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Hostel

Hostel

Wenn man der PR-Maschinerie glauben könnte, dann ist Hostel der brutalste Film 2006 in den Kinos, der dazu auch noch auf Tatsachen beruht. Das Hostel dann auch noch dem kreativen Kopf von Quentin Tarantino entsprungen sein soll macht sich sicher gut auf den Filmplakaten. Wenn ich so etwas höre, dann bedeutet das für mich, dass der Film wenig bis gar nichts zu bieten haben kann und ich meine Erwartungen weit nach unten schrauben sollte.

Die beiden US-Boys Paxton (Jay Hernandez) und Josh (Derek Richardson) touren quer durch Europa und denke dabei nur an Alkohol, Drogen und Sex. Mit Oli (Eythor Gudjonsson) finden sie einen netten Begleiter aus Island. Im verruchten Amsterdam bekommen die drei von einem merkwürdigen Russen (Lubomir Bukovy) den Tipp, sich nach Bratislava aufzumachen. Dort soll es die heißesten und zugleich willigsten Frauen der Welt geben. Nach zunächst jeder Menge Sex verschwindet plötzlich Oli spurlos. Als die beiden Verbliebenen sich auf die Suche machen verschwindet auch noch Josh. Und so langsam muss Paxton erkennen, dass die spaßige Sextour ein Ende hat und dass die Herberge in Bratislava ein Hostel ohne Ausgang ist.

nichts, was einem länger im Kopf bleibt

Hostel ist die Mogelpackung des Jahres. Der Streifen hat sicherlich ein paar brutale Momente. Diese sind aber wirklich nur in der letzten Viertelstunde zu sehen und machen nur einen Bruchteil der gesamten Spielzeit aus. Der Trailer suggeriert hier etwas völlig anderes. Der dort zu sehende verstörende und beklemmende Eindruck stellt sich zu keiner Zeit im Film ein. Dass die Geschichte um reiche Langweiler, die sich einen Kick verschaffen wollen, indem sie andere Menschen quälen und töten, auf Tatsachen beruhen sollen halt ich für gewagt bis gelogen. Und wenn man sich etwas weiter informiert wird man sehen, dass Quentin Tarantino weder am Drehbuch mitgeschrieben hat noch sonst irgendwie groß am Dreh beteiligt war.

„Welcome to your worst nightmare“ verspricht das US-Plakat. Es war sicherlich ganz anders gemeint, als ich das dann erlebte. Mehr als die Hälfte des Filmes verfolgen wir die drei Jungs bei ihrer Tour durch Europa, die irgendwo zwischen Road Trip und American Pie schwankt. Wenn diese Passage wenigstens nur annähernd so witzig wäre. Der Rest ist nichts, was einem länger im Kopf bleibt oder so noch nicht zu sehen war. Da werden ein paar Gliedmaßen abgetrennt und ein bisschen rumgebohrt. Hach ja, wie spannend. Vielleicht sollte irgendjemand Regisseur Eli Roth erklären, dass ein guter Horrorstreifen vielleicht auch etwas Spannung braucht. Es reicht sicherlich nicht aus, ein paar eklige Szenen aneinander zu hängen. Aber nix da. So gibt’s zum krönenden Abschluss eine brutal und total vorhersehbare Vendetta, die selbst Rambo peinlich gewesen wäre.

Eli Roth soll die Zukunft des Horror-Genres sein? Wenn dies so ist, dann müssen wir Angst um das Genre haben. Und es ist mir peinlich zuzugeben, dass das einzig gute und erinnerungswürdige am Film ein paar slowakische Brüste waren. Shame on you Mr. Roth.

Fazit: Viel Wind um absolut gar nichts.

Rating:

★★☆☆☆☆☆☆☆☆

6 Kommentare zu “Hostel

  1. Ich fand schon den trailer so arm, dass ich mir diesen Film auf gar keinen Fall ansehen werde. Weder im Kino noch sonst wo.

  2. „Ein paar Gliedmaßen abgetrennt und ein bisschen Rumgebohre“… LOL, wenn ich Deine Kritik lese, lese ich mehr über das arme Licht, das dahinter steckt, als über den Film. DER ist nämlich im Gegensatz zu dieser Kritik überhaupt nicht unfreiwillig komisch und ein absolut geiler Vertreter seines Genres. FAZIT: Vielleicht solltest Du Dir lieber Scream, Eurotrip und ganz besonders Scary Movie 1 bis 4 angucken, die haben ALLES, was DU von einem Film erwartest!

  3. Na guck, da haben wir ja einen der beiden gefunden, die den Film gut fanden. Vielleicht meldet sich der andere auch noch.

    Fazit: Du kennst mich nicht und solltest mit deinem Urteil besser vorsichtig sein. Ich erlaube mir auch kein Urteil über dich obwohl es durchaus in den Fingern juckt 🙂

  4. Der Film ist dermaßen lustig, ich hab mich vor lachen nicht mehr eingekriegt. Nur dneke ich nicht das der Film das erreichen wollte 😉

  5. der film war einfach der fieseste und zynischste film,den ich jemals gesehen habe.wenn es nur die paar szenen mit den qälereien gewesen wären, würde ich sagen: „mein gott,normaler horrorfilm=langweilig“, aber dieser film ist anders. dieses psychologisch-fiese anlocken von diesen notgeilen amis in dieses slowakische kaff mit den ganzen nazis und den keulen,die noch dazuarbeiten,war wirklich bisher in keinem film so krass und übel gezeigt!!

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