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96-Vereinsgaststätte Treffpunkt für NPD-Stammtisch

Neben Fan-Stammtischen und Autogrammstunden mit Spielern tummeln sich offenbar auch noch ganz andere Gruppierungen in der Vereinsgaststätte von Bundesligist Hannover 96. Der NPD-Unterbezirk Hannover hielt dort seinen “Stammtisch Nationale Kräfte” durch. Anfang November referierte dort der rechtsextreme Hamburger Anwalt Jürgen Rieger über “Bevölkerungspolitik”, “die Ausländerfrage” und “entlarvte das korrupte System”. Ihm lauschten 60 überwiegend junge Aktivisten. Jürgen Rieger war zuletzt dadurch aufgefallen, im niedersächsischen Delmenhorst ein Hotel für die NPD kaufen zu wollen.

Das kuriose ist nun, dass es wieder mal keiner gewusst haben will. Hannover 96 redet sich damit heraus, dass die Verantwortung ja der Pächter der Gaststätte trägt. Man distanziert sich aber erstmal vorsichtshalber von den Rechten und räumt ein, dass es ja das erste Mal gewesen sei. Das sieht der Verfassungsschutz jedoch anders. Die 54jährige Pächterin versteht die ganze Aufregung nicht, schließlich hätten die Leute ganz normal ausgesehen und nicht mal Springerstiefel angehabt. Neonazis (was bei ihr offenbar nur Springerstiefelträger sind) würde sie ja nicht dulden. Clubchef Martin Kind verspricht zumindest eine unverzügliche Klärung.

Was auch immer letztlich dabei rauskommt, es bleibt ein komisches Bild zurück. Komisch natürlich im Sinne von eigenartig. Denn das ist mehr als traurig.

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