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Tristan & Isolde

Tristan & Isolde

Mit Tristan & Isolde bekommt eine der bekanntesten Lovestorys der Literaturgeschichte eine Neuverfilmung. Bemerkenswert ist dabei, dass das Ganze von den Gebrüdern Ridley und Tony Scott produziert wurde. Ridley Scott wollte einst selbst die Geschichte verfilmen, entschied sich aber dann dafür, Kevin Reynolds den Platz auf dem Regiestuhl zu überlassen.

Europa im tiefsten Mittelalter. Die englischen Stämme liegen im Krieg mit den übermächtigen Iren. Auf Seiten der Engländer spielt der aufstrebende Ehrenmann Marke (Rufus Sewell) eine wichtige Rolle, der neben seinem Sohn Melot (Henry Cavill) den Waisen Tristan (James Franco) aufzog. Im entfernten Irland leidet Isolde (Sophia Myles) unter der strengend Hand ihres Vaters König Donnchadh (David O’Hara), der sie mit seinem barbarischen Kriegshelden Morholt verheiraten will. Bei einem Scharmützel in England tötet Tristan Morholt, wird dabei aber selbst durch ein vergiftetes Schwert schwer verletzt. Seine Gefolgsleute halten ihn für tot und wird gemäß des damaligen Rituals in einem Boot aufs Meer geschickt. An der Küste Irlands findet Isolde den Schwerverletzten und pflegt ihn gesund. Die beiden verlieben sich ineinander. Als Tristan später nach England zurück kommt ist Marke inzwischen König geworden. Bei einem Ritterturnier gewinnt Tristan ohne zu wissen für Marke Isolde als Ehefrau. Für das Liebespaar ein schwerer Schlag, denn ihre Liebe hat keine Zukunft, oder doch?

etwas schwermütig, aber auf jeden Fall gut

Tristan und Isolde hatte ich für dieses Kinojahr gar nicht auf der Rechnung, was angesichts der Filmqualität doch verwunderlich ist. Der Film ist eine epische, dramatische Liebesgeschichte voller Schwermut, Trauer und Leidenschaft. Sicher drängt sich ein Vergleich zu Romeo & Julia auf, aber Regisseur Kevin Reynolds geht einen anderen Weg als Baz Luhrmann es mit seiner Neuinterpretation des Stoffes tat. Reynolds hält sich ziemlich eng an der historischen Vorlage. Er verzichtet auch weitestgehend auf epische Schlachten, dennoch geht es gerade zur Anfang ziemlich hart zur Sache. Meist sind aber eher wenig Leute auf der Leinwand zu sehen und der Schwerpunkt liegt auf der tragischen Liebesgeschichte.

Die Geschichte ist sogar, ohne hier zu viel zu verraten, überraschend komplex und verlangt daher eine ganze Menge von den Schauspielern. Insbesondere Rufus Sewell als König Marke hat zum Ende einige sehr starke Szenen. Überhaupt hat man sich beim Casting auf eher unbekannte bzw. unverbrauchte Schauspieler konzentriert. James Franco als Tristan macht seine Sache ausgesprochen gut, Sophia Myles als Isolde sieht zumindest sehr hübsch aus. Einzig Henry Cavill als Melot ist ein Fehlgriff, aber die Rolle an sich ist schon überflüssig wie ein Kropf. Aber offensichtlich braucht ein Historienfilm so einen Reibepunkt.

Tristan & Isolde ist gute Kinounterhaltung, vielleicht etwas schwermütig, aber auf jeden Fall gut. Zu Beginn hatte ich Angst, dass das Ganze zu sehr im Kitsch ertrinkt. Ich war dann doch überrascht, dass die Geschichte doch um einiges komplexer ist.

Fazit: Wunderschöne aber auch sehr traurige Liebesgeschichte, die gut unterhält.

Rating:

★★★★★★★☆☆☆

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