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X-Men: Der letzte Widerstand (X-Men: The Last Stand)

X-Men: Der letzte Widerstand (X-Men: The Last Stand)

Nach den ganzen Jubelarien zur dritten Version der X-Men (u.a. hier und hier) muss ich offen und ehrlich zugeben: Ich bin enttäuscht. X-Men 3 ist kein schlechter Film aber auch irgendwie sehr weit davon entfernt, der Megahit des Jahres 2006 zu sein. Dabei wollte ich ihn sogar mögen. Ich fand die Trailer gut bis sehr gut und er stand auch weit oben in meiner Wunschliste für dieses Jahr. Was also ist da so schief gelaufen? Schauen wir mal in Ruhe.

Der Anfang gefiel mir noch richtig gut. Die Story vom zweiten Teil wird nahtlos weiter erzählt. Cyclops (James Marsden) leidet unter dem vermeintlichen Tod von Jean (Famke Janssen). Eine neue Gefahr in Form eines Wundermittels, das das Mutanten-Gen dauerhaft unterdrücken kann, zeichnet sich ab. Eine ethische Diskussion bricht los, ob man nicht lieber zu seinen Fehlern stehen sollte oder sich eben korrigieren lässt, um sich der Masse anzupassen. Die Bruderschaft um Magneto (Ian McKellen) befürchtet einen weiteren Holocaust. Und so wählen sie Angriff als Verteidigungsoption. Die andere Seite um Charles Xavier (Patrick Stewart), Wolverine (Hugh Jackman) und Storm (Halle Berry) stellt sich der Bruderschaft in den Weg und versucht ein Gleichgewicht wieder herzustellen.

Natürlich ist X-Men 3 kein richtiger Reinfall

Was mir an X-Men 3 missfiel ist die Tatsache, dass der Film einfach zu kurz ist für so viele Mutanten und so viel Story. Die beiden Plots um Jean Grey/Phoenix und das neue Heilmittel wären jeweils genug Stoff für einen eigenen Film gewesen. So wirkt der Film einfach extrem gehetzt, die einzelnen Figuren bekommen kaum Leinwandzeit. Auch wenn es mutig ist, einige Rollen aus dem Film zu schreiben und einigen durchaus beliebten Charakteren ihre Kräfte zu nehmen geschieht dies teilweise so plötzlich und unvermittelt, dass es auch schon wieder vorbei ist, bevor man es richtig realisiert hat. Der Film schreit quasi die ganze Zeit: „Achtung ich bin Teil 3, deswegen gibt es viel, viel mehr von allem.“

Ich bin normal kein Mensch, der sich in Comicverfilmungen über Logikschnitzer aufregt, aber das ganze Ende angefangen bei der Golden Gate Bridge ist ein schlechter Witz. Mal ganz davon ab, dass die Effekte mit der Brücke extrem billig aussehen, ist die Szene wirklich unnötig wie ein Kropf. Das wirkt nur als wollte man da irgendwie was Spektakuläres präsentieren. Der Ansatz „Huch, bevor wir nasse Füße kriegen drehen wir doch mal fix die Brücke“ wirkte schon unfreiwillig komisch. Der plötzliche Wechsel Tag auf Nacht fiel nicht nur mir auf und sorgte für allgemeine Belustigung. Und auch das Ende war für mich schlicht unbefriedigend.

Natürlich ist X-Men 3 kein richtiger Reinfall, es fällt zu keiner Zeit auf, dass ein anderer Regisseur den Film gedreht hat. Der Anfang ist wirklich sehr gut, einige Actionsequenzen, viele Effekte und auch neue Figuren extrem cool. Juggernaut zum Beispiel ist eine echte Bereicherung im Gegensatz zu den ganzen neuen, dunkel gekleideten Typen um Magneto, die eher den Blade-Filmen entsprungen sein könnten. Nach dem ganzen Hype aber doch eine Enttäuschung, vor allem gemessen an den hohen Erwartungen durch den sehr guten Vorgänger. Zum Ende bitte bis nach dem Abspann sitzen bleiben. Ein vierter Teil ist also höchst wahrscheinlich, so viele Anspielungen wie es schon jetzt gab.

