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Käufliche Kids

Es ist schon erstaunlich. Seit einer Woche ist vormittags bzw. teilweise auch nachmittags eine Schulfreundin von Junior hier zur Mitbetreuung. Wie das bei Kindern eben so ist, gibt es mal gute Stunden und dann auch wieder sehr schlechte. Gestern hatten die beiden den ganzen Tag über ein etwas angespanntes Verhältnis. So wie die USA und die Sowiet-Union zu Zeiten des Kalten Krieges. Daher hatte ich heute etwas Angst, da die Missy vormittags unterwegs sein würde. Und da ich schließlich arbeiten muss, kann ich mich kaum darum kümmern, wer im aktuellen Streit gerade recht hat und ob der UNO Sicherheitsrat besser einschreiten sollte. Mein Plan war also, gleich beim Frühstück die Fronten zu klären.

Beim Frühstück erklärte ich den beiden dann, dass sie bitte anständig spielen und dabei nicht so viel Krach machen sollen. Dazu gehört auch ein anständiger Umgangston. Nichts gegen lustige Rollenspiele, aber so dominant wie gestern muss Junior nun echt nicht auftreten. Wenn beide anständig mitziehen, würde es dafür als Belohnung nächste Woche ins Kino in Jagdfieber gehen. Und was passiert? Tja, ich hätte nicht gedacht, dass die beiden sich so zusammen reißen könnten. Schon seit gut zwei Stunden ist aus dem Kinderzimmer kein lautes Wort gekommen. Und ehrlich, es leben noch beide, ich habe gerade geschaut. Nicht mal großartig Unordnung ist zu sehen.

Ich fragte gerade, ob sie nicht ein bisschen streiten könnten, ich hänge ja schließlich an meinem Geld. Ich wurde aber prompt des Feldes verwiesen. Schließlich muss ich ja arbeiten. So langsam muss ich mich wohl mit dem Gedanken anfreunden, nächste Woche Jagdfieber zu schauen. Aber so ganz unter uns… den wollte ich sowieso schauen.

4 Kommentare zu “Käufliche Kids

  1. Klasse ! Ist jetzt nicht so die Art wie ich das im Kindergarten mache .. aber die Wirkung ist die Gleiche … wahrscheinlich sogar besser, weil alle was davon haben !
    Liebe Grüße an Junior !

  2. Als ich nach gut zweieinhalb Stunden wieder Heim kam war nix zu hören. Was mich sehr verwunderte, da ich von dem Deal nix wusste. Mein erster Weg war nicht zu den Kids sondern nach oben um zu fragen was hier los ist. Mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf musste ich mich erst mal schlau fragen. Nachdem ich den Vormittagsbericht bekam kam meine Frage: „Wie hast du das geschafft?“ Denn gestern war wirklich schlimm.

    Bestechung mit Kino! Okay….

    Aber keine zwei Minuten später hörte ich es unten in der Küche nur noch klirren. Okay, ein Glas oder ein Teller ist kaputt gegangen, kann ja mal passieren. Als ich aber leider unten ankam war es leider nicht ein gewünschtes Glas oder ein Teller. Nein, VIEL schlimmer! Es war der Deckel von meinem heiß geliebten Zuckerpott den es auf dem Boden zerschlagen hatte. Das Ding gehört schon zu mir seit dem ich Kaffee trinke und damit habe ich früh angefangen. Es folgte ein Anschiss begleitet von einem Tränenausbruch. Aber nicht die kleine Maus hat angefangen zu weinen sondern ich.

    Die kleine Maus fing natürlich auch an zu weinen aber um Himmelswillen nicht weil sie was zerdeppert hat sonder weil sie die Befürchtung hat, das wir jetzt nicht mehr ins Kino fahren. Ich hätte sie am liebsten Kopfüber ins Klo gesteckt.

    Ich hab ihn geklebt, er hält, man kann ihn wieder drauf legen aber er ist nicht mehr so wie er vorher war, er sieht nur noch sch*** aus.

    Aber Honey, danke für den Vormittag und für die Übernahme der Verantwortung. Du warst großartig!!!

  3. Na bitte, wer sagt’s denn. Liebe, Klarheit, Konsequenz und ein Ende der Laberei. Du bist ein Hoffnungsträger- jedenfalls für mich ;-). Und die Sache mit dem Kaffeepott…hm..aller Anfang ist schwer, ein bisschen Schwund ist immer, Abschied von der Nostalgie…er sieht jetzt sch….aus. Na gut. Aber wie war das mit den inneren Werten und der Weit- und Tiefsichtigkeit des Herzens?

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