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Umzug 2007: Die neue Wohnung

Zeit für ein kleines Update und ein neues Kapitel in diesem Weblog. Nachdem ich nun schon bald ein Jahr zwischen zwei Wohnsitzen hin und her pendle und mich periodisch immer wieder ärgere, dass das, was ich gerade brauche, am anderen Ort liegt, wird es nun Zeit für Veränderungen. Eine neue Wohnung muss her und die muss natürlich groß genug sein. Groß genug nicht nur für mich und mein Büro sondern natürlich auch für Missy und Junior und auch unseren kleinen Zoo. Und genau diese Wohnung ist gefunden. Verschwenderisch große 120 qm, fünf Zimmer, Küche, Bad, Gäste-WC, Dachschräge. Dazu zwei Kellerräume, ein lauschiges Plätzchen im gigantischen Garten und eine ruhige Gegend machen das Ganze ebenso interessant wie der Freundschaftspreis.

Die Wohnung hat – wie sollte es anders sein – nur einen Haken. Sie ist nicht leer. Vormieter sind normal nicht unbedingt ein Problem. Da es sich hierbei aber um Familie Flodder handelt, wiegt das Problem schon schwerer. Vor ca. zwei Wochen haben wir uns die Wohnung angesehen. Was soll ich sagen? Alle gemeinen Vorurteile über sozial schwache Familien (Familie Flodder besteht aus einem Ehepaar Ende 40 mit drei oder vier Kindern, das schwankt je nach Monat), wurden hier bestätigt. Der erste Besuchstermin musste ausfallen, da angeblich keine Zeit zum Saubermachen gegeben war. Wenn sie zum zweiten Termin ernsthaft sauber gemacht haben, dann hätte ich die Wohnung vorher nicht sehen wollen.

Sicherlich kann man sich vortrefflich über Farbzusammenstellungen streiten, knallgelbe Wände mit lila Muschelmuster gehört aber nicht im entferntesten dazu, was ich als wohnlich empfinde. Auch der Ansatz hellblau bis 1,50 m Höhe, dann eine Borte und darüber dunkelblau mit quietschgelb gestrichener Fensternische stellte bei mir kein Wohlfühlgefühl ein, sondern eher Augenkrebs im Endstadium. Die Kückentapete sah aus, als wenn sie 20 Jahre in einem fahrenden Imbiss gehangen hätte. Die Teppiche, die schon in desaströsem Zustand vom Vormieter übernommen wurden, liegen inzwischen 16 Jahre dort drin und waren damals schon von eher minderer Qualität. Aber OK, man kann ja gerne in seinem Dreck leben, da soll jeder nach seine Facon glücklich werden. Aber spätestens zum Abgabetermin sollte die Wohnung sauber sein.

Aber nicht bei Familie Flodder. Fenster waren nicht geputzt, das Treppenhaus nicht mal gefegt. Die Lampen hingen noch, lediglich die Leuchtmittel wurden entfernt. Der Kühlschrank wurde nicht abgetaut, das Küchenfenster ließ sich vor klebendem Dreck beinahe nicht öffnen. Löcher wurden nicht wieder verschlossen. Einige Möbelstücke wurden stehen gelassen. Es zeugt schon von großem Mut davon auszugehen, dass ein eventueller Nachmieter die Stücke ggfs. übernehmen würde. Danke, nicht mal für einen kleineren Geldbetrag würde ich das tun. Nun hat Familie Flodder eine Nachfrist bekommen, die diesen Donnerstag abläuft. Natürlich war die Familie noch nicht einmal wieder in der Wohnung.

Das große Tapeten-Entfernen am Wochenende muss also eventl. ausfallen, da eine erneute Frist notwendig ist. Man muss sich ja nun mit dem Amt auseinander setzen wegen der Mietkaution. Denen scheint tatsächlich alles egal zu sein, sie haben ja schließlich nichts und wenn das Amt die Kaution nicht wieder bekommt? Nicht deren Problem, eine neue Wohnung haben sie bereits. Dennoch sollte einem Einzug Ende März nichts im Wege stehen, auch wenn es langsam eng wird. Es muss noch neu tapeziert werden und Laminat soll auch noch rein. Aber der März bleibt und da werde ich Urlaub nehmen um alles wohnlich zu machen. Und schon jetzt danke ich allen, die uns so tatkräftig unterstützen. Demnächst gibt hier also weniger Kino und Apple, sondern vermutlich eher eine Mischung aus Avenzio und Eine schrecklich nette Familie. Aber ich weiß, darauf freuen sich schon viele.

6 Kommentare zu “Umzug 2007: Die neue Wohnung

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