Fazit: Gemessen an den Vorgängern enttäuschender dritter Teil.

Rating:

★★★★★★☆☆☆☆

3 Kommentare zu “X-Men: Der letzte Widerstand (X-Men: The Last Stand)

  1. Ach Olly. Grundsätzlich kann ich ja mit Deiner Kritik leben und an einem anderen Tag, in einer anderen Stimmung hätte ich es vielleicht auch so gesehen. Dennoch muss ich noch mal drei Sachen aufgreifen:

    „…,die einzelnen Figuren bekommen kaum Leinwandzeit.“ – Genau das fand ich so gut! Dass eben eine ordentliche Vielfalt an Mutanten gezeigt wurde. Wenn ich einen Film haben will, in dem es um die charakterliche Entwicklung eines Superhelden geht, dann schaue ich mir „Spiderman“ oder demnächst „Superman Returns“. Das Thema Mutation bietet nun einmal der Krativität viele Spielräume und all die verschiedenen Mutanten gaben dem Film die gewisse Würze. Ist eben „X-Men“ und nicht „X-Man“. 😉

    „…Golden Gate Bridge ist ein schlechter Witz.“ – Okay, okay. Klar hätte Magneto sich auch anders Zugang verschaffen zu Alcatraz verschaffen können, aber es ist nun mal auch ein Effektfilm. Und wenn schon „dicke Hose“, dann richtig.

    „Der plötzliche Wechsel Tag auf Nacht…“ – Sagt man nicht dieser rattigen „Storm“ nach, dass sie Wolken erschaffen und damit den Himmel verdunkeln kann? Weiß jetzt leider gar nicht mehr ob die zu genau dem Zeitpunkt schon da war oder ob sie noch im Flugzeug saß. Aber wenn sie das kann, warum soll ein anderer Mutant nicht auch um 15 Uhr in San Fran das Licht ausknipsen können?

    Aber ich merke…wir kommen nicht überein. Eine Seltenheit, die wir eher feiern als ausdiskutieren sollten…;-)

  2. Hehehe… ich hab mal einen FIlm eher gesehen als Du *freu*
    Ich muss sagen, dass ich ihn ganz gut fand. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Professor stirbt. Danach fand ich ihn wirklich ein wenig zu überzogen, und dass die „Supermutantin“ die meiste Zeit über einfach nur blöd in der Gegend rumsteht, und böse guckt, fand ich auch nicht so toll…

    Die Krönung war die Schlußzene… gut, dass ich vorher gelesen habe, dass man sich den endlos langen Abspann bis zum Ende ansehen sollte 🙂

  3. Liebe Yonnne, ich stimme dir zu: Die Schauspielerin und der Charakter „Phoenix“ hätten mehr her gegeben.

    In diesem Sinne hat Meister Olly recht: Der Film nimmt sich für so viel Story zu wenig Zeit. Was mir besser gefällt als im ersten Teil ist, dass es nicht schon wieder einen Menschen gab, der die Mutanten haßt. Das Thema mit dem Heilmittel war diesmal eher abstrakt gewaßt. Es ging mehr um die Frage, ob man Anderartigkeit wirklich „heilen“ sollte, nicht um einen Wahnsinnigen, der versucht die Welt weiterhin in Schwarz und Weiß einzuteilen. Im zweiten Teil fand ich den Bösewicht William Stryker etwas dünn. Seine Figur erinnerte mich an die sehr peinlichen James Bond Superbösen. Und vielleicht an die schlechten Adaptionen von Lex Luther aus den Superman Filmen der 80er Jahre.

    Was die Brücke angeht: Du hast schon recht, aber hey. Das ist eine Comic Verfilmung 😉

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