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Pinkeln wie ein Mann

Es war schon spät am Sonntagabend, als Missy, Junior und ich die Baustelle verließen und uns auf den Heimweg machten. Schließlich wartete eine neue Woche auf uns und es war schon ziemlich spät – eigentlich schon viel zu spät für Junior. Da wir noch nicht zu Abend gegessen hatten blieb nur ein Schnellimbiss auf der etwa 200 km langen Strecke übrig. Mangels Optionen entschieden wir uns für Burger King. Nach einem üppigen Mahl fragt das clevere Familienoberhaupt natürlich den Nachwuchs, ob er noch aufs Klo muss, damit wir nicht ein weiteres Mal unterwegs anhalten müssen. Und so begaben sich Junior und ich uns auf den Weg zur Toilette.

Vielleicht liegt es daran, dass Junior die ersten Jahre nur mit Frauen verbracht hat, auf der Toilette zieht es ihn immer auf die Kabine in den Toiletten, trotz vorhandener Kinder-Urinale. Gut, dachte ich, Zeit, dass der Junge ein Mann wird. Als er also auf dem Weg in die Kabine war rief ich ihn zurück, zeigte auf das Kinder-Urinal und deutete an, dass das auch da geht. Ich erklärte ihm, dass es natürlich richtig ist, sich zu hause hinzusetzen, dass man auf öffentlichen Toiletten das eben so macht beim kleinen Geschäft. Erstaunt schaute er mich an, als verlangte ich das Urinieren im Handstand. Schwamm drüber, der Junge muss das lernen. So erklärte ich ihm, dass er einfach nur seine Hose aufmachen muss und sie ein wenig herunterlassen müsste.

Keine drei Sekunden später stand er da, die Hose hing zwischen seinen Knöcheln. Ich erklärte ihm ruhig, dass er sich nicht gänzlich ausziehen müsste. Er nickte verständnisvoll. Ich setzte meinen Unterricht im „Mann werden“ fort. Natürlich muss er auch das Shirt ein klein wenig anheben. Ich muss nicht erklären, dass er nicht lange brauchte, um sein Shirt bis zum Hals hochzuziehen. Ich fragte ihn, ob er mit seinem Bauchnabel pullern wolle. So weit müsste es dann sicher nicht sein. Aus der zweiten Kabine drang ein unterdrücktes Prusten, offenbar fand uns jemand ziemlich witzig.

Ich ließ mich nicht beirren und demonstrierte erneut am lebenden Objekt, wie der ganze Vorgang vonstatten geht. Junior sah gespannt zu, nickte nach der Demonstration zustimmend und meinte trocken „Ich geh lieber wieder hier hin“ und verschwand in der Kabine. In Kabine 2 konnte das Lachen nicht mehr unterdrückt werden und entlud sich nun in voller Pracht. Lachend ging ich zurück zu unserem Tisch, wo mich Missy ungläubig empfang. Schließlich komme ich selten lachend von der Toilette zurück. Keine Angst, er lernt das noch. Wenn wir mit dem Training durch sind, pinkelt er aus 5 m Entfernung in ein offenes Überraschungs Ei.

2 Kommentare zu “Pinkeln wie ein Mann

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