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Kampf der Giganten

Ich gebe zu, bei der Headline habe ich aus dramaturgischen Gründen etwas geschummelt. Eigentlich ging es via Xbox Live um das ewige Duell Sharbe vs. Olly oder um passende Analogien zu finden: David vs. Goliath, FC Wanne-Eickel vs. Bayern München oder Cheeta vs. King Kong. Seinen Bericht zum Fight findet ihr hier und ich muss gleich ergänzen: Alles erstunken und erlogen. Das einzige was an dem Artikel stimmt ist, dass die Niederlage für Sharbe empfindlich und vernichtend zugleich war. Wenn man genau liest, kann man das zwischen den Zeilen erkennen. Ansonsten übt sich Sharbe weiter in PR-Plattitüden und seine Gedanken zur Formkrise erinnern mich doch etwas an die Worte von George W Bush in Sachen Irak-Krieg (“Irgendwo sind da doch böse Waffen, trust me!”).

Also wird es nun Zeit für die wahren Begebenheiten, die sich am Sonntagabend des 30. April 2006 zutrugen. Wir starteten mit Top Spin 2. Vom Papier her bringen beide Parteien alle Zutaten für einen Top-Spieler mit. Sharbes unendliches Glück kann ich nur durch mentale Stärke, unbedingten Siegeswillen und unbändiges Durchsetzungsvermögen ausgleichen. Der erste Satz ging ohne Punktgewinn durch mich an Sharbe. Danach zeigte er aber aufgrund völlig unberechtigter Siegeshoffnungen die üblichen Schwächen im Abschluss. Satz 2 und 3 gingen ohne große Gegenwehr an mich. Spiel 2 nahm den gleichen Ausgang. Meine Taktik den Gegner zunächst durch einen klaren Satzgewinn in Sicherheit zu wiegen und anschließend zu demontieren ging voll auf. Wir wechselten zu den Damenmatches und hier war ich dank der exzessiven Stöhngeräusche von Miss Sharapova so abgelenkt, dass ich das erste Spiel höchst erregt abgeben musste. Den Ton musste ich leiser drehen, ich hatte Angst, dass meine Mitbewohner denken, ich würde hier einen Pornofilm schauen. In Match 4 war Sharbe dann völlig demoralisiert und vergab Punkt um Punkt nahezu ohne Gegenwehr. Ganz link übrigens auch hier seine ruchlosen Tricks. Bei eigenem Aufschlag fummelte er am Routerkabel, was ein Lag auslöste. Folge: Ich sah den Aufschlag und als nächstes den Ball an mir vorbeifliegen.

Die gute Laune war bei Sharbe am Boden, wo ich mich immer noch vor Lachen kullerte. Ich lud Sharbe auf eine Partie Project Gotham Racing 3 ein. Mit Rennspielen kann ich eigentlich nichts anfangen, das ständige Im-Kreis-Fahren unterfordert meine übermenschlichen geistigen Fähigkeiten und ich habe dann immer Angst, mein Kopf könnte dabei implodieren. Rennspiele sind hingegen Sharbes Lieblingsdisziplin, den Nürburgring kennt er besser als das heimische Ehebett. Aber was tut man nicht alles, um seinen Gegner aufzubauen und bei Laune zu halten? Wenn ich schon kein Know-How im Spiel habe, dann gleiche ich das eben durch meine überirdischen Reflexe und gottähnlichen Skills aus. Meine Taktik, die volle Breit der Fahrbahn zu nutzen ging nicht auf, verwirrte meinen Gegner aber immer mehr. Aber Sharbe wäre nicht Sharbe, wenn er nicht ein paar dreckige Tricks auf Lager hätte. Kaum lag ich in Führung drängte er mich auch brutal in die Leitplanke. Als fairer Spieler tue ich mich mit so etwas natürlich schwer, der völlig unverdiente Sieg in der Disziplin ging an Sharbe. Ich habe ja gottlob kein Problem damit zuzugeben, wenn jemand besser unfairer als ich ist.

So musste die Entscheidung, die für mich schon vorher feststand, bei Burnout Revenge fallen. Das ist auch ein Rennspiel, kommt aber dank der erhöhten Geschwindigkeit eher mir entgegen. Und hier musste Sharbe das hinnehmen, was der Franzose liebevoll Ownagé nennt. Konnte er die erste Strecke durch einen unglücklichen Zwischenfall noch gewinnen gab es danach außer meinem Gelächter nichts mehr zu ernten. Und er hat wirklich alles versucht. Durch die ständigen großen Buchstaben “Sharbe ist gecrasht” auf meinem Bildschirm versuchte er mir die Sicht auf die Strecke zu nehmen. “So nicht mein Bester” dachte ich mir und drückte ihn gekonnt gegen den nächsten Brückenpfeiler. Auch hier hatte Sharbe natürlich die passende Ausrede parat. Es soll ja Menschen geben, die gestorben sind, weil sie keine Ausreden mehr hatten. Das kann Sharbe nicht passieren. Bei der anschließenden Crashtour konnte Sharbe noch Ergebniskorrektur betreiben.

Halten wir fest, trotz völlig unfairer Spielweise durch meinen Gegner ist der Boden im Hause Sharbe wieder sauber. Denn mit seinem Arsch wurde selbiger gestern aufgewischt. Und das kann er nun auch gerne auf die späte Uhrzeit schieben. Sharbe, ich bin für ein Re-Match da. Du darfst dir auch gerne einen anderen Planeten als Austragungsort aussuchen, es wird nur nichts ändern. Denn der King heißt ja nicht umsonst King 🙂

2 Kommentare zu “Kampf der Giganten

  1. Werter King, sowas war zu erwarten. Jedoch handelt es sich hier um die übliche tolldreist erfundene Propaganda. Hättest du vor einem halben Jahrhundert gelebt, der Posten des Minister wäre dir sicher gewesen. Doch auch damals wurden Fehler begangen und nach augenscheinlich großen Siegen an den totalen Endsieg geglaubt … Doch die Geschichte lehrt uns eines besseren und das wird sie auch im Rematch tun. Dann wird es heissen: „Der König ist tot, es lebe der König die Sharbe!“

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