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Debatte zum „Killerspiele“-Verbot

Bayerns Innenminister Beckstein bekommt harsche Kritik von seinen Kollegen bezüglich seines Vorstoßes zum Verbot von so genannten „Killerspielen“. Becksteins Ziel war es, den Paragraphen 131 des Strafgesetzbuches zu verschärfen. Monika Griefahn von der SPD meinte dazu „Mir ist nicht klar, was er noch zusätzlich will. Der gegenwärtige Paragraph 131 deckt alles ab, er reicht aus.“ Immerhin wurde der Paragraph bereits nach dem Amoklauf von Erfurt überarbeitet.

Noch treffender das Zitat von Grietje Bettin, medienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag. Sie meinte dazu: „Becksteins Pläne packen die wahren Ursachen für schreckliche Amokläufe wie den von Emsdetten nicht bei der Wurzel. Wie kam der Täter an echte Waffen? Wie konnte dieser junge Mensch einen solchen Hass entwickeln? Welche Sensoren und Frühwarnsysteme brauchen wir, um gefährdete Jugendliche aus sozialer Isolation herauszuholen?“

Auch die FDP zeigt sich alles andere als begeistert. Hans-Joachim Otto, Medienexperte der FDP-Bundestagsfraktion bezeichnete Becksteins Forderung als „undifferenzierten, naiven Rundumschlag“. Er berfürchtet ferner die Kriminalisierung von jugendlichen und erwachsenen Computerspielern sowie Herstellern und Vertreibern. Außerdem besteht die Gefahr, dass solche Verbote schnell in unzulässiger Zensur münden.

Diese ganze Diskussion ist doch ebenso sinnfrei wie ein Arschloch am Ellenbogen. Wir haben rechtsverbindliche Altersfreigaben bei Computerspielen. Vielleicht sollte man einfach mal kontrollieren, ob der Handel sich an diese Abgaben hält. Absolut brutale Spiele erhalten erst gar keine USK-Freigabe und werden daher nicht in Deutschland vertrieben. Eltern sollten sich außerdem damit befassen, was ihre Kinder da eigentlich an ihren Computern treiben. Es kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein, dass Kinder vor die Geräte als Beschäftigungstherapie abgeschoben werden, um sie ruhig zu stellen.

Es kann doch nicht ernsthaft richtig sein, dass ich einen Zombie Schocker wie Dawn of the Dead ganz normal bei Amazon kaufen kann, einen Egoshooter wie Gears of War hingegen – obwohl ich volljährig bin – nur über den Import oder illegale Kanäle bekommen kann. Ich stimme natürlich zu, dass beides nicht in Kinder- oder Jugendhände gehört. Aber ein Verbot ändert eben nichts daran, dass es dahin trotzdem kommt.

3 Kommentare zu “Debatte zum „Killerspiele“-Verbot

  1. Ich finde diese ganze Debatte schwachsinnig. Ich persönlich habe mit 14 angefangen Horrorfilme zu schauen, die ab 18 freigegeben sind. Ich habe auch im gleichen Alter angefangen so Sachen wie z.B. Resident Evil zu spielen. Amokgelaufen bin ich deshalb aber nicht und einfach zum Spaß Leute quälen tu ich auch nicht.

  2. Schünemann und Beckstein haben ja auch ganz unterschiedliche Ansätze. Schünemann ist davon überzeugt ist, dass jeder, der Killerspiele spielt, kleine Stimmen im Kopf hört, die einem befehlen, diese sofort dem nächsten verfügbaren Minderjährigen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus meint er, dass die USK aus Bosheit die übelsten Brutalospiele extra ab 12 freigibt.

    Beckstein hingegen hält die Gesamtheit der Bundesbürger für nicht mündig. Nur er kann entscheiden, was gut für uns ist.

    Gemeinsam ist beiden aber, dass sie sich strikt weigern, ihre Aktion auf eine Basis der Reflektion zu stellen. Jegliche Forschung und Diskussion ist überflüssig, weil es doch so offensichtlich ist! 🙂

  3. Beckstein kann doch keiner ernst nehmen…
    Er disqualifiziert sich selber, wenn er nur den Mund aufmacht.
    Von nix Ahnung, aber mitreden wollen.

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