Skip to main content

Selbstzensur

Interessante Diskussion bei Miagalore darüber, ob man in Weblogs eigentlich noch schreiben kann, was man denkt oder sich selbst ab und an oder auch öfter ein Schweibegelübde auferlegt und sich selbst zensiert. Und wie sollte es anders sein. Das passt gerade ziemlich gut in die Situation dieses Weblogs.

Als ich mit diesem Weblog startete, entschied ich mich dafür, dies nicht anonym zu tun, sondern mit meinem Namen und meiner Persönlichkeit dahinter zu stehen. Wer mich kennt weiß, dass ich in einer Diskussion eigentlich immer das sage, was ich denke. Hier tue ich das nicht bzw. nicht mehr. Und das hat mir in der letzten Zeit etwas den Spaß und die Lust genommen, hier in der sonst üblichen Frequenz zu schreiben.

Ich habe mich mal dazu entschieden nichts über meine Arbeit zu schreiben. Das war schon so, als ich noch freiberuflich tätig war und das ist auch jetzt noch so, wo ich angestellt bin. Nicht, weil meine Chefs hier ab und an mitlesen, ich fand es einfach unpassend. Zumal Firmeninterna auch firmenintern bleiben sollten und hier nichts zu suchen haben. Und ich könnte ohnehin nur Gutes über meinen Job sagen, bis auf die Tatsache, dass ich viel zu wenig Geld bekomme. Es kann nur gut sein, solche Botschaften hier immer wieder einzustreuen.

Überhaupt liest hier jeder mit, den ich persönlich kenne. Ich habe nie ein Geheimnis aus diesem Weblog gemacht, aber das schließt eben viele Themen aus. So ergebe ich mich oft in Kryptik, um zumindest für mich etwas festzuhalten. Das ist aber manchmal so kryptisch, dass ich es selbst nicht mehr nachvollziehen kann nach zum Beispiel einem Jahr. Manchmal beneide ich dann Leute, die anonym schreiben, da sie wirklich kein Thema auslassen brauchen.

Ansonsten passiert gerade so viel in meinem Privatleben, über das ich aber nichts schreiben kann. Insofern fällt gerade einiges an Themen flach und hier geht es ruhiger zu. Und ich fänd es halt auch doof über belangloses Zeug zu schreiben, nur damit hier eben irgendwas steht. Aber das wird auch wieder anders… irgendwann.

6 Kommentare zu “Selbstzensur

  1. Kann ich sogar nachvollziehen. Bei einigen Sachen, die ich gerne bloggen würde, merke ich, dass ich sie nur für mich bloggen möchte. Einfach, weil ich an diese Form des „Erinnerungen-Festhaltens“ so gewöhnt habe, dass ich nicht noch ein separates Tagebuch führen will. Vielleicht kennt ja jemand eine gute und einfache Möglichkeit (z.B. Plugin?) mit dem man WordPress-Einträge nur für den eingeloggten Administrator sichtbar machen kann.

    Klar kann ich jedem privaten Posting ein Passwort vergeben, aber dennoch ist der Titel zu lesen.

    Manchmal gibt es Dinge, die man für sich selbst vielleicht nicht nur in „Kryptik-Form“ festhalten will, sondern auch mal schönausführlich seine Gedanken fließen lassen will, ohne dass es alle mitlesen können.

    Okay. Genug dazu. Ein wenig off-topic, aber wer so ein Plugin oder ähnliches kennt, bitte beim Hausmeister vom Blog-Ha.us melden. 😉

  2. Mag ja sein, dass ich hoffnungslos altmodisch bin… aber wie wäre es denn für die Gedanken, die man nur für sich haben und nicht mit anderen teilen möchte, mit dem guten alten HANDSCHRIFTLICHEN Tagbuch?

  3. @Yvonne:
    Würde mir als Blogger sehr schwer fallen, weil das Bloggen sich im Lauf der Monate verselbständigt hat. Ich schreibe automatisch Erlebtes ins Blog und würde nie auf die Idee kommen das alles handschriftlich niederzuschreiben. Das würde wesentlich länger dauern. Außerdem hätte ich gerne nicht ZWEI „Erinnerungs-Quellen“, eine für wirklich Privates und eine für Erlebtes, das auch anderen zugänglich ist. Ich hätte gerne EIN „Blog mit Tagebuchfunktion“. Mit privaten Einträgen, die kein anderer sehen soll. Schließlich will ich ja auch mal was Privates mit Bildern dokumentieren. Das fällt dann beim Tagebuch schon wesentlich schwerer.

  4. Technisch dürfte das nich soo schwer sein, man müsste ja nur ein Flag setzen, was 1 bzw. 0 ist und so über Veröffentlichung und Versteckt entscheidet.

    Die Realisierung in WordPress könnte sich aber dabei schwer gestalten. Man gut, dass ich alles selfcodet hab 😉

  5. @Andreas: Ich hätte nur dann echt Panik davor, dass meine Erinnerungen irgendwann im Datennirvana verschwinden und für mich verloren sind.

Kommentar verfassen