung mehr gesehen. Noch ärgerlich ist, dass dies eben nach einer halben Stunde abgehakt ist und dann nichts mehr kommt, was die Geschichte wirklich weiter bringt.

Dazu kommen viele Klischees und eine große Portion Unlogik. Natürlich steht der am Boden liegende und vermeintliche Tote noch ein letztes Mal auf und genauso natürlich können alle von Lecter gestellten auch nach Jahren noch genau sagen, was die damaligen Komplizen so treiben und wo sie anzutreffen sind. Na klar doch. Hannibal Rising ist nicht nur ein überaus langweiliger Film, er ist stellenweise einfach nur ärgerlich.

Infos:

Titel/Originaltitel: Hannibal Rising
Herkunftsland/Jahr: USA, 2007
Länge: 121 Minuten
Kinostart: 15. Februar 2007
Regie: Terry Webber
Drehbuch: Thomas Harris
Darsteller: Gaspard Ulliel, Gong Li
Offizielle Webseite
IMDB
Trailer
Rating:

★★★☆☆☆☆☆☆☆

Ein Kommentar zu “Hannibal Rising

  1. Alleine das Buch ist bereits eine Katastrophe. Ich glaub, ich hab zwei Tage dafür gebraucht, nach der ersten Stunde wusste man, was Sache war.

    Das Hannibal sehr an Micha gehangen hat, dass er gesehen hat, wie sie gefressen wurde, all das wusste man vorher. Zwar nur im dusteren, aber das war genau richtig.

    Roter Drache, Schweigen der Lämmer und Hannibal sind fantastische Bücher, Hannibal Rising ist eine Schmonzette erster Güte.

    Ich hatte mich nach dem Film Hannibal schon geärgert, dass das Ende so verhunzt wurde (ist im Buch deutlich besser), da hätte ich gehofft, dass sie wenigstens ihre eigene Steilvorlage nutzen und darauf eine weitere – unnütze – Fortsetzung machen, aber ne, es geht immmer noch eins schlimmer.

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